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Naturkundemuseum im Tierpark ist Geschichte

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Als einziges Objekt aus dem Naturkundemuseum soll der ausgestopfte Kopf vom Bisonbullen "Oscar" erhalten bleiben, der 25 Jahre im Tierpark lebte. © Szkudlarek

HAMM - Während die Internet-Seiten der Stadt Hamm noch mit dem Naturkundemuseum im Tierpark werben und die Einrichtung als „unbedingtes Muss“ empfehlen, hat die Wirklichkeit den Online-Auftritt längst überholt. Das Naturkundemuseum ist Geschichte und ein großer Teil der Exponate ebenfalls.

Sie seien alt gewesen und teils zerfallen, sagt Kay Hartwich. „Daher ist ein Teil entsorgt worden. Noch brauchbare Exemplare sind an das Naturkundemuseum in Münster gegangen“, so der Tierpark-Geschäftsführer. Andere Adressaten wie die Kreisjägerschaft winkten ab.

Präparate in modellierten Lebensräumen

Als das Naturkundemuseum im März 1982 eröffnet wurde, steckte ein einfacher Gedanke dahinter: Da derTierpark nicht alle heimischen Tierarten halten kann, sollten in den den drei Hallen des Museums auf 800 Quadratmetern Fläche für Bildungszwecke zumindest Präparate in modellierten Lebensräumen gezeigt werden. Ein Teil der Exponate wurde dem Tierpark damals von Privatpersonen übergeben.

Zur Ausstellung gehörte auch eine geologische Sammlung und eine Sammlung von Insektenpräparaten. Während die Mineralien- und Gesteinssammlung eingelagert ist und in Hamm bleibt, müssen laut Hartwich auch die Insektenpräparate entsorgt werden.

"Kuratorisch vernachlässigt worden"

„Kuratorisch ist das Museum in der Vergangenheit vernachlässigt worden“, sagt der Geschäftsführer. „Da wurde nie viel Energie reingesteckt.“ Wollte man die Ausstellung aufrecht erhalten, hätte man laut Hartwich viele der Exponate längst aufarbeiten müssen. In der jetzigen Form bestehe sogar die Gefahr des Ausgasens. Auch die Dioramen seien schadhaft und nicht mehr brauchbar. Grundsätzlich halte er ein Museum für sinnvoll. „Allerdings muss man sich dann auch darum kümmern.“

Zukunft des Gebäudes wird im März entschieden

Ob es jemals wieder eine Ausstellung in den Räumen des Naturkundemuseums gebe, sei offen. Ende März wird sich der Beirat mit der Zukunft des Gebäudes befassen, dessen Errichtung einst 1,4 Millionen D-Mark kostete. „Dabei geht es zunächst um die Substanz“, so Hartwich. Daran schließe sich die Frage nach der Nutzung an.

Immerhin ein Exponat soll dem Park erhalten bleiben – und das aus gutem Grund: der Kopf eines Bisons, das sein ganzes Leben im Tierpark verbrachte. - oz

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