Stadt Hamm nennt Regeln für Lizenzvergabe

Neue Schnelltestzentren: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst

Wer zuerst kommt, mahlt zuerst: Nach diesem Prinzip vergibt die Stadt Hamm die Lizenzen für Schnelltestzentren. Nicht alle Interessenten sind glücklich mit dieser Maßgabe.

Hamm - Gerade hat in Hamm die 33. Corona-Teststation eröffnet, an der Kreuzkamphalle in Ostwennemar. Tätig wird dort die Schnelltestzentrum Hamm GbR des „Aktivita“-Betreibers Thomas Johannpeter. (Hier klicken für Übersicht.) Dass es für ihn bereits der vierte Standort ist, führt bei Mitbewerbern zu Unverständnis. (News zum Coronavirus in Hamm)

Atilla Zincirkiran beispielsweise fühlt sich zu Unrecht zurückgesetzt. Der Geschäftsführer der Hammer Prestigecom GmbH wollte ein Testzentrum auf dem Gelände seines Mobilfunkunternehmens in der Mark eröffnen und hatte dafür das bundesweit tätige Essener Gesundheitsunternehmen Cocare an Bord. Er selbst sei nicht kommerziell orientiert, sagt Zincirkiran. Hinter der Idee stehe vielmehr das Schicksal seines kürzlich verstorbenen Sohnes, der fortlaufend PCR-Tests benötigt habe.

Marcel Johannpeter (links) mit den Verantwortlichen des Schützenvereins Braam-Ostwennemar.

Schnelltestzentren in Hamm: Hoffnungen für die Mark geplatzt

Zincirkiran hatte sich Hoffnungen auf eine Lizenz gemacht, weil sein Firmengelände im Stadtbezirk Uentrop liegt – und dort gibt es der Stadt zufolge tatsächlich eine Unterversorgung in Sachen Testzentren. Dort sollte zunächst eine Werrieser Apotheke ihre Testkapazitäten erhöhen. Als das nicht zustande kam, wurden zwei neue Standorte bewilligt: Neben Johannpeter kam noch ein ungenannter Anbieter zum Zuge, der ab Montag, 10. Mai, auf Gut Sternholz testen soll.

Die Stadt verweist auf feste Regeln für die Auswahl von Anbietern. Gebe es für einen Bereich mehrere Bewerber, werde derjenige ausgewählt, der sich zuerst beworben habe, so Sprecher Lukas Huster. Voraussetzung sei natürlich, dass die notwendigen Standards eingehalten würden und es seriöse Einlassungen zu Abläufen und Kapazitäten gebe. Zincirkiran habe sich einfach zu spät gemeldet.

Schnelltestzentren in Hamm: Johannpeter will keinem was wegnehmen

Man wolle niemandem etwas wegnehmen, sagt Johannpeter. Aber man beobachte den Markt natürlich und halte den Standort Kreuzkamphalle für vielversprechend. Den Bedarf im Stadtbezirk Uentrop habe sein Unternehmen bereits vor zwei Wochen erkannt und bei der Stadt Interesse signalisiert. In dem Zeitraum muss es allerdings auch bereits Anfragen von Zincirkirans Firma gegeben haben.

In den vergangenen Wochen seien mehr als zehn potenzielle Anbieter vorstellig und abgelehnt worden, heißt es bei der Stadt weiter. Die meisten hätten mit Verständnis regiert. Und grundsätzlich sei der Bedarf in Hamm derzeit gedeckt.

Rubriklistenbild: © Reiner Mroß

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