Verkehrsberuhigung

Neue Maßnahmen sollen Lkw, Transporter und Raser endlich aus Weetfeld verbannen

Hoffen auf den Durchbruch: Bezirksbürgermeister Axel Püttner (von links), Christian Breßler – hier mit einem „Kölner Teller“ in der Hand – und Rüdiger Schlothane präsentierten im Inlogparc die ergänzenden Maßnahmen zum Verkehrskonzept.
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Hoffen auf den Durchbruch: Bezirksbürgermeister Axel Püttner (von links), Christian Breßler – hier mit einem „Kölner Teller“ in der Hand – und Rüdiger Schlothane präsentierten im Inlogparc die ergänzenden Maßnahmen zum Verkehrskonzept.

Mit einem Gesamtpaket wollen Politik und Verwaltung in Hamm die Verkehrsprobleme rund um den Inlogparc endlich in den Griff bekommen.

Hamm – Das Paket besteht aus fünf Einzelmaßnahmen, durch die insbesondere Lkw, Transporter und Raser ausgebremst werden sollen. Bezirksbürgermeister Axel Püttner, Rüdiger Schlothane (Planungsamt) sowie Christian Breßler (Leiter der Verkehrstechnik im Tiefbau- und Grünflächenamt) stellten es an der Lkw-Sperre im Inlogparc vor. Es sei, wie Püttner sagte, in enger Zusammenarbeit mit den beiden Fachämtern entstanden. Auch die Polizei, das Rechtsamt und Bürger seien angehört worden.

Während der Gespräche wurde aber auch deutlich: Der Osterbönener Weg als Verbindung zwischen Weetfeld und Bönen ist derzeit unverzichtbar. Er werde, wie Schlothane sagte, täglich von rund 2.000 Fahrzeugen genutzt. Das Problem: Trotz verschiedener Maßnahmen werde er auch von Lkw und Transportern mit mehr als 2,20 Meter Breite verbotenerweise befahren. Ein Problem mit Lkw gebe es auch auf anderen Straßen.

Lkw-Sperre: Hydraulikpoller soll umlegbaren ersetzen

Schon seit Jahren beschäftige sich die Politik mit der Lkw-Sperre, so Püttner. Die Verbesserung der Situation hier sei eines der Hauptanliegen gewesen, so der Bezirksbürgermeister. Mit dem Bau eines Hydraulikpollers soll der bestehende, durch Schlüssel umlegbare Poller neben der Lkw-Sperre ersetzt werden. Landwirte und Feuerwehren können ihn per Fernbedienung runterfahren.

Einen solchen Poller gab es zwar auch früher schon. Das Problem: Nach der Durchfahrt hatten Nutzer jedoch oftmals vergessen, ihn wieder hochzufahren, wodurch eine Umfahrung der Sperre auch von Lkw wieder möglich war. Schon seit Monaten lässt sich der Poller gar nicht mehr bewegen.

Poller wird nicht vor 2022 eingebaut - auch „Kölner Teller“ kommen

Auch künftig soll der Poller, der wesentlich stabiler als sein Vorgänger werden soll, per Fernbedienung in Bewegung gesetzt werden können. Sollte jemand vergessen, ihn wieder hochzufahren, passiert dies nach einer kurzen Zeit automatisch. Das Intervall müsse aber noch festgelegt werden, so Breßler. Vor dem Hochfahren werde es ein akustisches und optisches Signal geben. Zudem werde man den Poller vom Tiefbauamt aus ständig überwachen. „Wie das passiert, ist allerdings noch offen“, so Breßler, der davon ausgeht, dass die Anlage erst 2022 installiert werden kann. Bis dahin müsse der abschließbare manuelle Poller herhalten.

Um insbesondere Raser und Transporter auszubremsen, soll auch die Lkw-Sperre selbst ertüchtigt werden – und zwar mithilfe so genannter „Kölner Teller“. Es handelt sich dabei um punktuelle Erhöhungen, von denen jeweils sechs an den beiden Zufahrten – drei auf jeder Seite – platziert werden sollen. Damit werde die unzulässige Durchfahrt erschwert, so Breßler. Zwischen den Tellern werde eine ausreichende Durchfahrtbreite für Zweiradfahrer freigehalten.

Parkflächen auf Weetfelder Straße werden markiert und gesichert

An der Weetfelder Straße sind zwei Maßnahmen geplant. Bereits vor einiger Zeit wurde dort ein wechselseitiges Parken eingeführt, wodurch der Verkehr ausgebremst wird. Allerdings: Stehen keine Autos am Straßenrand, kann gerast werden. Die Parkflächen sollen deshalb markiert und durch Betonelemente gesichert werden, sodass auch tagsüber bei geringer Parkraumbelegung eine Geschwindigkeitsminderung erreicht wird.

Vorbild: „Münsteraner Kegel“ wie hier auf der Schachtstraße in Herringen sollen auch auf der Weetfelder Straße aufgestellt werden.

Zudem werde es, so Schlothane, zwischen 22 und 6 Uhr ein Tempolimit von 30 Kilometern in der Stunde geben – und zwar zwischen der Wiescherhöfener Straße und dem Friedhof. Bedingt durch den Schichtbetrieb mehrerer Betriebe im Inlogparc trete ein Teil des Beschäftigtenverkehrs schon in den frühen Morgenstunden auf. Im Sinne einer für die Anwohner verträglichen Verkehrsabwicklung werde daher das Tempolimit angeordnet.

Lkw sollen mit Schildern über Bönen zum Inlgoparc geleitet werden

Nachdem der Landesbetrieb Straßen an der Autobahnabfahrt in Bönen das Schild „Inlogparc“ (Richtung Bönen) aufgestellt hat, sollen die Lkw auch auf Hammer Stadtgebiet frühzeitig abgeleitet werden. Entlang der Wiescherhöfener Straße (Höhe Weetfelder Straße und Auf der Becke) soll die Lkw-Wegweisung in Richtung Inlogparc auf eine Lkw-taugliche Route über Hellweg und Unnaer Straße geleitet werden.

Schlothane: „Dadurch soll verhindert werden, dass Lkw auf die Weetfelder Straße fahren.“ Eine Ausnahme seien diejenigen, die dort zu tun haben. Zusätzlich erfolge auf der Weetfelder Straße im Knoten Wilhelm-Lange-Straße eine Beschilderung, die nochmals auf die Lkw-Sperre am Osterbönener Weg hinweist.

Verkehrskonzept Hamm/Bönen bisher kein durchschlagender Erfolg

Durch das gemeinsame, mehrstufige Verkehrskonzept Hamm/Bönen zur Erschließung des Inlogparcs wurden in der Vergangenheit bereits mehrere Maßnahmen umgesetzt, die größtenteils mehr schlecht als recht funktionieren. So wurden bereits im Jahr 2008 großräumige Lkw-Fahrverbote eingerichtet und das Lkw-Durchfahrtsverbot am Osterbönener Weg durch eine bauliche Lkw-Sperre unterstützt. Diese wurden zusätzlich durch die Polizei und das Ordnungsamt überwacht.

Zudem wurden die Sperrungen in Lkw-tauglichen Navigationsgeräten berücksichtigt. Dennoch verirren sich bis heute immer wieder Lkw auf den Straßen in Weetfeld und Wiescherhöfen und fahren nicht, wie vorgesehen, über Bönen. Zudem wird die Lkw-Sperre im Inlogparc weiterhin von zu breiten Transportern und ähnlichen Fahrzeugen genutzt.

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