Ein Promi macht‘s in Rhynern ... und im Rest der Stadt?

7 neue Bürgermeister für Hamm: Wer sie sind, was sie wollen

 OB Marc Herter gratuliert dem neuen Bezirksbürgermeister für Bockum-Hövel, Hartmut Weber.
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Applaus, Applaus! Hier gratuliert (nicht nur) OB Marc Herter dem neuen Bezirksbürgermeister für Bockum-Hövel, Hartmut Weber. An anderer Stelle Hamms wurden sechs weitere Bezirksbürgermeister gewählt und vereidigt.

Ein Ober-Bürgermeister allein reicht nicht in einer Großstadt wie Hamm. Sieben weitere Bürgermeister wurden jetzt hinzu gewählt - für jeden Stadtbezirk einer (oder eine). So manches Mal eine spannende Angelegenheit.

Hamm - „Bezirksbürgermeister“ gab es in Hamm übrigens noch nie. Bis vor wenigen Tagen wurden sie nämlich „Bezirksvorsteher“ genannt. Mit der Amtsübernahme von Marc Herter und dem Start seiner Ampelkoalition hat sich das jetzt geändert. Einer aus der Riege der sieben ist übrigens ein echter Promi. Hier stellen wir Ihnen alle frisch gewählten Bezirksbürgermeister vor:

Sieben Bezirksbürgermeister für Hamm gewählt - Das sind sie

Andreas „Obel“ Obering (Bezirksbürgermeister Rhynern)
Björn Pförtzsch (Bezirksbürgermeister Uentrop)
Hartmut Weber (Bezirksbürgermeister Bockum-Hövel)
Erzina Brennecke (Bezirksbürgermeisterin Heessen)
Sieben Bezirksbürgermeister für Hamm gewählt - Das sind sie

RHYNERN: Andreas „Obel“ Obering

Zum ersten Mal nach 45-jähriger CDU-Vorherrschaft hat im Stadtbezirk Rhynern ein SPD-Kandidat das Zepter übernommen. Auf Vorschlag der Ampel-Koalition bestehend aus SPD, FDP und Grünen wählten 10 der 19 Bezirksvertreter Andreas Obering zum neuen Bezirksbürgermeister als Nachfolger von Brigitte Sosna. Die neuen Stellvertreterinnen sind Claudia Breer (CDU) und Ulrike Wollenhaupt (Die Grünen).

Obering ist ein absoluter Neuling in der Politik. Einen großen Bekanntheitsgrad hat der 56-Jährige auf einer ganz anderen Bühne erhalten. Als Comedian und Entertainer tritt er seit vielen Jahren als „Der Obel“ auf. Seine größten Erfolge feierte er in den 1990er Jahren im Duett mit Till Hoheneder als „Till und Obel“. Seit neun Jahren wohnt der gebürtige Hammer mit seiner Ehefrau Ute und seinen beiden Kindern im Zentrum Rhynerns. Trotz Corona will der Obel nun schnell das Gespräch mit den Bürgern suchen und setzt dabei auf seine Mittwochs-Sprechstunde im Bürgeramt, auf soziale Netzwerke und persönliche Begegnungen im Alltag.

UENTROP: Björn Pförtsch

Im Osten der Stadt bleibt Björn Pförtzsch an der Spitze. Die vergangenen 21 Jahre ist er Bezirksvorsteher im Stadtbezirk Uentrop gewesen. Als neuer Bezirksbürgermeister setzt er wie geplant noch eine Amtszeit drauf. Also alles beim Alten? Nein. Die absolute Mehrheit in der Bezirksvertretung (BV) hat die CDU bei der Kommunalwahl nach 26 Jahren verloren. Zusammen mit den Grünen bilden die Christdemokraten aber die Mehrheit im Bezirksparlament – CDU 8 Sitze, die Grünen 3 Sitze. Erster Stellvertreter von Pförtzsch ist Rudolf Haase (SPD), zweiter Jörg Wedekind (Die Grünen).

