Crowdfunding für einen guten Zweck

Neue Gruppe soll traumatisierten Kindern Sicherheit geben

Menschengruppe die zu einem Benefizlauf für eine neue Diagnosegruppe gelaufen sind
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Die beiden Initiatoren (vorn im Bild) der Gruppe starteten zur Gründung einen Benefizlauf.

Es sind traumatisierte und dadurch in ihrer Entwicklung gestörte Kinder, denen Angelika Waldhauser und Stefan Dierks helfen möchten – Kinder, die körperlicher, seelischer oder sexueller Gewalt oder einer emotionalen Mangelversorgung ausgesetzt waren. Mithilfe eines Crowdfunding-Projekts möchten die beiden im April 2021 eine Diagnosegruppe gründen, in der diese Kinder einen Schutzraum bekommen. Am Ende soll ihnen durch eine fachliche Empfehlung eine gute Lebensperspektive ermöglicht werden.

Hamm - Die Gruppe für sieben Kinder ist als vollstationäres, zeitlich befristetes Intensiv-Angebot geplant und wird sich vermutlich, wie Dierks erklärt, im Hammer Westen ansiedeln. Der Mitinitiator ist in Pelkum kein Unbekannter: Er wohnt mit seiner Familie in der Selmigerheide, ist aktives Mitglied der Pelkumer Spielbühne und war einige Jahre im Jugendzentrum „Casino“ an der Wielandstraße tätig. Seit neun Jahre arbeitet Dierks in einer Diagnosegruppe nahe Hamm und will eine solche jetzt auch in der Lippestadt gründen. Denn: „Der Bedarf ist vorhanden“, weiß Dierks aus vielen Gesprächen mit dem Hammer Jugendamt, das das Projekt unterstützt.

Ein weiterer Unterstützer ist der Architekt Viktor Nachtigall: „Gerade in der Weihnachtszeit wird einem wieder bewusst, dass nicht jedes Kind ein behütendes Zuhause hat“, sagte er am Rande einer Spendenaktion. Dierks und Waldhauser stimmen dem zu. Ihr Ziel: „Traumatisierte Kinder im Alter zwischen drei und acht Jahren sollen in einer stabilen, wertschätzenden und beschützenden Atmosphäre Obhut finden – einer Atmosphäre, die von Sicherheit, Geborgenheit, Angstfreiheit, Berechenbarkeit und dem offenen Umgang miteinander geprägt ist“, sagt Waldhaus in einem beklemmenden Video, in dem auch zwei Kinder zu Wort kommen, die Schreckliches durchgemacht haben.

In der Diagnosegruppe werden Kinder- und Jugend-Psychotherapeuten, Heilpädagogen, Diplom-Pädagogen, Trauma-Pädagogen und andere Fachleute arbeiten. Drei bis sechs Monate nach der Aufnahme des Kindes soll eine aussagekräftige psychologische, medizinische, heil- und sozialpädagogische Diagnostik erstellt werden. Auf Basis dieser umfassenden Diagnostik wird eine qualifizierte Empfehlung zur weiteren Perspektive des Kindes erarbeitet. „In Absprache mit dem jeweiligen Jugendamt wird im Anschluss eine Rückführung in das familiäre Umfeld oder die Vermittlung in eine andere Jugendhilfemaßnahme begleitet.“ Das könnte beispielsweise eine Pflegefamilie oder eine Wohngruppe sein.

Die Initiatoren der geplanten Diagnosegruppe sind seit vielen Jahren in der Kinder- und Jugendhilfe tätig. Stefan Dierks (48) ist Diplompädagoge, Naturerlebnispädagoge und Marte-Meo-Therapeut, seine Mitstreiterin ist Heilpädagogin und Heilerziehungspflegerin. Die 31-Jährige stammt aus Fröndenberg.

Mit Unterstützung der Bürger möchten sie die Einrichtung der Wohngruppe finanzieren, vor allem mit Spielzeug und Diagnostik-Material. „Zudem benötigen wir einen Gruppen-Bulli“, erklärt Dierks, der hier auf die Hilfe der Hammer setzt. Einige wie die „Nikolausläufer“ Viktor Nachtigall, Bianca-Clarissa Dannapfel, Willem van Arkel und andere haben dies bereits getan. Van Arkel hat zudem in seinem Blumengeschäft „Flora-Point“ im Edeka-Markt Weber an der Kamener Straße eine Spendenbox aufgestellt, über die er seinen Kunden die Möglichkeit gibt, sich am Crowdfunding zu beteiligten. Informationen gibt es unter www.startnext.com/gruendung-einer-diagnosegruppe.

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