OB richtet Appell an Hammer Bürger

Corona in Hamm am Samstag: Zahlen steigen stark an - Inzidenzwert erstmals über 200

Coronavirus: Mann hält Maske in der Hand Symbolbild
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Der Mund-Nasen-Schutz ist von den Straßen in Hamm kaum noch wegzudenken. (Symbolbild)

Keine Entspannung am Samstag, die Zahlen in Hamm steigen weiter. Der Inzidenzwert klettert über 200. Oberbürgermeister Marc Herter richtet einen Appell an die Bürger.

Hamm - 81 Corona-Neuinfektionen hat das Gesundheitsamt Hamm am Samstag gemeldet. Die 7-Tage-Inzidenz liegt somit bei 204 - so hoch wie noch nie zuvor. Am Freitag lag der Inzidenzwert noch bei 191,2. Nach Angaben der Stadt waren am Samstag 442 Menschen in Hamm (Stand 16 Uhr) akut mit dem Coronavirus infiziert (236 weiblich, 206 männlich). (News zum Coronavirus in Hamm.)

StadtHamm
Regierungsbezirk Arnsberg
Bevölkerung179.397 (2016)
Fläche226,3 km²

Corona in Hamm am Samstag: 81 Neuinfektionen - Ansteckung größtenteils bei Angehörigen

Von den 81 Neuinfektionen haben sich laut Stadt 53 aus einer Quarantäne heraus infiziert. Der Großteil der Infektionen (39) sind vermutlich auf eine Ansteckung bei Familienangehörigen zurückzuführen.

Elf Neuinfizierte haben sich bei Bekannten oder auf der Arbeit angesteckt, und bei drei neuen Corona-Fällen handelt es sich um Reiserückkehrer. Nach Angaben der Stadt ist bei 28 Corona-Neuinfektionen der Infektionsweg noch unbekannt.

Corona in Hamm: Oberbürgermeister Marc Herter richtet Appell an die Hammer

Oberbürgermeister Marc Herter nahm die rasant angestiegenen Corona-Zahlen am Samstag zum Anlass, sich mit einem Statement an die Bevölkerung zu wenden. „Mit 81 Neuinfektionen haben wir in Hamm erstmals die Schwelle von 200 beim RKI-Inzidenzwert überschritten. Das Infektionsgeschehen in Hamm verläuft also weiter dynamisch.“

Weiter appelliert Herter an die Bevölkerung: „Damit wir die Ausbreitung des Covid-19-Erregers im Griff behalten, ist es noch wichtiger geworden, dass wir alle den Infektionsschutz beherzigen: Abstand halten, Hände desinfizieren und Alltagsmaske tragen. Das ist auch meine herzliche Bitte an jede Bürgerin und jeden Bürger in Hamm: Bleiben Sie achtsam und haben Sie bitte Geduld! Nur gemeinsam bewältigen wir diese Herausforderung.“

Corona in Hamm: Die weiteren Zahlen am Samstag

19 Personen werden derzeit mit einer Corona-Infektion stationär im Krankenhaus behandelt, drei mehr als am Freitag. Auf der Intensivstationen werden zwei Männer betreut, die älter als 70 Jahre sind und ein Mann, der älter als 80 ist (unverändert).

Seit Beginn der Corona-Pandemie haben 1758 Menschen in Hamm die Infektion mit dem Coronavirus bereits überstanden. Derzeit befinden sich 2277 Personen in Quarantäne. 14.551 Hammer haben diese bereits seit März hinter sich gebracht. Die Corona-Mobile und die Mitarbeiter in der Alfred-Fischer-Halle haben bislang 18.969 Proben entnommen.

Nach Angaben der Stadt kam es am Samstag aufgrund technischer Schwierigkeiten bei der Übermittlung der Daten vom Labor zum Gesundheitsamt zu Verzögerungen bei der Veröffentlichung der aktuellen Corona-Statistik.

