Wie sich Hamm auf den Fall der Fälle vorbereitet

Neue Flüchtlingswelle möglich - Stadt richtet Krisenstab ein

Schon 2015 wurde die Alfred-Fischer-Halle in Hamm-Heessen zum Zufluchtsort für viele Flüchtlinge.
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Schon 2015 wurde die Alfred-Fischer-Halle in Heessen zum Zufluchtsort für viele Flüchtlinge.

Die Stadt Hamm bereitet sich auf einen neuen Flüchtlingsstrom vor.  Um vernünftig vorbereitet zu sein, wurde ein Krisenstab einberufen.

Hamm – Durch die Öffnung der türkischen Grenze zu Griechenland hat sich die Situation der Flüchtlinge auf den ägäischen Inseln dramatisch verschlimmert – und dies könnte durchaus Auswirkungen bis nach Hamm haben. Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann berief einen Krisenstab ein. „Wir wissen noch nicht, wie sich die Situation weiter entwickelt, wollen aber vorbereitet sein“, sagte der Oberbürgermeister.

Seit dem ersten Flüchtlingsstrom kamen viele Menschen in die Stadt. Sie wurden in der Zentralen Unterbringungseinrichtung am Alten Uentroper Weg, im Glunz-Dorf und in der Alfred-Fischer-Halle untergebracht. Generell stünden diese Einrichtungen auch für eventuell neu ankommende geflüchtete Menschen zur Verfügung. Bis zu 500 Plätze könnten am Glunz-Dorf und in der ZUE am Alten Uentroper Weg bereitgestellt werden. Betten seien vorhanden, so Hunsteger-Petermann. Die Alfred-Fischer-Halle würde nur für den absoluten Notfall benötigt.

"Auf den Ernstfall vorbereitet"

„Wir sind auf den Ernstfall vorbereitet“, sagte auch Stefan Schulz, Leiter des Ausländer- und Flüchtlingsamtes. Auch, weil man auf die Erfahrungen der ersten Flüchtlingswelle der Jahre 2015 und 2016 zurückgreifen könne.

Dass die Unterbringung trotzdem eine große Herausforderung wird, gibt der OB unumwunden zu. Zumal er eine andere Stimmung in der Bevölkerung zum Thema Willkommenskultur ausgemacht habe. Mit dem Integrationskonzept der Stadt Hamm sei allerdings ein Werkzeug vorhanden, das dabei helfen soll, Menschen, die nach Hamm gekommen sind, in die Gesellschaft zu integrieren und ihnen möglichst schnell eine eigenständige Existenz unabhängig von staatlichen Transferleistungen zu ermöglichen. Es umfasst 46 Einzelmaßnahmen und verschlingt 7 Millionen Euro – jedes Jahr.

Botschaften nach Berlin und Düsseldorf

Klare Botschaften richtet Hunsteger-Petermann daher nach Berlin und Düsseldorf. Er hoffe, dass alle Dienststellen aus den Erfahrungen des ersten Flüchtlingsstroms gelernt hätten und beispielsweise bei der Identitätsfeststellung professioneller arbeiteten. Außerdem warteten die Kommunen seit langem auf finanzielle Verbesserungen im Flüchtlingsaufnahmegesetz.

Dabei geht es nicht nur um eine höhere Flüchtlingspauschale für die Unterbringung und Versorgung von Flüchtlingen. Die zeitlich unbegrenzte Erstattung der Kosten für geduldete Flüchtlinge sei den Kommunen genauso wichtig.

Hunsteger: „Außerdem stellen wir uns als Städte weiter der Daueraufgabe Integration für die Menschen, die wegen Krieg und Verfolgung bei uns Zuflucht gefunden haben. Hier erwarte ich vom Land, dass es die Mittel von 150 Millionen Euro, die NRW 2020 vom Bund erhält, an die Kommunen weitergibt.“

Noch ein paar Flüchtlings-Zahlen:

Aktuell leben in Hamm rund 2500 geflüchtete Menschen im SGBII-Leistungsbezug. In den vergangenen zwei Jahren konnten 921 Flüchtlinge in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung vermittelt werden, 204 absolvieren eine Ausbildung und 327 sind geringfügig beschäftigt.

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