Update am Mittwoch

Corona-Lage in Hamm spitzt sich wieder zu - Seniorenheime betroffen - Die neuen Regeln

In Hamm wird nach wie vor viel getestet. Die Corona-Situation stellt sich weiter als ernst dar.
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In Hamm wird nach wie vor viel getestet. Die Corona-Situation stellt sich weiter als ernst dar.

[Udpate] Die Fallzahlen in Hamm steigen, und sie werden es möglicherweise auch weiterhin tun. Grund für diese Annahme ist, dass es neben den türkischen Hochzeitsfeierlichkeiten nun auch wieder Fälle in Altenheimen gibt - und zwar nicht zu knapp.

Hamm - Der Stadt Hamm waren am Mittwochmittag 232 akut infizierte Personen bekannt. Nach Angaben der Stadt wurden seit Dienstag 37 Neuinfektionen bekannt. Der für die Veranlassung von Schutzmaßnahmen entscheidende RKI-Wert ist somit wieder gestiegen - und zwar von 86,5 auf 92,7.

Gesunken ist die Zahl der Quarantäne-Fälle: Aktuell befinden sich 2774 Personen in Quarantäne. Das sind 81 weniger, als am Vortag. Entwarnung gibt es deshalb aber nicht: Die gestiegenen Fallzahlen werden voraussichtlich zu weiteren Schutzmaßnahmen führen. Wie Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann am Mittwochnachmittag in einer Telefonkonferenz mitteilte, befinden sich unter den 37 Neuinfizierten von Mittwoch erneut 18 Personen aus dem Umfeld der Hochzeitsfeierlichkeiten.

Coronavirus in Hamm: Betroffen sind auch Seniorenheime

Weitere zehn Neuinfizierte - und das ist neu - haben Bezüge zu Seniorenheimen. Acht Mitarbeiter und zwei Bewohner sind positiv auf Covid-19 getestet worden. Dies ist Ausfluss einer Reihentestung, die knapp eine Woche zuvor in allen Senioreneinrichtungen der Stadt durchgeführt wurde. 3000 Tests wurden in 33 Heimen veranlasst, der Großteil der Ergebnisse liegt nun vor.

In sieben Einrichtungen gibt es nun Positiv-Fälle. Dies sind: St. Stephanus Heessen, Ludgeri-Stift Hövel, Wolfgang-Glaubitz-Zentrum, Haus am Wiescherhöfener Markt, St.-Vinzenz-Vorsterhausen, Haus am Markt, Amalie-Sieveking-Haus. Hier werden nun Quarantänemaßnahmen, Besuch-Stopps und weitere Nachtestungen die ersten Konsequenzen sein. Die übrigen Neuinfizierten von Mittwoch sind in erster Linie Urlaubsrückkehrer. Nur bei einem sehr geringen Teil sei der Infektionsherd noch unbekannt, so Hunsteger-Petermann.

Von den 232 akut Infizierten sind nach offiziellen Angaben 135 weiblich und 97 männlich. 818 Hammer gelten am Mittwoch als von einer Corona-Infektion genesen. Im Krankenhaus werden derzeit 19 Personen behandelt; das sind zwei mehr als am Vortag. Eine Frau befindet sich weiterhin auf der Intensivstation. Mit den Corona-Mobilen der Stadt und im Testzentrum in Heessen wurden inzwischen 14.963 Proben genommen.

Corona Testungen an der Alfred-Fischer-Halle Hamm

Corona Testungen an der Alfred-Fischer-Halle Hamm
Corona Testungen an der Alfred-Fischer-Halle Hamm
Corona Testungen an der Alfred-Fischer-Halle Hamm
Corona Testungen an der Alfred-Fischer-Halle Hamm
Corona Testungen an der Alfred-Fischer-Halle Hamm

Coronavirus in Hamm: Keine dramatischen Nachrichten von Schulen

Die Entwicklung an den Schulen blieb am Mittwoch hingegen relativ unauffällig. 42 Schüler und Lehrer sind seit Anfang September positiv getestet worden, rund 1000 Schüler und Lehrer befanden sich in Quarantäne. Betroffen waren 13 Schulen.

