Nachgefragt zur Aktion "Sichere Häfen"

Wie geht es eigentlich den in Hamm lebenden Flüchtlingen?

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Hamm – Gerade erst haben die Grünen einen Antrag dazu gestellt, Hamm zum sicheren Hafen zu machen, auch Flüchtlinge aufzunehmen, die auf Booten über das Mittelmeer nach Europa kommen. Doch wie geht es den Flüchtlingen, die heute schon in Hamm leben?

WA.de hat mit dem Betreuungsleiter der Malteser von der Zentralen Unterbringungseinrichtung (ZUE) Hamm, Thilo Dieckmann, darüber gesprochen, wie sich das Leben dort entwickelt hat.

Wie ist die Lage in der Unterbringungseinrichtung in Hamm? 

Thilo Dieckmann: Wir merken, dass wir seit eineinhalb bis zwei Jahren stabile Zahlen haben. Nicht vergleichbar mit 2015 und Anfang 2016, wo wir eigentlich fest 700 Leute hatten. Da wurden die Asylsuchenden relativ schnell – innerhalb von drei bis vier Wochen – kommunal zugewiesen, weil Massen nachgedrückt sind, vergleichbar mit einer Drehtür. Jetzt ist die Verweildauer länger, da weniger nachkommen. Sie kann bis zu einem halben Jahr dauern. Aktuell sind wir ungefähr 450. Das ist eine gute Zahl.

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"Ein relativ entspanntes Arbeiten"

Wie hat sich die Malteser-Arbeit während der Jahre verändert?

Dieckmann: Für uns ist es jetzt ein relativ entspanntes Arbeiten. Zum einen bleiben die Asylsuchenden länger, das vereinfacht den Beziehungsaufbau. Wir können Angebote schaffen, um den Menschen die Zeit hier so angenehm wie möglich zu gestalten – es geht dabei um das betreuerische Angebot und integrative Maßnahmen. Damals ging es mehr um das klassische Versorgen, Impfen und so weiter. Wir Malteser als Betreuungsverband versorgen die Leute und machen Angebote, so dass die Zeit hier in Deutschland sinnvoll und angenehm ist.

Thilo Dieckmann

Wie können Interessierte helfen? 

Dieckmann: Wir brauchen Kleiderspenden. Wir haben eine Kleiderkammer, aber auch da müssen wir immer wieder Sachen nachkaufen. Zum Beispiel Herrenkleidung in kleinen und mittleren Größen. Auch Schuhe sind ein Thema. Was wir wirklich immer gebrauchen können: Wir haben Flüchtlinge hier, die sind körperlich nicht so gut beieinander, dementsprechend wären Rollstühle oder Rollatoren als Spenden großartig. Und wir haben 100 Kinder unter sechs Jahren hier. Da helfen uns Babywannen oder Kinderwagen. Auch freuen wir uns über Ehrenamt. Uns ist wichtig, dass wir unser betreuerisches Angebot an die Bedürfnisse anpassen. Wir haben zwar Standards, aber sind für zusätzliche Angebote offen.

Wer helfen möchte ...

... kann sich an Samia Asstitouh und Ahmad Elias von den Maltesern wenden: unter der Telefonnummer 0160/92513545 oder 02381/8770543 oder einfach eine E-Mail an ehrenamt.hamm2@malteser.org senden.

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