Doch noch Nachfolge für „Kaktusblüte“

Neue Beratungsstelle für Betroffene von sexueller Gewalt

Engagieren sich in der neuen Beratungsstelle: Die Outlaw-Mitarbeiterinnen Melina Neuperger (vorne) und Ina Schädlich.
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Engagieren sich in der neuen Beratungsstelle: Die Outlaw-Mitarbeiterinnen Melina Neuperger (vorne) und Ina Schädlich.

Anfang März ist in Hamm ein neues Beratungsangebot an den Start gegangen: Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, die von sexueller Gewalt betroffen sind, können in der Beratungsstelle für Betroffene von sexueller Gewalt unkompliziert Rat und Hilfe suchen. Sie wird von der Outlaw gGmbh geführt.

Hamm - In der Beratungsstelle steht Sozialpädagogin Melina Neuperger, die auch eine traumapädagogische Zusatzausbildung hat, den Ratsuchenden zur Seite, vertraulich, auf Wunsch anonym und unter Wahrung der Schweigepflicht. Ihre Vertretung übernimmt die Sozialarbeiterin und systemische Therapeutin Ina Schädlich.

So neu wie von der Stadt verkauft ist das Angebot aber nicht, denn die Beratungsstelle tritt die Nachfolge des Vereins Kaktusblüte an, der seinen Geschäftsbetrieb Ende 2019 eingestellt hat. Die Leiterin der Beratungsstelle, Anne Mussenbrock, ging in Ruhestand, und die Suche nach einer Nachfolge verlief erfolglos.

Outlaw war schon einmal als Träger im Gespräch

Die Stadt setzte damals nach einem Beschluss des Jugendhilfeausschusses auf dezentrale Angebote verschiedener Träger, Prävention, verbesserte Diagnostik und Fortbildung. Nun wird doch in eine zentrale Anlaufstelle investiert – die Outlaw gGmbh war auch 2019 schon als Träger im Gespräch.

Aus dem politischen Umfeld war es nach dem Aus der Kaktusblüte weitgehend still geblieben. Monika Simshäuser (SPD) sagte damals: „Diese Beratungsstelle ist so sinnvoll und notwendig, dass wir sie nicht aufgeben können.“

Auch Angehörige können sich im Verdachtsfall melden

Nicht nur unmittelbar Betroffene, sondern auch Angehörige, Bezugspersonen oder Freunde können sich melden, wenn sie den Verdacht haben, dass jemand aus ihrem Umfeld von sexueller Gewalt betroffen sein könnte. „Missbrauch geschieht im Verborgenen. Oft hilft es Betroffenen genauso wie Angehörigen, sich bei einem Verdacht erst einmal auszutauschen, um dann einen Weg zu finden, wie man weiter handeln kann“, berichtet Melina Neuperger. „Mit direkt Betroffenen erarbeiten wir konkrete Hilfemöglichkeiten und überlegen, welche nächsten Handlungsschritte notwendig sind, um ihre Situation zu verbessern.“

Gemeinsam mit den Ratsuchenden erarbeitet Melina Neuperger Lösungen und vermittelt bei Bedarf an weitere Hilfsangebote – das Tempo und die einzelnen Schritte bestimmen dabei die Betroffenen selbst. Neben der Beratung von Betroffenen und Angehörigen gehört Netzwerkarbeit zu den Aufgaben der Beratungsstelle: Über Schulungen und Informationsveranstaltungen können Fachkräfte aus anderen pädagogischen Bereichen wie Lehrer oder Erzieher sensibilisiert und unterstützt werden.

Per Telefon, Mail und persönlich erreichbar

Unter der Telefonnummer 0151/12962346 sind die Mitarbeiterinnen der Beratungsstelle werktags von 9 bis 16 Uhr für Ratsuchende erreichbar – ebenso per Mail an ibo@outlaw-ggmbh.de. Zudem gibt es ein vertrauliches Kontaktformular unter www.outlaw-ggmbh.de. Auch persönliche Termine sind unter Berücksichtigung der geltenden Corona-Maßnahmen nach Vereinbarung im Büro an der Feidikstraße 19 oder an einem neutralen Ort möglich.

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