Stadt darf B63n selbst planen

Neue Straße soll Hammer Westen entlasten

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Hamm – Die Stadt übernimmt die Planung für die Bundesstraße 63n. Sie soll die Innenstadt mit der A2 in Bönen verbinden und dabei Straßenzüge im Hammer Westen und in Pelkum entlasten.

Eine entsprechende Vereinbarung wurde im Rathaus im Beisein von Landesverkehrsminister Hendrik Wüst (CDU) unterzeichnet. Bis die Schnellstraße gebaut werden kann, dürften aber noch gut zehn Jahre ins Land gehen.

Varianten seit Jahrzehnten im Gespräch

Die Verbindung ist in verschiedenen Varianten seit Jahrzehnten im Gespräch (siehe Infos unten). Im aktuellen Bundesverkehrswegeplan ist sie in die zweithöchste Kategorie eingestuft  („vordringlicher Bedarf“). Die Kosten veranschlagt der Bund mit 60 Millionen Euro. Wüst bekannte sich zum Bau der Straße. Da der eigentlich für die Planung zuständige Landesbetrieb Straßen NRW derzeit vollständig mit Autobahnprojekten beschäftigt sei, begrüße er die Initiative der Stadt, die Aufgabe vom Land zu übernehmen.

Die Stadtverwaltung hatte dafür eigens zwei Ingenieur-Stellen eingerichtet; sie hofft, die B63n über den stillgelegten Rangierbahnhof führen zu können und diesen so für Gewerbeansiedlungen erschließen zu können.

Vertragsunterzeichnung mit Hendrik Wüst (von links), Ulrich Reuter MdL, OB Hunsteger-Petermann, Rita Schulze Böing und Dirk Griepenburg (Straßen NRW).

Stadt und Land gehen von einem Planungszeitraum von mindestens zehn Jahren aus. Sollte dann gebaut werden, würde zunächst der südliche Abschnitt realisiert. Die Planungsvereinbarung erstreckt sich ausdrücklich auf die gesamte B63n.

Vorgehen hat Modellcharakter

Die Kosten für die Planung kann die Stadt dem Land in Rechnung stellen. Wüst zufolge kommt Düsseldorf Hamm dabei weit entgegen; das Vorgehen habe Modellcharakter. Übernommen würden bis zu 15 Prozent der Vergabekosten, einen Betrag nennen wollte er aber nicht. Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann sah die Kosten der Stadt weitgehend gedeckt.

Stadtbaurätin Rita Schulze Böing sah in der gewünschten Bundesstraße die Lösung „vieler unserer Verkehrsprobleme“. Der Landtagsabgeordnet Ulrich Reuter (FDP) freute sich, dass die B63n „aus dem Dornröschenschlaf erweckt wird“. Die schwarz-gelbe Koalition ermögliche durch externe Vergaben mehr und schnellere Planung im Straßenbau.

Fast 100 Jahre Planung

Bereits aus dem Jahr 1926 stammen die ersten Pläne für eine Nord-Süd-Straße („NS XII“) durch Hamm. Sie sollte kreuzungsfrei als Hochstraße von Heessen nach Berge führen, zunächst als Damm, später auf Stelzen. Auch eine Überbauung der Ahse war im Gespräch. Nach Bürgerprotesten wurden diese Planungen 1990 zugunsten der aktuell favorisierten Trasse eingestellt.

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