Letzte Chance

Naziparolen und „Hitlergruß“: Rentner entkommt Gefängnisstrafe - Unbelehrbarer erhält eine überraschende Strafe

Dass der trotz seiner mehrfachen Vorstrafen bis dato unbelehrbare Hammer nun eine aller letzte Bewährungschance erhält, verdankt er vermutlich seinem engagierten Bewährungshelfer.
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Dass der trotz seiner mehrfachen Vorstrafen bis dato unbelehrbare Hammer nun eine aller letzte Bewährungschance erhält, verdankt er vermutlich seinem engagierten Bewährungshelfer.

Für den 68-jährigen Hammer ist es die allerletzte Chance, nicht ins Gefängnis zu wandern: Weil er wiederholt Naziparolen gegrölt und den sogenannten „Hitlergruß“ gezeigt hat, wurde der Rentner in zweiter Instanz zu einer einjährigen Bewährungsstrafe verurteilt.

Hamm/Dortmund – Noch in erster Instanz hatte der Hammer Amtsrichter den mehrfach einschlägig vorbestraften Wiederholungstäter zu einer Gefängnisstrafe von 13 Monaten verurteilt.

Der allein lebende Mann mit Hang zu Bier und Schnaps sitzt seit vielen Jahren regelmäßig an der Bushaltestelle am Alten Uentroper Weg. Hier trinkt er, beobachtet Passanten und rastet immer wieder aus, pöbelt Vorübergehende an mit „Sieg Heil!“ und reckt den Arm zum sogenannten Hitler-Gruß.

Pöbelnder Mann ist kein Unbekannter

Die „Dunkelziffer dieser Taten“ sei sicherlich groß, mutmaßte Berufungsrichter Ludwig Brockmeyer, doch die Polizei und etliche Passanten erstatteten immer wieder Strafanzeige.

Dass der trotz seiner sechs einschlägigen Vorstrafen bis dato unbelehrbare Hammer nun doch eine allerletzte Bewährungschance erhält, verdankt er vermutlich seinem engagierten Bewährungshelfer und einem vom Gericht straff geschnürten Paket von Bewährungsauflagen. So darf der Rentner von nun an keinen Tropfen Alkohol mehr trinken, da hier offenbar die Ursache für seine verbalen Ausfälle liegt.

Die letzte Chance

Für eine rechtsradikale Gesinnung gibt es offenbar keinerlei Hinweise. Um seine dauerhaft stabile Abstinenz zu überprüfen, muss er regelmäßig Kontrollen absolvieren.

Außerdem muss er 300 Stunden gemeinnütziger Arbeit ableisten und darf sich der Bushaltestelle über eine Entfernung von 200 Metern nicht nähern. „Sollte ich Sie hier einmal sitzen sehen, wandern Sie sofort ins Gefängnis!“ drohte Richter Brockmeyer mit ernsten Konsequenzen.

Wenn der Rentner gegen eine der Auflagen verstößt, muss er ins Gefängnis und dann wird vermutliche auch noch eine ältere siebenmonatige Bewährungsstrafe widerrufen.

Ein 32-jähriger Ex-Feuerwehrmann aus Hamm ist vor dem Landgericht Bochum wegen schwerer Brandstiftung und gefährlicher Körperverletzung nun verurteilt worden.

Eine Krankenschwester, die im Nachtdienst im St. Marienhospital in Hamm einer Patientin unerlaubt Beruhigungsmittel gegeben hatte, ist ebenfalls verurteilt worden.

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