Müllvermischung statt -trennung

Müllwagenfahrer setzt nach Streik Mülltrennung einfach mal aus

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Was ein Müllwagenfahrer am Freitag an der Müllverberennungsanlage - hier nur ein Symbolbild - anlieferte, passte nicht zusammen.

Hamm - Gut gemeint ist nicht immer gut gemacht. Das musste jetzt ein Müllwagenfahrer des Abfallwirtschafts- und Stadtreinigungsbetriebs Hamm (ASH) erfahren. Er hatte am vergangenen Freitag auf seiner Tour in Süddinker die am Straßenrand stehenden Restmüll- und Papiertonnen zusammen geleert und die zuvor sorgsam in den beiden Tonnen sortierten Müllarten in seinem Fahrzeug zur Müllverbrennungsanlage gefahren.

„Das geht gar nicht“, machte auf WA-Nachfrage ASH-Leiter Reinhard Bartsch deutlich. Er habe mit dem Fahrer den Vorfall besprochen. „Seine Motive waren so idiotisch wie idealistisch.“ Er habe den Bürger und seine Kollegen entlasten wollen. Denn die Papiertonne war an dem Mittwoch zuvor wegen des Streiks beim ASH stehen geblieben. „Damit hat er uns einen Bärendienst erwiesen“, so Bartsch. Dem ASH sei es wichtig, dass der Müll in den unterschiedlichen Behältnissen getrennt gesammelt wird. 

Bartsch: „Mit den Wertstoffen verdienen wir Geld, für den Restmüll müssen wir zahlen.“ Somit sei durch die unbedachte Aktion des Fahrers den Stadtwerken auch ein wirtschaftlicher Schaden entstanden. Dieser falle allerdings nicht sehr hoch aus, denn der Fahrer habe nach eigenen Angaben nur circa 30 Papiertonnen geleert. Gleichwohl müsse der Fahrer mit arbeitsrechtlichen Konsequenzen rechnen. „Auch als Zeichen, dass wir so etwas nicht dulden.“ 

Aufmerksame Bürger melden sich

Aufgefallen war die Aktion einigen Bürgern in Süddinker, die sich an den FDP-Bezirksvertreter Udo Reins gewandt hatten. „Gilt bei Streik plötzlich keine Mülltrennung mehr?“, fragte sich der liberale Bezirksvertreter in einer Mitteilung an den WA. Daher wolle er wissen, wer angeordnet habe, dass der Müll zusammen entsorgt werde.

„Auch in Streiksituationen muss Transparenz gelten. Man kann den Bürgern nicht erzählen, dass sie ihren Müll zu trennen haben, dann aber als städtisches Unternehmen selbst so sorglos mit den Regelungen umgehen“, heißt es in seiner Mitteilung.

"Einzelne Aktion eines Fahrers"

Sorglos gehe der ASH nicht mit den Regelungen um, hieß es von Bartsch. Das habe niemand angeordnet, es sei die einzelne Aktion eines Fahrers gewesen. Auch bei Streik gelten keine anderen Regeln. Müll, der durch den Streik nicht abgeholt wurde, werde bei der nächsten Abfuhr eingesammelt.

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