Corona in Hamm: Testauswertung dauert länger

Die Auswertung von Corona-Tests dauert in Hamm mittlerweile aufgrund der deutschlandweit gestiegenen Zahlen wieder länger. „Im Schnitt sind wir aktuell bei vier bis sechs Tagen, bis ein Ergebnis vorliegt“, teilte Stadtsprecher Tom Herberg auf WA-Nachfrage mit. Ende September habe die durchschnittliche Dauer noch bei etwa zwei Tagen gelegen.

Die lange Auswertungszeit könnte auch eine Ursache dafür sein, dass die Fallzahlen in Hamm zuletzt weiter stiegen. Getestete, die keine Symptome haben, werden vielfach von ihren Arbeitgebern angehalten, weiterhin zur Arbeit zu kommen oder Urlaub zu nehmen. Somit verlängert sich auch der Zeitraum, indem das Virus verbreitet werden kann. Fällt die Testperson nicht unter die Kategorie 1, gibt es keine Handhabe.

Corona in Hamm - diese Corona-Regeln gelten aktuell:

  • Der Aufenthalt in der Öffentlichkeit ist nur für zwei Haushalte erlaubt und mit maximal zehn Menschen.
  • Feiern und Treffen auch in Privaträumen mit über 25 Personen sind weiterhin verboten. Für Feiern mit weniger Gästen gibt es Ausnahmeregelungen. Die Details dazu finden Sie hier.
  • Der Einzelhandel bleibt geöffnet, dort darf sich nicht mehr als ein Kunde auf zehn Quadratmetern Verkaufsfläche aufhalten. Restaurants, Bars, Clubs, Diskotheken und Kneipen müssen bis Ende des Monats schließen. Gastronomen bleibt die Lieferung und Abholung von Speisen erlaubt.
  • Veranstaltungen, die der Unterhaltung dienen, werden einen Monat lang untersagt. Profisport-Veranstaltungen wie etwa Spiele des ASV Hamm-Westfalen dürfen nur ohne Zuschauer stattfinden. Nicht erlaubt ist der Freizeit- und Amateursportbetrieb in öffentlichen und privaten Sportanlagen, Fitnessstudios, Schwimmbädern und ähnlichen Einrichtungen. Eine Ausnahme bildet der Individualsport allein, zu zweit oder mit dem eigenen Haushalt.
  • Das Museum, das Kino, der Tierpark, Wettannahmestellen, Bordelle, Schwimm- und Spaßbäder, Saunen, Fitnessstudios und ähnliche Einrichtungen werden geschlossen. Der Maxipark bleibt geöffnet. Musikfeste und Festivals sind bis 31. Dezember untersagt.
  • Schließen müssen auch Kosmetikstudios, Massagepraxen, Tattoo-Studios und ähnliche Betriebe. Medizinisch notwendige Behandlungen wie Physio-, Ergo- und Logotherapien sowie Fußpflege bleiben möglich. Friseursalons können öffnen.
  • Maskenpflicht besteht wie bisher in Bus, Bahn und Taxi. In privaten Autos gilt keine Tragepflicht eines Mundschutzes. Auch auf öffentlichen Plätzen soll es verstärkt eine Maskenpflicht geben, für die Wochenmärkte in Hamm ist das bereits der Fall. Für andere, stärker frequentierte Orte – etwa die Fußgängerzone – gibt es noch keine entsprechenden Entscheidungen.

Während des Radikal-Lockdowns im Frühjahr hatten sich etliche Gastronomen in Hamm auf Abhol- und Liefer-Angebote verlegt. Viele greifen das auch jetzt wieder auf. Aber wer macht denn da überhaupt mit? Eine Übersicht.

Corona-Schnelltests sollen Besuche in den Hammer Altenheimen möglicherweise schon ab der kommenden Woche sicherer für Bewohner und Pflegepersonal machen. Aktuell laufen Schulungen für die Mitarbeiter der Heime.

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