CDU und Grüne vereinbarten früh ihre Zusammenarbeit in Uentrop. Eine Ampel-Koalition aus SPD, FDP und Grünen - wie auf Stadtebene – kam nicht mehr zustande. Die SPD und FDP im Hammer Osten gehen dennoch gemeinsame Wege und besiegelten ihre Zusammenarbeit und Ziele in Uentrop durch den Anhang zum städtischen Koalitionsvertrag. Mit ihrer Liste zur Wahl des Bezirksbürgermeisters konnten sie sich (SPD 6 Sitze, FDP, 1 Sitz) erwartungsgemäß nicht durchsetzen. Der SPD-Spitzenkandidat Stefan Heitkemper verzichtete auf den Posten des 1. stellvertretenden Bezirksbürgermeisters.

BOCKUM-HÖVEL: Hartmut Weber

Hartmut Weber ist der neue Bezirksbürgermeister in Bockum-Hövel. Der SPD-Politiker hat die Christdemokratin Vera Dunkel-Gierse abgelöst. Auch in diesem Amt wird der Machtwechsel im Bezirksparlament vollzogen, denn seit 1999 regierte die CDU, die jetzt nur noch über sechs Sitze verfügt. Gewählt wurde Weber mit den zehn Stimmen der neuen Ampelkoalition aus SPD (acht Sitze), FDP (1) und Grüne (1). Erster Stellvertreter wurde Andreas Schwienhorst (CDU), zweite Stellvertreterin Stefani Müller-Veit.

Hartmut Weber wünscht sich für seine Amtszeit ein respektvolles Miteinander, sowohl der Parteien, als auch der Bezirksvertreter. Eines seiner Anliegen ist eine bessere Beteiligung der Bürgerschaft an den politischen Entscheidungsprozessen. Es möchte einige Dinge schnell umsetzen, wie städtische Bezirksteams für Sicherheit und Sauberkeit, den zweiten Recyclinghof zur Entlastung des Stadtbezirks und die Aufwertung des Hallenbades durch ein Außenbecken. Das größte Problem des Stadtbezirks ist, was mit dem dem St.-Josef-Krankenhaus samt Gelände und dem Höveler Zentrum passieren soll. All das muss auch in den Haushaltsplanberatungen berücksichtigt werden. Die stehen voraussichtlich in der Januar-Sitzung an. Neben den genannten Parteien habe auch Pro Hamm, Die Linke und die AfD jeweils einen Sitz in der Bezirksvertretung.

HEESSEN: Erzina Brennecke

Die Bezirksvertretung Heessen hat eine Bezirksbürgermeisterin für die kommende Legislaturperiode gewählt. Das Gesicht ist dasselbe geblieben, der Titel hat sich geändert: Erzina Brennecke (SPD, die seit der letzten Wahl 2014 Bezirksvorsteherin war, amtiert in den kommenden Jahren als Bezirksbürgermeisterin. Sie bekam elf Stimmen – die Ampel-Koalition in Heessen verfügt aber nur über zehn Stimmen, eine Stimme muss aus der Opposition gekommen sein. Zu Vertretern der Bezirksbürgermeisterin wurden Heinrich Klockenbusch (CDU) und Michael Thon (Bündnis 90/ Die Grünen) gewählt.

Noch vor ihrer Wahl verabschiedete Brennecke die langjährige Leiterin des Bürgeramtes: Julia Krampe-Reinermann wechselt ins Büro des Oberbürgermeisters und übernimmt dessen Leitung. Zeitnah stehen dann auch schon die Haushaltsplanberatungen an. Wichtigste Projekte der kommenden Jahre werden die Einrichtung eines Naturerlebnisbades, die Überprüfung der Radwege und die Einrichtung von Mobilitätsstationen sein. Heessen wird von einer Ampel-Koalition aus SPD, Grünen und FDP regiert. Von den 19 Heessener Bezirksvertretern gehören acht erstmals dem Bezirksparlament an.

PELKUM: Axel Püttner

In der Bezirksvertretung Pelkum hat es einen Generationswechsel gegeben. Als Nachfolger von Udo Schulte (78), der dieses Amt 21 Jahre inne hatte, wurde Axel Püttner (44) zum neuen Bezirksbürgermeister gewählt. Püttner gehört der SPD an. 17 der 18 anwesenden Bezirksvertreter stimmten bei einer Enthaltung für die gemeinsame Liste von SPD, Grünen, FDP und CDU. Zu Vertretern des Bezirksbürgermeisters wurden Heinz-Friedrich Schäfer (CDU) und Jörg Degelmann (SPD) gewählt.

Erste Amtshandlung von Axel Püttner in seiner neuen Funktion war am Donnerstag die Verabschiedung des langjährigen Bezirksbeamten Günter Schulte. In den kommenden Tagen will Püttner sich an verschiedenen Stellen vorstellen. Zeitnah stehen dann auch schon die Haushaltsplanberatungen an. Püttner kündigte ferner an, mit seinen wöchentlichen Sprechstunden, die demnächst wieder stattfinden sollen, auch in die einzelnen Ortsteile zu gehen. Pelkum wird von einer Ampel-Koalition aus SPD, Grünen und FDP regiert. Von den 19 Pelkumer Bezirksvertretern gehören elf erstmals dem Bezirksparlament an.

HERRINGEN: Klaus Alewelt

In Herringen bleibt - fast - alles beim Alten: Mit 16 von 19 möglichen Stimmen wurde Klaus Alewelt (SPD) in seinem Amt bestätigt. Der 67-jährige Rentner steht seit 2007 an der Spitze des Stadtbezirks und darf sich jetzt auch Bezirksbürgermeister nennen. Alewelt war der einzige Kandidat, es gab nur eine gemeinsame Liste von SPD, Grünen und CDU. Erstmals bekommt er drei Stellvertreter. Gewählt wurden Rolf Schmersträter (CDU, 1. Stellvertreter), Martin Kesztyüs (Grüne, 2. Stellvertreter) und Petra Nattke (SPD, 3. Stellvertreterin).

Alle drei stellvertretenden Bezirksbürgermeister gehören der BV Herringen zum ersten Mal an - so wie auch neun weitere Bezirkspolitiker. Regiert wird die BV Herringen von einer rot-grünen Koalition, die zusammen zehn Sitze hat. Hinzu kommen CDU (5) sowie Pro Hamm und AfD (jeweils 2). Eines der ersten Themen der neuen BV wird - neben den Haushaltsplanberatungen - die Situation auf der Schachtstraße sein, wo es seit Monaten Beschwerden über Raser, Müll und Lärm gibt. Hierzu wird es Mitte November ein interfraktionelles Gespräch mit der Verwaltung geben.

MITTE: Stefanie Baranski

Drei Frauen stehen an der Spitze des Stadtbezirks Mitte. Die Bezirksvertretung wählte am Donnerstag Stefanie Baranski (SPD) zur Bezirksbürgermeisterin. Sie tritt die Nachfolge von Peter Raszka (CDU) an. 1. stellvertretende Bezirksbürgermeisterin ist Monika Scheinhütte (CDU), 2. stellvertretende Bezirksbürgermeisterin Christiane Stalleicken (Grüne).

In der Bezirksvertretung hat es insgesamt einen Generationswechsel gegeben. Von den 19 Mitgliedern sind 15 neu im Stadtteilparlament. Die CDU-Fraktion ist sogar vollständig ausgetauscht. SPD, FDP und Grüne haben eine Koalition gebildet und mit zusammen 10 Stimmen eine knappe Mehrheit. In der Opposition ist die CDU mit sechs Stimmen stärkste Kraft; Linke, Pro Hamm und AfD stellen jeweils einen Bezirksvertreter.

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