Die Lehrschwimmbecken bleiben aufgrund der Corona-Situation bis zum 01. November geschlossen – hierüber wurden die Vereine bereits von der Stadt informiert.

Das Herbstleuchten im Maxipark wird ab kommenden Freitag, 9. Oktober, stattfinden können. Unklar blieb am Mittwoch jedoch, was mit dem Herbstmarkt an diesem Wochenende wird. „Wir glauben schon, dass er stattfinden kann, aber wir haben keine Rückmeldung mehr vom Land in der Frage bekommen“, so Stadtsprecher Tom Herberg am Mittwochabend. Die Angelegenheit werde sich erst am Donnerstag klären lassen.  

Privates Feiern nur unter bestimmten Bedingungen

Da Hamm Corona-Hotspot ist und der RKI-Wert mit 92.7 weiterhin deutlich über 50 lag, dürften laut der neuen Landesvorgaben private Feiern in öffentlichen Räumlichkeiten nur noch bis 25 Personen zugelassen werden. Ausnahmen können von diesem Grundsatz gemacht werden, wenn der Veranstalter ein schlüssiges Hygienekonzept vorlegt. Hiervon will die Stadt großzügig Gebrauch machen. 

„Wer an diesem Wochenende feiern möchte und dafür eine Genehmigung des Ordnungsamtes hat, darf diese Feier durchführen“, sagte Hunsteger-Petermann. „Wir können keine Hochzeit oder keinen 80. Geburtstag zwei Tage vor der Feier absagen. Das wäre für die Menschen, aber auch die Gastronomen eine Katastrophe.“

Insgesamt seien für das kommende  Wochenende 74 Veranstaltungen mit mehr als 25 Personen angezeigt, darunter seien sieben Veranstaltungen mit mehr als 100 Personen. Vier Veranstaltungen habe die Stadt untersagt (u.a. Verlobungen, Henna-Abende). „Zukünftig werden wir jede Veranstaltung nach wie vor im Einzelfall prüfen und genehmigen – also auch nach diesem Wochenende“, so der Oberbürgermeister weiter. Der Kommunale Ordnungsdienst werde jede Veranstaltung mit mehr als 100 Personen kontrollieren und bei Verstößen mit der Polizei abbrechen.

Coronavirus in Hamm: Stadt sieht Landesvorgaben kritisch

Wer mit mehr als 25 Personen in einer öffentlichen Lokalität feiern möchte, muss diese nun drei Tage zuvor beim Ordnungsamt anmelden. Es muss einen klaren Verantwortlichen geben. Datum, Uhrzeit und erwartete Gästezahl sowie eine Anwesenheitsliste müssen geführt werden. 

Für private Räume gibt es nach den Landesvorgaben nun lediglich eine „dringende Empfehlung“ je nach Infektionsgeschehen nicht mit mehr als 25 oder sogar nur 10 Personen zu feiern. Diese Regelung stößt bei der Stadt auf nur wenig Gegenliebe. „Wir brauchen in Pandemie-Zeiten auch in privaten Räumen klare Vorgaben“, so der Oberbürgermeister. Er überlege, nun im Alleingang eine Alleinverfügung fürs Stadtgebiet zu erlassen, um auch Feiern in Privaträumlichkeiten reglementieren zu können. 

Auf wenig Gegenlieben stößt bei der Stadt auch die Landesvorgabe, Verstöße eines Veranstalters künftig mit 500 Euro Bußgeld belegen zu können. Dies sei ein „viel zu niedriger“ Betrag, so Hunsteger-Petermann. Auch hier werde nun geprüft, ob es in Hamm einen schärferen Strafenkatalog geben könne. 

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