Was braucht Herringen?

Neue Angebote für Senioren: Stadt will auch Hammer mit Migrationshintergrund erreichen

Volles Angebot vor Corona: Elisabeth Niggemann (rechts), die Herringen zusammen mit Bernhild Seis im Seniorenbeirat vertritt, hat eine ganze Kladde von den Aktivitäten der Herringer Senioren zusammengestellt. Sie und Larissa Reckels von der Altengerechten Quartiersentwicklung hoffen, bald wieder durchstarten zu können.
+
Volles Angebot vor Corona: Elisabeth Niggemann (rechts), die Herringen zusammen mit Bernhild Seis im Seniorenbeirat vertritt, hat eine ganze Kladde von den Aktivitäten der Herringer Senioren zusammengestellt. Sie und Larissa Reckels von der Altengerechten Quartiersentwicklung hoffen, bald wieder durchstarten zu können.

Was braucht Herringen? Dieser Frage gehen wir seit einigen Wochen in unserer Bezirksserie auf den Grund. Nun geht es um die Senioren im Stadtbezirk. Was wird gebraucht? Ihre Meinung ist gefragt (ein Formular dafür gibt es unten im Artikel)!

Herringen – Die eine arbeitet in der Altengerechten Quartiersentwicklung, die andere engagiert sich ehrenamtlich im Seniorenbeirat der Stadt Hamm. Und beide, Larissa Reckels und Elisabeth Niggemann, freuen sich darauf, nach Monaten des Lockdowns den Herringer Senioren bald wieder Angebote machen zu dürfen. Ihre Arbeit sehen sie damit aber noch lange nicht am Ende. Denn: Von den rund 5.000 Menschen im Stadtbezirk, die 60 Jahre und älter sind, erreichen sie mit den Angeboten der Stadt und ihrer Kooperationspartner nur einen kleinen Teil.

Senioren in Herringen: Menschen mit Migrationshintergrund kaum beteiligt

Das betrifft vor allem die rund 1.350 Menschen mit Migrationshintergrund, die zu dieser Altersgruppe gehören. Sie nehmen die verschiedenen Angebote, so Reckels, kaum wahr. Daher werde man demnächst auch auf die Moscheen zugehen und ihnen mit Hilfe eines Dolmetschers die verschiedenen Angebote der Altenhilfe vorstellen. Aber auch Menschen ohne Migrationshintergrund müssten „gezielt angesprochen werden“.

Aus ihrer Arbeit wissen Reckels und Niggemann, dass die Senioren oft mehr möchten als sich „nur“ zu Kaffee und Kuchen zu treffen. „Die Menschen wollen etwas erleben“, verweist Niggemann auf die vor der Pandemie stark nachgefragten Ausflüge hin. „Ein Bus reicht da nicht aus.“

Senioren in Herringen: Aktive Angebote sollen kommen

Das kann Reckels bestätigen. Daher werde es, sobald es die Pandemie wieder zulässt, einige aktive Angebote geben. Sie denke da vor allem an einen Bouletreff, Sportangebote und Spaziergänge. Um herauszufinden, was die Senioren im Bezirk wünschen, plant Reckels zudem eine Fragebogenaktion und zeitnah ein Quartiersforum in Präsenzforum. Hier könnten Senioren dann ihre Wünsche äußern, beispielsweise zum ÖPNV, zu den Freizeitaktivitäten sowie zu Informations- oder Unterstützungsangeboten im Stadtbezirk.

Mit Wünschen und Anregungen wurden Reckels und Niggemann aber auch schon in den vergangenen Wochen immer wieder konfrontiert. Niggemann: „Wenn ich morgens um 8 Uhr einkaufen gehe, bin ich meist nicht vor 9.30 Uhr zu Hause.“ Immer wieder werde sie von älteren Menschen angesprochen. „Beispielsweise vermissen unsere Senioren eine Sitzgelegenheit am großen Parkplatz im Lippe-Carrée.“ Einen großen Bedarf gebe es für ein gemütliches Café im Stadtbezirk. „Es gibt aber auch viele, die einfach nur reden möchten.“ Auch das sei ein wichtiger Bestandteil ihrer Arbeit, so Niggemann.

Senioren in Herringen: Bingo-Nachmittage auf der Wunschliste

Reckels kann das bestätigen. Eine Möglichkeit, sich zu treffen, sei die Awo-Tagesstätte. Sie wolle man künftig stärker nutzen, beispielsweise für ein Kaffeetrinken an ein bis zwei Tagen in der Woche. Aufgrund der Nachbarschaft zum Jugend- und Stadtteilzentrum „Haus der Jugend“ sei der Standort prima geeignet. Denn: „Wir planen gemeinsame Aktionen von Jung und Alt.“ Angedacht sei beispielsweise die Gestaltung des Innenhofs. Hier wolle man, so Reckels, unter anderem Hochbeete anlegen.

Weit oben auf der Wunschliste stehen, ähnlich wie bei den Senioren im Jakobusquartier Pelkum, Bingo-Nachmittage. Sie habe, wie Niggemann erzählt, vor wenigen Tagen mit einer Helferin gesprochen, die gerne mit den Senioren Bingo spielen würde. Der Start sei aber noch offen. Reckels indes will sich darum bemühen, den Senioren zeitnah Smartphone- und Tabletkurse anzubieten.

Jetzt sind Sie gefragt: Sagen Sie uns hier Ihre Meinung!

Bitte schreiben Sie maximal 3 Sätze pro Frage. (Mindestens 50 Zeichen.)

Mit Ausfüllen und Abschicken dieses Formulars erkläre ich mich einverstanden, dass ich mit meinem Statement im Westfälischen Anzeiger namentlich genannt werde.

Zum Thema kommentieren können Sie außer über das Formular auch unter dem passenden Post auf der WA-Facebookseite und per Mail an herringen@wa.de.

Mehr zum Thema lesen Sie in der Print-Ausgabe des Westfälischen Anzeigers vom 8. Juni. Der nächste Schwerpunkt unserer Serie „Was braucht Herringen?“ erscheint am 22. Juni im Print und Online. Dann geht es um das Thema Freizeit im Bezirk..

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare