Kontrollen des Netzbetreibers stehen an

Höchstspannung: Hubschrauber kommt Leitungen gefährlich nah

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Blick aus der Luft: Der Netzbetreiber Amprion überfliegt mit dem Hubschrauber Hochspannungsmasten.

Sie sind wieder unterwegs: Die jährliche Kontrolle der Höchstspannungsfreileitungen mit dem Hubschrauber steht auch auf dem Hammer Gebiet und der direkten Umgebung wieder an.

Hamm/Werl – Zwischen dem 20. und 24. Juli lässt der Dortmunder Übertragungsnetzbetreiber Amprion aus der Luft Masten und Leitungen unter anderem im Bereich Hamm, Werl und Soest prüfen.

Es ist zum einen die Höchstspannungsleitung (220.000/380.000 Volt) durch Werl, die von Dortmund-Kruckel nach Hamm-Uentrop verläuft. Auf dem Gebiet der Hellwegstadt sind es etwa acht Kilometer. Eine weitere Leitung verläuft durch den Soester Raum unmittelbar an der Stadtgrenze zu Werl. Sie kommt aus Uentrop und führt nach Arnsberg; es werden etwa vier Kilometer kontrolliert. Auch im Norden der Stadt, an der Grenze zu Stockum am Gersteinwerk und weiter in Richtung Herringen, werden Kontrollflüge vorgenommen.

Neben dem Piloten der Firma Rotorflug fliegen zwei Amprion-Mitarbeiter mit, die die eigentliche Überprüfung durchführen.

Herausforderung für Piloten

Für Piloten ist die Leitungsbefliegung immer wieder eine Herausforderung, da sie zum Teil in niedriger Flughöhe Masten und Leitungen sehr nahe kommen müssen. Bei einer Fluggeschwindigkeit von 20 bis 25 Stundenkilometer kontrollieren die Amprion-Mitarbeiter die Freileitungen. Aus der Luft sind viele Schäden leichter erkennbar als vom Boden. Sie suchen nach Seilschäden, defekten Isolatoren oder Schäden am Mastgestänge. Sie achten auf Bäume, die zu nahe an Leitungen heranwachsen, auf Reifenstapel in Mastnähe oder Plastikplanen in den Leitungen.

Für Piloten ist die Leitungsbefliegung immer wieder eine Herausforderung, da sie zum Teil in niedriger Flughöhe Masten und Leitungen sehr nahe kommen müssen.

Die Kontrolleure sind aber auch zu Fuß unterwegs, wie Andreas Preuß von der Unternehmenskommunikation erläutert. Wenn die Masten abgegangen werden, seien die in dem Fall zu überwindenden Hindernisse im hiesigen ländlichen Raum vergleichsweise gering – auch die grasenden Kühe auf den Weiden seien angesichts der fremden „Stromgänger“ bislang friedlich geblieben. Bei solchen Fußkontrollen werden Schäden am Mastfuß erfasst. Hierzu zählen etwa verbogene Maststreben oder defekte Fundamente.

Alle Mängel an Masten und Leitungen werden dann ausgewertet und später durch Monteure behoben. Gravierende Schäden wie ein defekter Isolator werden sofort gemeldet und umgehend repariert.

Fliegende Kontrolle seit 30 Jahren

Die Kontrollflüge in Hamm und Werl sind nicht die einzigen landesweit, denn das „Stromgebiet“ des Dortmunder Übertragungsnetzbetreibers ist groß. Bis voraussichtlich Mitte August werden insgesamt rund 4500 Freileitungsmasten und etwa 1250 Kilometer Freileitungen in einem Gebiet zwischen Meppen im Norden, Wuppertal im Süden, Bochum im Westen und Ostwestfalen im Osten abgeflogen.

Schon seit etwa 30 Jahren werden Freileitungen vom Hubschrauber aus kontrolliert. Ein großer Vorteil der Leitungsbefliegung ist, dass Amprion innerhalb weniger Wochen einen Überblick über das vollständige Höchstspannungsnetz erhält.

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