Nach der Kommunalwahl

Grüne wollen in Hamm Königsmacher sein - Kleine Parteien vorsichtig

Hammer Grüne mit Arnela Sacic während der Wahlparty im Kurhaus.
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Hammer Grüne mit Spitzenkandidatin Arnela Sacic während der Wahlparty im Kurhaus.

Die Grünen wollen in Hamm mitregieren. „Die Groko wäre eine Fortsetzung der Politik der letzten Jahre. Wenn Marc Herter das macht, wäre nichts mit Aufbruch“, sagt Arnela Sacic, Grünen-OB-Kandidatin.

Hamm – „Das Wahlergebnis ist ein klares Zeichen dafür, dass die Bürger in Hamm einen Wechsel wollen“, glaubt Arnela Sacic. Herter hatte damit geworben, als SPD-Oberbürgermeister für einen Aufbruch zu sorgen. Sacic gibt sich zuversichtlich, dass die Grünen an einer Regierung beteiligt wären. „An uns führt kein Weg vorbei.“

Das Wahlergebnis vom Sonntag lässt mehrere mögliche Koalitionen zu: Neben einer großen Koalition aus SPD und CDU ist das beispielsweise eine Koalition aus Grünen und SPD. Sie hätte eine hauchdünne Mehrheit von einem Sitz – und das nur, wenn Herter die Stichwahl ums Oberbürgermeisteramt gewinnt. Stabiler wäre ein Trio, bei dem die Linke mitregiert.

Eine Mehrheit der Ratssitze hätte auch ein Bündnis aus FDP, Grünen und CDU – ebenfalls mit einer Stimme, wenn der amtierende Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann die Wahl gewinnt.

Vertreter von den Linken und der FDP sind sich nicht sicher, ob die große Koalition nicht doch fortgesetzt wird. „Die Groko hätte immer noch eine stabile Mehrheit“, sagt etwa Ingo Müller, der als OB-Kandidat der FDP angetreten war. Das Wahlergebnis interpretiert er nicht als Schlappe der Groko, sondern als Niederlage der CDU. Schuld daran sei unter anderem die Kampagne der Christdemokraten. „Damit hat die CDU zwar erreicht, dass die ganze Stadt darüber spricht – aber nicht im Positiven“, sagte er.

Selda Izci von der Linken ärgerte sich vor allem über die geringe Wahlbeteiligung. „Es ist erschreckend, wenn nur 50 Prozent der Wahlberechtigten auch wählen gehen“, sagte sie.

SPD, FDP und Grüne geben derzeit keine Wahlempfehlung für die Stichwahl ab. „Unsere Wähler sind in der Lage, zwischen den Kandidaten zu unterscheiden und selbst eine Entscheidung zu treffen“, sagte Sacic. Auch darüber, mit wem ihre Partei koalieren sollte, sprechen Vertreter noch nicht. „Wir warten erst einmal die Stichwahl ab und gehen davon aus, dass man dann gegebenenfalls auf uns zukommen wird“, sagte Müller.

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