Nagelneu und Made in Germany: RWE will Kraftwerk in Uentrop verkaufen

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Ein Ladenhüter? Der Pannenblock D soll verkauft werden.

Hamm - Auch im Zeitalter von Online-Plattformen und globaler Vernetzung sind manche Dinge schwierig an den Mann zu bringen. Kraftwerke zum Beispiel – so wie eines in Uentrop stehen.

884 Millionen Euro hat der Bau des Blocks D am Kraftwerk Westfalen einst verschlungen. Ans Netz gegangen ist die gigantische Anlage nie, und sie soll nunmehr verkauft werden. Brasilien, Kasachstan oder Kraftwerksbetreiber in anderen Nationen werden als potenzielle Käufer gehandelt. Zum Abschluss ist es aber bislang nicht gekommen.

Seit nunmehr 15 Monaten wird der im Volksmund auf „Pannenblock“ getaufte Anlagenteil angeboten. Angeblich will die RWE auf diesem Wege 50 Millionen Euro erlösen. „Und wir sind weiterhin zuversichtlich und guter Dinge“, sagte vor wenigen Tagen ein Unternehmenssprecher auf WA-Anfrage. Man befinde sich in Gesprächen mit Kaufinteressenten, Zählbares sei aber derzeit nicht zu verkünden.

Parallel streitet die RWE mit dem Kraftwerkserbauer Erbauer Alstom (der später zu General Electric wurde) über mögliche Schadensersatzzahlungen. Mehr als 300 Millionen Euro will der Energieerzeuger von seinem Ex-Auftragnehmer einstreichen, weil der dafür verantwortlich gewesen sein soll, dass tagelang Salzsäure in Leitungssystemen stand und deshalb Bauteile verätzt wurden. Der seit 2012 schwelende Rechtsstreit befindet sich ebenfalls seit Februar 2017 in einer außergerichtlichen Phase. Über eine Mediation soll eine Einigung der beiden Prozessparteien erzielt werden. Das davor vor dem Essener Landgericht anhängige Gerichtsverfahren ist für die Dauer dieser Mediation ausgesetzt. Das bestätigte ein Gerichtssprecher auf WA-Nachfrage.

Während der Pannenblock D nie ans Netz ging und 2015 stillgelegt wurde, liefert der zeitgleich erbaute Schwesterblock E seit 2014 Strom. Mit dem Bau der gigantischen Anlage, die insgesamt mindestens 2,4 Milliarden Euro gekostet hat, war im Jahr 2008 begonnen worden.

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