Nach eineinhalb Jahren Bauzeit

Autohaus von Mercedes Senger eröffnet - „Leuchtturm“ für Hamm

Klaus Gebauer, Leiter des Standorts von Mercedes Senger in Hamm-Herringen.
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Blick in die Tiefe: Von der Empore aus hat Klaus Gebauer, Leiter des Hammer Standortes von Mercedes Senger, einen guten Überblick über die neue Ausstellungshalle. Sie ist das „Herzstück“ des Neubaus an der Dortmunder Straße.

Im Hammer Gewerbegebiet Schmiedestraße ist in den vergangenen eineinhalb Jahren für rund 15 Millionen Euro eines der „größten und modernsten Autohäuser der Region“ entstanden. Jetzt wurde es eröffnet.

Herringen – Betrieben wird der Standort Hamm von Mercedes Benz seit Anfang des Jahres von der Senger-Gruppe, die das insgesamt rund 40.000 Quadratmeter große Areal angemietet hat. „Zusammen mit Bad Homburg ist Hamm das größte Autohaus der Senger-Gruppe“, sagt Klaus Gebauer. Bauherrin und Eigentümerin ist die Paul Ostendorf GmbH (Ahlen).

Als Standortleiter hat er den Neubau seit dem ersten Spatenstich im April 2019 begleitet. Trotz der Corona-Pandemie habe man fast eine Punktlandung hinlegen können. „Am 5. Oktober haben wir unsere neue Ausstellungshalle eröffnet, nur drei Wochen später als geplant“, so Gebauer, der sich vor allem bei der Firma Heckmann bedankt. Mit dem Generalunternehmer habe man gut zusammengearbeitet.

Allein die Ausstellungsfläche, auf der aktuelle Mercedes-Modelle präsentiert werden, umfasst etwa 2 400 Quadratmeter. Hinzu kommen die Auslieferung, die Verwaltung, die Lagererweiterung, die Aufbereitung und die Servicelobby. Innerhalb der Senger Südwestfalen GmbH, zu der unter anderem die ehemaligen Ostendorf-Autohäuser in Ahlen, Beckum, Hamm, Rheda-Wiedenbrück und Rietberg gehören, sei der Standort Hamm, wie Gebauer sagt, „der Leuchtturm“.

Bei diesem Anblick dürften vor allem Männer ins Schwitzen kommen.

Mercedes-Autohaus Senger in Hamm eröffnet: Wunsch-Auto auf Leinwand

Beim Betreten der neuen Verkaufs- und Präsentationshalle werden die Kunden von einer Autohaus-Mitarbeiterin empfangen und, je nachdem, ob sie einen Wagen kaufen und reparieren lassen möchten, mit den zuständigen Mitarbeitern zusammengebracht. Im Loungebereich können die Verkaufsberater per iPad auf die großen Videowände zugreifen und den Kunden zeigen, wie ihr Wunsch-Auto aussieht.

Für den Neubau wurden, wie Gebauer berichtet, über 20 Kilometer Datenleitungen verlegt. Auch die anderen Zahlen sind beeindruckend: So wurden 220 Tonnen Stahlträger, 1110 Tonnen Fertigbeton und 1300 Tonnen Ortbeton verbaut, von der großen Glasfront zur Dortmunder Straße ganz zu schweigen.

Mercedes-Autohaus Senger in Hamm eröffnet: Abriss des Smart-Centers

Ganz beendet sind die Arbeiten aber noch nicht: Am Mittwoch wurde mit dem Abriss des Smart-Center begonnen. Bis Ende des Jahres entsteht hier ein Parkplatz für 110 Gebrauchtwagen. 80 weitere „Gebrauchte“ kommen direkt vor die Halle. Einschließlich der Nutzfahrzeuge – Vans, Sprinter und Transporter – auf dem alten Bunzel-Gelände an der Spenglerstraße können rund 400 Gebrauchtfahrzeuge vorgehalten werden. „Außerdem müssen noch Bäume, Pflanzen und Hecken gesetzt werden“, so der Standortleiter.

Anfang 2021 soll es dann noch einige Arbeiten auf dem ehemaligen Bunzel-Gelände geben, das zum Kompetenzzentrum rund um den Vertrieb von Transportern, Vans und leichten Nutzfahrzeugen ausgebaut wird.

Alles neu: Die Ausstellungshalle von Mercedes Senger wurde vor wenigen Tagen eröffnet. Noch nicht ganz abgeschlossen ist die Außengestaltung.

Mercedes-Autohaus Senger in Hamm eröffnet: Erzwungener Umbruch

Die Investitionen in Hamm erforderlich gemacht hatte vor allem der Umbruch in der Automobilbranche durch die Elektrifizierung und Digitalisierung. Auch das Thema „Mietwagen“ spiele dabei eine immer größere Rolle. Durch eine Optimierung der Abläufe wolle man zudem künftig noch kundenorientierter arbeiten und einen „Erlebnis-Charakter“ schaffen. Außerdem sei der bisherige Standort in die Jahre gekommen, erklärt Gebauer.

Wie der Standortleiter betont, ist Mercedes Senger in Hamm „recht gut durch die Corona-Krise gekommen“. Gerade zu Beginn der Pandemie sei bei den Werkstatt-Terminen eine Zurückhaltung bei den Kunden zu spüren gewesen. Die Zahl der verkauften Pkw sei leicht zurückgegangen. Bei den Nutzfahrzeugen habe es keine Einschnitte gegeben. Gebauer ist zuversichtlich, dass man schon bald das Vor-Corona-Niveau wird erreichen können. „Es sei denn, wir bekommen noch einmal einen Shutdown.“

Mit ihren Kunden und Interessierten wollten Gebauer und sein Team in diesen Tagen eigentlich die Eröffnung des Autohauses feiern, was coronabedingt aber abgesagt werden musste. Neuer Termin soll jetzt Ende Mai sein.

Der Neubau:

Investitionsvolumen: rund 15 Millionen Euro

Nutzfläche Neubau: fast 3900 Quadratmeter

Fläche insgesamt: rund 40 000 Quadratmeter

Mitarbeiter: 152, darunter 20 Azubis (13 Techniker/KfZ-Mechatroniker, sieben Kaufleute)

Werkstattkontakte: circa 20 000 im Jahr (Nutzfahrzeuge und Pkw), 80 am Tag.

Auto Senger

Nur wenige Wochen nach der Übernahme der sieben Ostendorf-Autohäuser ereilte die Senger-Gruppe ein schwerer Schicksalsschlag. Andreas Senger, der 1984 gemeinsam mit seinem Bruder die Geschäftsführung des elterlichen Betriebs übernommen hatte, starb am Osterwochenende im Alter von 65 Jahren an den Folgen einer Infektion mit dem Coronavirus. Sein Bruder war bereits im Jahre 2000 bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen. Der Betrieb wird von seinen Kindern Jörg und Stefanie weitergeführt.

In dieser Woche wurde Andreas Senger vom Fachmagazin „kfz-betrieb“ posthum mit dem „Executive Circle Award 2020“ für sein Lebenswerk ausgezeichnet.

Aktuell zählt der familiengeführte Konzern 50 Betriebe an 39 Standorten. Er hat rund 2 900 Mitarbeiter.

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