"Hamm von morgen"

Nachbarschaftshilfe per App? SPD will Hammer stärker vernetzen

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Der SPD-Fraktionsvorsitzende Justus Moor (links) und Hamms SPD-Chef Marc Herter.

Hamm - Die SPD treibt ihre Initiative "Hamm von morgen" mit einem "Zukunftsplan Digitalisierung" weiter voran.

In Zukunft kommunizieren wir über digitale Plattformen mit unseren Nachbarn, wenn es darum geht, am Wochenende den Rasenmäher zu verleihen oder für die Oma von nebenan eine Tüte Milch aus dem Supermarkt mitzubringen. So zumindest stellt sich die SPD das „Hamm von morgen“ vor. Die Genossen haben einen „Zukunftsplan Digitalisierung“ veröffentlicht. Neben vielen Ideen, die erst in einigen Jahren umzusetzen sein dürften, gibt es auch Maßnahmen, die kurzfristig realisiert werden sollen.

Hamm-App

Über eine Hamm-App sollen Bustickets, Eintrittskarten für Freizeiteinrichtungen wie das Kino oder Dienstleistungen gebucht werden können. Darüber hinaus soll bald möglich sein, Strafmandate mobil zu bezahlen, Mängel zu melden oder beispielsweise das Auto umzumelden. „Das soll keine App für Touristen werden, sondern den Bürgern einen wirklichen Mehrwert bieten“, sagt Hamms SPD-Chef Marc Herter. Ferner soll die Internetseite der Stadt überholt werden.

Vernetztes Quartier

Um die Kommunikation untereinander zu stärken, sollen über eine digitale Plattform Netzwerke eingerichtet werden, die Kontaktmöglichkeiten zu Menschen in der Nachbarschaft bieten. „Das ist ein Weg zu mehr Zusammenhalt, Austausch und Solidarität“, heißt es in dem Papier. Digitale Kommunikation sei nicht automatisch weniger Kommunikation. Junge Menschen sollen als „digitale Lotsen“ dabei helfen, dass Ältere nicht abgehängt werden.

Digitale Verwaltung

Geht es nach den Genossen, sollen möglichst viele Behördengänge auch online zu erledigen sein. Die dezentralen Bürgerämter blieben trotzdem erhalten. Mitarbeiter der Stadt sollen flexibler arbeiten können – auch von zu Hause. Darüber hinaus plant die SPD, Bürgern und Unternehmen viele Daten, die ohnehin erhoben werden, zur Verfügung zu stellen. „Verwaltung funktioniert im Moment so, dass alles geheim gehalten wird. Das müssen wir umdrehen und alle Daten, die nicht personenbezogen sind, transparent machen“, sagt der Fraktionsvorsitzende im Rat, Justus Moor. Mit einem Prüfauftrag im Ausschuss für Stadtentwicklung und Verkehr sei der erste Schritt getan. Mit Verkehrsdaten könnten Studenten in Zukunft beispielsweise intelligente Ampelsysteme entwickeln.

SPD sammelt 230 Bürger-Ideen

Wie all diese Maßnahmen bezahlt werden sollen? Dazu bleiben die Genossen vage. „Geld ist kein taugliches Argument“, sagt Herter lediglich. Er sieht den Breitbandausbau und die Schaffung von vernetzter Infrastruktur als selbstverständliche staatliche Aufgabe. Führt diese Vernetzung aber zu einer Verbesserung der Lebenswirklichkeit der Hammer? Wenn es nach der SPD geht, ja. „Das muss man sich leisten. Wir können es uns jedenfalls nicht leisten, diesen Weg nicht zu gehen“, meint Moor.

Beteiligung

Auf der Internetseite hammvonmorgen.de ist der „Zukunftsplan Digitalisierung“ einsehbar und zur Bearbeitung freigegeben.

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