Nach Drama an der Königstraße

Angst und Angriffe: Schwere Vorwürfe gegen Messerstecher

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Erst beschäftigte der blutige Vorfall in der Königstraße zahlreiche Einsatzkräfte und inzwischen seit Monaten die Justiz.

Die Prozessbeteiligten am Dortmunder Schwurgericht sind bei der Aufklärung der Messerstecherei vor einem Mehrfamilienhaus in der Hammer Innenstadt nicht zu beneiden.

Hamm/Dortmund - Am 6. September 2019 soll der Angeklagte heimtückisch vor dem Haus an der Königstraße auf einen von der Polizei gefesselten Jugendlichen mehrfach eingestochen und dabei lebensbedrohlich verletzt haben. Der Angreifer wurde zum Beenden der Messerattacke durch die von Nachbarn alarmierte Polizei durch einen Schuss in die Schulter ebenfalls verletzt. Ein direkter Nachbar des mutmaßlichen Angreifers erhob jetzt vor Gericht massive Vorwürfe gegen den 40-jährigen Angeklagten. Der ehemalige Nachbar habe ihn wiederholt vor der späteren Tat "immer so komisch angeguckt", er habe Angst vor ihm gehabt.

Am Vortag habe er ihn im Treppenhaus wortlos und völlig grundlos angegriffen und ihm mit der Faust ins Gesicht geschlagen, berichtete der Nachbar weiter. "Ich blutete aus Nase und Mund, hatte einen Nasenbruch und musste im Krankenhaus behandelt werden." Am Tattag seien der gefürchtete Nachbar mit ihm, seinem Bruder und einem Cousin wieder im Treppenhaus aufeinander getroffen. Dann habe das Trio sich selbst verteidigen müssen, habe den vermeintlichen Angreifer geschlagen, aber keinerlei Waffen eingesetzt. "Er hat uns dann angegriffen. Wir haben uns gewehrt. Ich weiß nicht, wohin ich ihn überall geschlagen habe."

Vorwurf der Rache zurückgewiesen

Nicht richtig sei aber der Vorhalt der Staatsanwaltschaft, dass er zusammen mit seinen Verwandten am Tattag auf Rache für den Angriff vom Vortag gesonnen habe. Keine Erklärung hatte der Zeuge jedoch auf die von der Verteidigung aufgeführten punktförmigen spitzen Verletzungen auf dem Kopf des Angeklagten. Nach dessen Erklärung stammten diese bei dem angeblichen Angriff des Trios zumindest von den spitzen Enden von Schlüsseln.

Der sichtlich aufgebrachte Angeklagte wollte am jüngsten Verhandlungstag die Vorwürfe des Zeugen und früheren Nachbarn nicht auf sich sitzen lassen. Wahr sei vielmehr, dass der Zeuge ihn wiederholt im Treppenhaus heftig angerempelt und einmal sogar gegen eine Wand gedrückt habe.

Das Dortmunder Schwurgericht hat vorsorglich noch mehrere Verhandlungstage terminiert, um das gewalttätige Geschehen und seine offenbar ebenfalls konfliktbeladene Vorgeschichte aufzuklären.

Polizeieinsatz in der Königstraße

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