Prozess um Fall in Hamm

Nach Salzsäure-Angriff: Angeklagter bestreitet die Tat

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Hamm/Dortmund - Vor dem Dortmunder Landgericht wird in zweiter Instanz gegen einen Mann aus Süddeutschland verhandelt, der an einem Säureanschlag auf einen Hammer beteiligt gewesen sein soll.

Zu Prozessbeginn erklärte sein Verteidiger Karsten Possemeyer gestern: „Das Urteil des Amtsgerichts Hamm ist nicht haltbar. Jegliche Tatbeteiligung wird vehement bestritten.“ Das Amtsgericht hatte den heute 49-jährigen Handwerker zu einer Bewährungsstrafe von 16 Monaten verurteilt.

In zweiter Instanz erhofft er sich einen Freispruch. Zusammen mit einem mittlerweile gestorbenen Bekannten soll er aus dem fränkischen Eisingen im November 2012 nach Hamm gereist sein, um sich für eine Liebesabfuhr an einer Hammerin und ihrem Partner zu rächen.

Zwei vermummte Männer klingelten in Herringen an einer Doppelhaushälfte. Ein Mann öffnete, die Maskierten schütteten ihm Salzsäure aus einem Fläschchen ins Gesicht. Die Attacke traf nicht die Frau oder ihren Lebensgefährten, sondern einen unbeteiligten Nachbarn. Er wurde schwer verletzt.

Enttäuschte Sex-Hoffnung mit Salzsäure-Angriff gerächt

Mehr als fünf Jahre sind seitdem vergangen. Eine zweifelsfreie Aufklärung erscheint ausgesprochen schwierig. Es gibt keine verlässlichen Zeugenaussagen. Wichtiges und einziges Beweismittel ist offenbar ein Schal, den einer der Vermummten versehentlich am Tatort zurückgelassen hatte. Hier fand die Polizei DNA-Spuren von dem mittlerweile gestorbenen Bekannten des Angeklagten, der in der Tatzeit bei diesem und seiner Mutter gelebt hatte.

Die betagte Mutter hatte ihrem Sohn und dessen Freund jedoch für den Tattag ein Alibi gegeben – die beiden Männer hätten zur fraglichen Zeit im Wohnzimmer gesessen, Bier getrunken und Radio gehört. Mit der Befragung von Zeugen wird der Prozess fortgesetzt.

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