Dritter Flügel in Freiske montiert

Neue Riesenwindräder in Hamm: Erste Anlage komplett - Video

Im Hintergrund der Windradflügel sind die Wassertürme von Berge zu erkennen.
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Welch ein Panorama! Im Hintergrund der Windradflügel sind die Wassertürme von Berge zu erkennen.

Das erste der beiden spektakulär hohen Windräder an der Autobahn A2 in Hamm ist komplett. Am Dienstag wurde der letzte Flügel angebracht. WA.de war mit der Drohne ganz oben dabei.

Hamm - „Beflaggt“ mit den Farben der Klimastreifen („Warming Stripes“) als Zeichen der Erderwärmung zogen die Mitarbeiter der Firma Enercon am Dienstagvormittag den letzten der drei 70 Meter langen und rund 40 Tonnen schweren Flügel in 130 Meter Höhe. Seit etwa 12.30 Uhr am Dienstag ist die erste der vier geplanten Windenergieanlagen in Freiske, Berge und Weetfeld komplett.

Der Monsterkran, mit dessen Hilfe die einzelnen Komponenten am Turm befestigt worden sind, zieht nun umgehend weiter zur Baustelle der zweiten Anlage südlich der Autobahn. Dort werden in der kommenden Wochen die Einzelteile erwartet, um dann zügig die Fertigstellung dieses Windrades zu realisieren.

Die kleine Flagge mit den blau-roten Klimastreifen hatte Umweltschützer Dietmar Zeller den Baustellen-Mitarbeitern kurz vor dem letzten Akt in die Hand gedrückt. „Die sind sehr kooperativ“, freute er sich, dass sie kein Problem damit hatten, diese symbolische Geste zu ermöglichen. Oben angekommen in 150 Meter Entfernung, wirkte die Flagge zwar klein wie ein Taschentuch, dennoch habe es zu einem Schnappschuss für die sozialen Medien gereicht, so Zeller.

Neues Riesenwindrad in Hamm-Freiske: Schaulustige dabei

Rund 30 Schaulustige hatten sich am Dienstagvormittag an der Baustelle zwischen den Straßen „In der Lengde“ und „Hellweg“ eingefunden. Ausgestattet mit Smartphones, Fotoapparaten, Kameras und Ferngläsern beobachteten sie jeden der letzten Arbeitsschritte bis zur Montages des letzten Flügels. Der erste war bereits am Samstag, der zweite am Montag montiert worden.

Nach Befestigung der Seile zieht der Kran etwa 15 Minuten lang den Flügel vorsichtig nach oben bis zur Nabe. Dort schauen Facharbeiter bereits aus der Öffnung, in die das Rotorblatt eingesetzt werden soll. Sie hatten sich durch das Innere des Turms auf den Weg nach ganz oben gemacht, um dort die Montage zu übernehmen. Rund 200 Bolzen befinden sich am Ende des Flügels, die gilt es, genau in die Hülsen am Rotorkopf einzusetzen.

Es ist vollbracht: Am Dienstag wurde das dritte und letzte Rotorblatt am Windrad in Freiske montiert.

Neues Riesenwindrad in Hamm-Freiske:

Im Januar dieses Jahres hatte der Aufbau des ersten Turmes begonnen. Ende Mai wurden die Rotorblätter mit einem Schwertransport in der Nacht angeliefert. Wegen Lieferschwierigkeiten des Rotorkopfes war es dann ein paar Wochen still um die Baustelle geworden, ehe nun die von vielen Schaulustigen beobachteten Arbeiten an der ersten Anlage beendet wurden.

Nächtlicher Schwertransport : Windrad Rotoren erreichen Hamm Freiske

Nächtlicher Schwertransport : Windrad Rotoren erreichen Hamm Freiske
Nächtlicher Schwertransport : Windrad Rotoren erreichen Hamm Freiske
Nächtlicher Schwertransport : Windrad Rotoren erreichen Hamm Freiske
Nächtlicher Schwertransport : Windrad Rotoren erreichen Hamm Freiske
Nächtlicher Schwertransport : Windrad Rotoren erreichen Hamm Freiske

Das Windrad und seine Daten

Nahezu 200 Meter hoch ist das Bauwerk, wenn die Spitze eines Flügels senkrecht nach oben zeigt. Das Investitionsvolumen pro Anlage beläuft sich auf rund 6 Millionen Euro. Der Rotordurchmesser der Windräder beträgt 138 Meter. Mit ihrer Hilfe sollen pro Jahr und Anlage mehr als 10 Millionen Kilowattstunden (kWh) Strom erzeugt werden. Zum Vergleich: Der durchschnittliche Stromverbrauch in einem Einfamilienhaus mit drei Personen und ohne stromfressende Geräte wie beispielsweise eine elektrische Warmwasseraufbereitung liegt bei knapp 4000 kWh im Jahr. Das bedeutet, dass eine Anlage rund 2500 Haushalte dieser Größenordnung mit Strom versorgen könnte. So können jedes Jahr rund 10.000 Tonnen klimaschädliches CO2 eingespart werden, wirbt das Unternehmen SL Naturenergie aus Gladbeck.

Mit der Fertigstellung des ersten Windrades werden Mitarbeiter und Geräte nun ein paar hundert Meter weiterziehen, wo jenseits der A2 bereits der Turm auf sein Zubehör wartet. Die notwendigen Kabeltrassen werden parallel zu diesen Arbeiten bereits in Richtung Bönen verlegt. Die Verbindung zwischen den beiden Anlagen muss noch gelegt werden, es muss auch die Autobahn unterquert werden. Einen genauen Termin für den Startschuss der Anlagen gibt es noch nicht.

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