Kleines Pferd wird auf 40 Jahre geschätzt

Nelly ist die beliebte Pony-Oma in einem Hammer Stall

Gibt noch immer eine gute Figur ab: Das Shetland-Pony Nelly geht mittlerweile stramm auf die 40 Jahre zu. Dank der Liebe und Pflege von Michelle und Yvonne Helmis (von links) geht es dem kleinen Pferd auch in diesem biblischen Alter noch sehr gut.
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Gibt noch immer eine gute Figur ab: Das Shetland-Pony Nelly geht mittlerweile stramm auf die 40 Jahre zu. Dank der Liebe und Pflege von Yvonne und Michelle Helmis (von links) geht es dem kleinen Pferd auch in diesem biblischen Alter noch sehr gut.

Pflege und Liebe - das sind die Grundlagen für ein langes Pony-Leben. Nelly ist auf diese Weise mittlerweile beinahe 40 Jahre alt geworden.

Rhynern – Kleine, flinke Schritte, eine wehende schwarze Mähne – so eroberte Nelly vor 17 Jahren die Herzen der Familie Helmis. Vor allem die damals zweijährige Michelle verliebte sich direkt in ihr Pony, das sie von den Eltern geschenkt bekam.

Mittlerweile ist Nelly nicht mehr ganz so flink und etwas ergraut, hat auch hier und da ein paar Wehwehchen. Aber insgesamt genießt das Tier einen entspannten und unbeschwerten Lebensabend auf einem Hof im Stadtbezirk Rhynern. Den genauen Ort will die Helmis-Familie nicht verraten, damit kein „Pony-Tourismus“ entsteht. Denn die niedliche Nelly braucht durchaus ihre Ruhe. Mit ihren fast 40 Jahren „ist sie ein echter Methusalem“, weiß Yvonne Helmis, Mutter von Michelle. Das exakte Alter weiß sie nicht, da ihr beim Kauf vor 17 Jahren keine Geburtsurkunde überreicht worden war. „Aber die Tierärzte können das Alter anhand der Zähne schätzen“, erklärt sie.

Dieses für Ponys biblische Alter könnte womöglich Neugierige anlocken, wenn es auf der Weide steht, befürchtet Helmis. Nicht etwa, dass Nelly menschenscheu wäre. „Das war sie noch nie. Sie war immer ein flottes Reitpony und hat Kinder geliebt“, berichtet sie. Unermüdlich sei Nelly mit den eigenen Kindern, aber natürlich auch mit Nachbarkindern geritten. Auch Besuche im Kindergarten gefielen ihr. Sorgen machen sich die Besitzer vielmehr, wenn Spaziergänger Nelly etwas Gutes tun wollen und sie füttern. „Ganz abgesehen davon, dass man niemals einfach Tiere füttern darf, hätte das bei unserem Pony auch Folgen, da sie zum Beispiel Äpfel und Möhren gar nicht mehr essen darf. Sie bekommt von uns nur noch breiförmige Nahrung“, erklärt die Besitzerin des kleinen Pferdes, das die Familie Helmis von einem Hof im Münsterland erwarb. „Wir vermuten, dass es zuvor als Zirkuspferd eingesetzt worden ist, ehe wir es von diesem Hof retteten“, hatte sie nicht die besten Erinnerungen daran.

„Pflege und Liebe sind das Entscheidende“

Heute weiß sie, dass es dem Pony gut geht. Sogar sehr gut, ansonsten hatte es nicht so alt werden können. „Wir kümmern uns viel um sie. Und auch die Familie, bei der sie einen eigenen kleinen Stallplatz hat, versorgt sie prächtig“, weiß Helmis das Pony stets in guten Händen. „Pflege und Liebe sind das Entscheidende“, sagt sie. Zumindest sei das ihre Erklärung. Denn sämtliches Wissen über Ponys habe sich die Familie im Laufe der Jahre erst angeeignet. „Ich hatte zwar immer ein Faible für Ponys und Pferde. Aber richtig aktiv im Reitverein oder so war ich nie“, berichtet sie.

Allein ist Nelly übrigens auch nie. Im Stall befinden sich Artgenossen und andere Pferde. Und werden dort Fohlen geboren, kümmert sich auch Nelly mit um die neuen Lebewesen. „Sie ist die Oma im Stall, immer gut zu allen“, erzählt Yvonne Helmis.

Spaziergänge mit „Frauchen“ und Hund

Besonders gern habe das Pony noch immer die kleinen Spaziergänge, die sie mit „Frauchen“ und deren Hund unternimmt. „Länger als eine halbe Stunde sind wir mittlerweile nicht mehr unterwegs, aber sie lässt sich weiterhin gerne führen und genießt die Abwechslung in der Natur rund um Rhynern.“ Und bei den Begegnungen mit Mensch und Tier ist Nelly mittlerweile längst zu einem kleinen Star geworden. Immer wieder erntet sie respektvolle Blicke, wenn sich im Gespräch herausstellt, wie viele Lebensjahre sie bereits hinter sich hat. Denn ansehen tut man es dem Pferd auf den ersten Blick nicht.

Und die paar grauen Haare, die im Laufe der Jahre dazugekommen sind, stören Nelly nicht. Von Eitelkeit ist jedenfalls keine Spur. Für den Fototermin mit unserer Zeitung bleibt sie gerne stehen und gibt eine gute Figur ab. Und geht es nach Familie Helmis, darf sie das gerne noch einige Jahre. Yvonne und Michelle Helmis werden jedenfalls weiterhin sehr viel Zeit mit ihrer alten Dame verbringen.

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