Oberbürgermeister macht sich stark für Islamunterricht an Schulen

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Die religiöse Unterweisung in die islamische Religion will Hamms Oberbürgermeister nicht den Koranschulen überlassen.

Hamm - Ungeachtet der juristischen Niederlage von Islamrat und dem Zentralrat der Muslime (ZMD) am Donnerstag vor dem Oberverwaltungsgericht (OVG) in Münster hält Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann weiterhin an dem Ziel fest, islamischen Religionsunterricht fest in die Lehrpläne der Schulen zu installieren.

„Wir brauchen den islamischen Religionsunterricht als Angebot an unseren Schulen“, sagte der CDU-Politiker. „Allerdings brauchen wir auch die staatliche Kontrolle darüber.“ 

Die religiöse Unterweisung in die islamische Religion dürfe nicht den Koranschulen überlassen werden. Nur wenn man den Islamunterricht in die Schule hole, sei gewährleistet, dass die Inhalte auch das Grundgesetz der Bundesrebublik Deutschland widerspiegeln. Dazu sei es sicher notwendig, dass es in Zukunft mehr staatlich ausgebildete Islamlehrer gebe. Es sei seiner Meinung nach auch nichts dagegen einzuwenden, dass die Inhalte des islamischen Religionsunterrichts mit den unterschiedlichen Islamorganisationen abgestimmt werden. „Sie dürfen aber nicht alleine über die Lehrinhalte entscheiden. Die Kontrolle muss beim deutschen Staat bleiben“, sagte Hunsteger-Petermann. 

Landesregierung hält am Unterrichtsfach fest

Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) stellte am Donnerstag nach dem Urteil, das grundsätzliche Bedeutung hat, klar, dass die Landesregierung weiterhin das bekenntnisorientierte Unterrichtsfach anbieten wolle. Das sei notwendig angesichts von landesweit fast 400.000 muslimischen Schülern. Die konstruktive Zusammenarbeit mit dem Islamrat und dem Zentralrat der Muslime in einem Beirat solle bestehen bleiben. 

Das OVG hatte die Klage der beiden Dachorganisationen gegen das Land NRW abgewiesen. Diese seien keine Religionsgemeinschaften und hätten keinen Anspruch gegen das Land auf allgemeine Einführung islamischen Religionsunterrichts an öffentlichen Schulen. Islamischer Religionsunterricht wird landesweit bereits an etwa 230 Schulen unterrichtet. Darunter sind auch in Hamm einige Schulen, zum Beispiel das Märkische Gymnasium im Hammer Westen, sagte Rathaus-Sprecher Tom Herberg.

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