Fall Klaudie Schrutek

Namensfrage: Odyssee einer Hammer Mutter geht weiter

Klaudie und Alexander Schrutek aus Hamm warten auf die Geburtsurkunde.
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Das Kind braucht einen Namen: Klaudi Schrutek und ihr Alexander.

Kürzlich hatten wir über den Fall von Klaudie Schrutek berichtet. Die 41-jährige Hammerin hat im Ahlener Krankenhaus Sohn Alexander zur Welt gebracht und befindet sich nun auf einer Ämter-Odyssee mit ungewissem Ausgang. Diese geht weiter.

Hamm – Weil Klaudie Schrutek in Tschechien geboren wurde, steht in ihrer Geburtsurkunde „Klaudie Schrutková“, denn in Tschechien ist es üblich, bei Frauen den Nachnamen um ein „ková“ zu ergänzen. Klaudie Schrutek ist kurz nach ihrer Geburt beim Amt in Hamm als „Klaudie Schrutek“ angemeldet worden. All ihre Papiere und Dokumente laufen auf diesen Namen und ihr wurde stets die deutsche Staatsbürgerschaft bescheinigt.

Doch das Ahlener Standesamt verlangt nun Beweise für Schruteks Identität. Etliche Unterlagen hat Schrutek bereits vorgelegt, und Ende der vergangenen Woche schaltete die frischgebackene Mutter entnervt einen Anwalt ein. Der wiederum hat der Verwaltung in Ahlen eine Frist gesetzt und verlangt nun zu wissen, welche Dokumente genau denn nun eigentlich noch fehlen sollen.

„Von der Stadt Ahlen gab es bislang keine Reaktion“, sagte Schrutek vor wenigen Tagen. Der Vater von Klaudie Schrutek hat sich ins Auto gesetzt und recherchiert in Nachrod, Tschechien. Dort hat man ihm in dem Bemühen zu helfen eine neue Geburtsurkunde ausgestellt. Darin steht wieder – „Klaudie Schrutková“.

Dankbar für den Einsatz des Papas

Nochmalige Versuche, vor Ort Einsicht in so etwas wie das deutsche Geburtenregister zu nehmen, hätten einmal mehr ergeben, dass es so etwas in Tschechien nicht gebe, so Klaudie Schrutek, die zwischenzeitlich kurz mit ihrem Vater gesprochen hat. Die neue Urkunde mit dem alten Wortlaut übermittelt der Vater nun per Einschreiben. Er ist 72 Jahre alt und gönnt sich erst einmal eine Verschnaufpause in Tschechien.

„Eine solche Tour schafft man in seinem Alter nicht mehr ohne Weiteres“, sagt die Tochter, dankbar für das Engagement des Papas. Mittlerweile hat sich ein Fernseh-Team bei Klaudie Schrutek gemeldet und möchte sowohl für die öffentliche-rechtlichen als auch für Privat-Sender einen Beitrag über den Hindernislauf zur Geburtsurkunde drehen. Gemeinsam mit dem Vater von Alexander hat Klaudie Schrutek sich Bedenkzeit ausgebeten, um den Schritt gut zu überlegen.

Denn eigentlich möchte die Kaiserschnittpatientin ja eigentlich nur eine Geburtsurkunde für Klein-Alexander und endlich in Ruhe Zeit mit dem Kleinen verbringen...

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