Näher dran am Nahverkehr

Bahnanschluss für Pelkum bleibt im Blick - Buslinien aufgewertet

Die Reaktivierung des Personenverkehrs auf der Hamm-Osterfelder-Bahn bleibt ein Thema.
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Die Reaktivierung des Personenverkehrs auf der Hamm-Osterfelder-Bahn bleibt ein Thema, auch ganz offiziell in der Fortschreibung des Nahverkehrsplans.

Der Durchbruch ist es zwar noch nicht, aber immerhin gibt es Anzeichen, dass die Menschen im Stadtbezirk Pelkum doch noch ihren Bahnanschluss bekommen. Genährt wird diese Hoffnung durch die Fortschreibung des Nahverkehrsplans (NVP).

Hamm - Mit der Aufwertung der Hauptbusrouten zu „Metrobus-Linien“ mit dichtem Takt, modernen Fahrzeugen und Haltestellen, einer fahrgastfreundlichen Tarifgestaltung, der Schaffung eines attraktiven Angebots auch in Schwachverkehrszeiten und peripheren Siedlungsbereichen sowie der Stärkung der Regionalverbindungen mit Bus und Bahn sollen neue ÖPNV-Nutzer gewonnen und Klimaschutzziele erreicht werden. Der Stadtbezirk Pelkum wird dabei an zwei Stellen genannt.

Buslinien 1 und 3

Auf den Hauptbusachsen werden in Hamm heute bereits rund 70 Prozent aller Fahrgäste befördert. Die Taktverdichtung auf diesen Achsen und deren qualitative Aufwertung zu „Metrobus-Linien“ ist ein Handlungsschwerpunkt des NVP 2023. Innerhalb des Hauptbusnetzes sind die Linien 1/3 (Pelkum/Herringen – HBF – Werries) und 4/9 (HBF – Bockum-Hövel) die am meisten genutzten Verbindungen. Sie sollen daher als erste zu „Metro-Bussen“ aufgewertet werden.

Die Linien 1 (Herringen) und 3 (Pelkum) werden bereits heute im morgendlichen Berufsverkehr jeweils im 20-Minuten-Takt gefahren, sodass sich ab dem Hammer Westen über die City nach Werries ein 10-Minuten-Takt ergibt. „Dieses Taktmodell soll künftig ganztägig während der Arbeits- und Geschäftszeiten gefahren werden“, so die Stadt. Es sollen aber noch weitere Qualitätsmerkmale hinzukommen, vor allem eine direkte Linienführung mit Vorrangschaltung an Ampeln, der Einsatz von Fahrzeugen mit emissionsarmer Antriebstechnik sowie hochwertige Haltestellen unter anderem mit Barrierefreiheit, Wartehallen, Infoanzeiger und Radständer. Daneben ist aber auch eine ausreichende Bedienung in der Fläche die „Grundvoraussetzung für eine ausreichende Mobilität aller Bevölkerungsgruppen und für die Bindung der neuen Fahrgäste“.

Bahn

In den kommenden Monaten sollen die Rahmenbedingungen und Handlungsansätze für weitere Haltepunkte an vorhandenen Bahnstrecken im Stadtgebiet und für die Reaktivierung von Schienenstrecken definiert werden. Im Stadtbezirk Pelkum betrifft das konkret den Haltepunkt Selmigerheide an der Strecke Hamm – Dortmund sowie die Wiederaufnahme des Personenverkehrs auf der Hamm-Osterfelder-Bahn.

Dazu heißt es in der Vorlage: „Der NVP wird sich mit den Realisierungschancen für einen Haltepunkt im Bezirk Pelkum an der Dortmunder Strecke oder der Osterfelder Bahn beschäftigen, mit dem auch die südwestlichen Ortsteile an die Schiene angebunden würden.“ Hierzu werden der Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe und der Zweckverband Ruhr-Lippe in die Planung einbezogen.

Situation in Herringen

Auch in der Bezirksvertretung Herringen stieß die Fortschreibung des Nahverkehrsplans – allerdings ohne Diskussion – auf breite Zustimmung. Betroffen ist der Stadtbezirk an zwei Stellen: vom zeitnahen Ausbau der Linie 1 zu einer Metrobus-Linie sowie von der Reaktivierung der alten Schnellbuslinie 20 aus Richtung Bergkamen, die nicht mehr – wie derzeit noch – in Herringen enden, sondern bis zum Hauptbahnhof Hamm verlängert werden soll. Die S 20 gehört zu den Maßnahmen, die schon vor dem Jahr 2023 greifen sollen. Angedacht ist ein Start bereits nach den Herbstferien 2021.

Betriebskosten

Das alles kostet natürlich. Die neuen Verkehrs- und Tarifangebote werden, so die Stadt, eine spürbare Erhöhung der Betriebskosten mit sich bringen, die erfahrungsgemäß auch durch die erwarteten Fahrgastzuwächse nicht vollständig gedeckt werden kann. Schon jetzt liegt das Betriebskostendefizit bei vier bis sechs Millionen Euro im Jahr, was im Vergleich mit anderen Städten aber noch gering ist. Der NVP soll daher Möglichkeiten aufzeigen und bewerten, wie die zusätzlichen Aufwendungen zu tragen sind.

Zeitplan

Die Aufnahme der Arbeiten am NVP, der eng an den Masterplan Mobilität geknüpft ist, soll ab Herbst 2021 erfolgen, auch die Bürger werden beteiligt. Die Maßnahmen sollen voraussichtlich Ende 2023 umgesetzt werden.

Resonanz

In der Bezirksvertretung Pelkum stießen die Ideen auf breite Zustimmung. Christopher Magh (SPD) lobte insbesondere die kostenfreien Fahrten für Schüler, die bessere Taktung sowie die Anbindung des ländlichen Raums. Manuela Purwin-Bullert (Die Linke) bemängelte, dass Fahrpreiserhöhungen nicht ausgeschlossen werden und ein Wille zur Fahrpreissenkung nicht klar erkennbar sei. Anton Harling (CDU) verwies darauf, dass es wichtig sei, im Zuge von Bürgerbeteiligung einen klimafreundlichen und mobilitätserhöhenden Nahverkehrsplan aufzustellen. So sollten zum Beispiel auch Senioren kostenfreie Fahrten angeboten und Busse klimafreundlich umgerüstet werden.

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