Verstopfte Hoppeistraße

Neuer Wasser-Alarm in Herringen - Üble Erinnerungen an 2014

Auf der östlichen Straßenseite kam das Wasser den Grundstücken schon wieder gefährlich nahe.
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Auf der östlichen Straßenseite kam das Wasser den Grundstücken schon wieder gefährlich nahe. Überflutet wurden sie aber nicht.

Hamm hat Glück gehabt. Das weiß auch Udo Kosinowski und fühlt mit den Menschen in den Hochwassergebieten. Und doch hatte er auch in der Hoppeistraße in Herringen jetzt erneut bange Gedanken.

Herringen - Er kennt solche Situationen, denn auch er war im September 2014 ein Hochwasser-Opfer – auch wenn die Schäden damals mit denen aus der Eifel und weiteren Regionen nicht zu vergleichen sind. Obwohl die Regenmengen, die am Mittwoch voriger Woche auf Hamm niederprasselten, vergleichsweise gering waren, kam das Wasser seinem Haus an der nördlichen Hoppeistraße wieder bedrohlich nah. Doch der Grund macht ihn sprachlos: Mehrere Straßeneinläufe waren verstopft, sodass das Wasser nicht ablaufen konnte.

Zur Erinnerung: Nach heftigen Regenfällen und dem Ausfall einer Pumpe trat der Hoppeibach in der Nacht vom 18. auf den 19. September 2014 über die Ufer und flutete die tiefer gelegenen Grundstücke an der Hoppeistraße. Das Wasser, unter das sich Öl aus einem leckgeschlagenen Tank gemischt hatte, stand bis zu 1,5 Meter hoch. „Unser Keller stand komplett unter Wasser. Auch große Teile des Gartens waren überflutet. Das verunreinigte Erdreich wurde später ausgetauscht“, erinnert sich Kosinowski.

In den vergangenen Jahren wurde der Hochwasserschutz hier und in anderen Teilen Herringens durch den Lippeverband verbessert. Es wurden große Regenrückhaltebecken auf der freien Wiese angelegt und neue Pumpwerke gebaut, eins sogar an der nördlichen Hoppeistraße. Und dennoch: Jedes Mal, wenn es stärker regnet, beschleicht Kosinowski ein ungutes Gefühl. So auch am Mittwoch: Als er aus dem Badezimmerfenster im ersten Stock schaute, bemerkte er, wie das Wasser auf der Hoppeistraße immer weiter anstieg – allerdings nur auf der östlichen Seite. „Auf der westlichen Seite floss es ab.“

Land unter an der Hoppeistraße: In der Nacht vom 18. auf den 19. September 2014 war der Hoppeibach über die Ufer getreten.

Wasser-Alarm in Herringen: Gullys randvoll verstopft

Kosinowski und ein Nachbar schauten nach und mussten feststellen, dass das Wasser auf ihrer Seite gar nicht ablaufen konnte, da die Einläufe, also die Gullys, bis oben mit Laub, Dreck und Sand verstopft waren – auch eine Folge der „schlechten Straßenreinigung“. „Wir haben sie gesäubert – und schon floss das Wasser ab. Und wie!“ Es habe eine richtige Sogwirkung gegeben.

Einerseits beruhigt das Kosinowski, zeigt es ihm doch, dass das System funktioniert. Andererseits könne es nicht sein, dass in einem aufgrund seiner Tieflage besonders gefährdeten Gebiet die Einläufe verstopft waren. Eine Nachfrage beim Lippeverband habe ergeben, dass sie zuletzt im März gereinigt worden waren und man „kein Personal habe“. Das seien für ihn keine Antworten. Die Lage der Straße, das Hochwasser von 2014 und die angekündigten starken Regenfälle hätten beim Lippeverband die Alarmglocken schrillen lassen müssen, so der Herringer. Als vorbeugende Maßnahme hätte der die Einläufe in den besonders gefährdeten Bereichen kontrollieren und gegebenenfalls säubern sollen. Dann hätten die Anwohner der nördlichen Hoppeistraße auch keine bangen Minuten erleben müssen.

Verstopft: Durch die Gullys konnte das Wasser nicht ablaufen.

Wasser-Alarm in Herringen: Im Zweifel selbst vorbeugen

Immerhin: Nach einer Stunde kamen Mitarbeiter des Lippeverbands vorbei, um die Gullys durchzuspülen. „Einer wurde dabei allerdings vergessen“, so Kosinowski, der dessen Reinigung dann erneut selbst in die Hand nahm – so wie es bereits vor längerer Zeit ein Nachbar auf der östlichen Seite getan hatte. Dadurch konnte das Wasser hier wie geplant abfließen.

Info

Bürger haben die Möglichkeit, verstopfte Straßenabläufe bei der Stadtentwässerung Hamm des Lippeverbandes unter der allgemeinen Nummer 9026200 zu melden.

Eines hat Kosinowski aus dem Fall gelernt: Ein Mittel, Anwesen vor Überflutungen zu schützen, ist es, sich im Vorfeld davon zu überzeugen, dass das Wasser auch richtig abläuft und gegebenenfalls zu handeln.

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