Gericht fordert Stellungnahme

Hässlicher Taubenstreit in Bockum-Hövel in neuer Runde

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Symbolbild

Hamm – Der Streit um den Bockum-Höveler Taubenschlag geht in die nächste Runde. Diesmal sind Konsequenzen möglich.

Züchter Werner Kersting hat wieder Post vom Hammer Amtsgericht erhalten. Er kann nun innerhalb einer Woche eine Stellungnahme abgeben, dann wird das Gericht voraussichtlich ein Zwangsgeld festsetzen.

Nach wie vor drehen die Tauben ihre Runden über Körner- und Wellenbuschstraße. Offensichtlich hat Werner Kersting noch nicht auf das Urteil reagiert und einen Großteil seiner Tauben abgeschafft. Auch das angedrohte Zwangsgeld hat (noch) nichts bewirkt. Nun hat seine Nachbarin Melanie Meintrup einen weiteren Antrag gestellt, nachdem das Gericht ein Zwangsgeld festsetzen soll. Damit soll Werner Kersting gezwungen werden, das Urteil umzusetzen.

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Werner Kersting macht einfach weiter

Bereits vor über einem Jahr hat das Hammer Amtsgericht entschieden, dass Werner Kersting nicht mehr als 20 freifliegende Brieftauben in einer offenen und 20 weitere Tauben in einer geschlossenen Voliere halten darf. Seit über einem halben Jahr hat das Urteil Rechtskraft. Die Tauben sind immer noch da. Mehrfach hat Kersting gegenüber dem WA angekündigt, weitermachen zu wollen. Und das macht er auch, wie sich unsere Redaktion vor Ort ein Bild machen konnte.

Nach wie vor drehen zahlreiche Tauben über dem Grundstück ihre Runden. Sie sitzen auf dem Zaun zu Melanie Meintrups Grundstück. Terrasse, Vordach und Markise sind zugekotet, kleine und große Federn fliegen auf der Terrasse umher, die Dachrinne ist verschmutzt. Aufhalten möchte man sich in dem Garten nicht. Aus den Schlägen, die direkt auf der Grundstücksgrenze stehen, dringt lautes Gurren.

Rassentauben oder Brieftauben züchten

Bis zu 250.000 Euro Zwangsgeld möglich

Melanie Meintrup hofft nun, dass das Gericht bald das Zwangsgeld verhängen wird, damit die Mehrzahl der Tauben verschwinden. Dass es so schwierig sei, ihr Recht umsetzen zu können, hätte sich nicht gedacht.

Dabei komme eine Vollstreckung aus einem Unterlassungsurteil gar nicht so selten vor, machte eine Sprecherin des Hammer Amtsgerichtes auf Anfrage deutlich. Genaue Zahlen konnte sie nicht nennen, da darüber keine gesonderte Statistik geführt werde.

Wie hoch das Zwangsgeld gegen Werner Kersting ausfällt, hat das Gericht noch nicht entschieden. Maximal sind 250.000 Euro möglich. Allerdings ist das die im Gesetz genannte Höchstsumme. Freikaufen kann sich Kersting mit dem Zwangsgeld übrigens nicht. Er muss zahlen und die geforderte Menge Tauben trotzdem abschaffen. Zahlt er nicht, droht ihm Gefängnis – maximal zwei Jahre.

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