Übler Müll am Erlenbach

Wut-Video eines Bauern: CDU sieht Stadt in der Pflicht

Eine üble Brühe fließt durch den Erlenbach: Das Wasser und der Müll darin kommen aus einer Regenwasserbehandlungsanlage.
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Eine üble Brühe fließt durch den Erlenbach: Das Wasser und der Müll darin kommen aus einer Regenwasserbehandlungsanlage.

Mit einer Anfrage greift die CDU-Ratsfraktion die bestehenden Umweltprobleme am Erlenbach in Bockum-Hövel auf. „Hier werden ungeklärte Abwässer eingeleitet. Dazu muss die Stadtverwaltung detailliert Stellung beziehen“, verlangen Fraktionsvorsitzender Arnd Hilwig und CDU-Ratsherr Peter Oberg.

Hamm – Der Werner Landwirt Johannes Laurenz, der auch in Bockum-Hövel Felder bewirtschaftet, hatte in der vergangenen Woche mit einem Video dokumentiert, dass links und rechts am Erlenbach in den Büschen immer wieder Binden, Kondome und Toilettenpapier hängen bleiben, die von dem Regenrückhaltebecken an der Stockumer Straße in den Erlenbach geleitet werden.

In den Tagen nach der Veröffentlichung seines Videos hatte Laurenz viele Reaktionen auf die „Sauerei“ erhalten. „Das Video ist mehrere tausend Male geteilt worden“, sagt er auf Nachfrage unserer Zeitung. Dass das Thema inzwischen auch die Hammer Kommunalpolitik erreicht hat, freut ihn. Denn das Problem mit dem Zivilisationsmüll, der an den Bachrändern hängen bleibt, gibt es nicht nur am Erlenbach. „Das Problem gibt es im ganzen Land“, so Landwirt Laurenz. Das habe er an den zahlreichen Rückmeldungen auf sein Video gemerkt: „Ich habe viele Reaktionen von Bürgern erhalten, die meinen Ärger sehr gut verstehen konnten.“

Der Hammer CDU-Fraktionsvorsitzender Arnd Hilwig will das Thema nun auch politisch behandeln: „Nach dem Wasserhaushaltsgesetz ist das Einleiten von Abwässern in Flüsse und Gewässer grundsätzlich verboten. Nur unter sehr engen Voraussetzungen kann das überhaupt genehmigt werden.“ Daher hat die CDU Fraktion nun einen Fragenkatalog entwickelt, den die Verwaltung beantworten soll. Konkret will die CDU-Ratsfraktion wissen: „Liegt für die Anlage eine wasserrechtliche Genehmigung für die Einleitung ungeklärter Abwässer vor?“ Darüber hinaus soll die Verwaltung mitteilen, wie „häufig und in welchem Umfang in den vergangenen fünf Jahren es zu solchen Vorgängen an der Regenrückhaltung an der Stockumer Straße und anderen entsprechenden Anlagen gekommen ist.

Außerdem soll die Stadtverwaltung darlegen, wer für die Reinigung verschmutzter Uferbereiche verantwortlich ist und welche Maßnahmen ergriffen werden, um den Eintrag von Feststoffen verhindern. „Zugleich regt die CDU an, zu prüfen, ob die Anlagen so angepasst werden können, dass derartige Umweltprobleme in Zukunft nach Möglichkeit unterbunden werden“, sagt Peter Oberg, der umweltpolitische Sprecher der CDU-Ratsfraktion.

Oberg habe „vollstes Verständnis“ für den Ärger der anliegenden Landwirte, von denen die Einhaltung guter fachlicher Praxis und hoher fachlicher Standards bei der Bewirtschaftung ihrer Felder und dem Gewässerschutz verlangt werden.

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