Folgenschwerer Ausflug

Horrorverletzung: Noah Jonas stürzt auf Mountainbike im Lippepark und warnt - Appell an Stadt, nachzubessern

Noah Jonas nach seinem Unfall auf der Mountainbikestrecke im Lippepark
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Nach seinem Horror-Sturz auf der Mountainbikestrecke im Lippepark trägt Noah Jonas an beiden Armen Gips.

Ein Ausflug in den Lippepark hatte für Noah Jonas fatale Folgen. Er möchte, dass anderen Nutzern ein ähnliches Schicksal erspart bleibt und gibt daher Tipps.

Herringen – Der 3. Oktober wird Noah Jonas wohl noch lange in schmerzhafter Erinnerung bleiben: Ein Ausflug zum Mountainbikeparcours im Lippepark hatte für den 13-Jährigen dramatische Folgen. Vier Wochen später möchte er, noch immer von seinen schweren Verletzungen gezeichnet, allen Nutzern raten, die Strecke mit Respekt anzugehen und das eigene Können nicht zu überschätzen. Und: Aus seiner Sicht wäre es auch hilfreich, wenn die Stadt vor allem die rasante Abfahrt mit Hinweisen versehen würde.

„Eine tolle Anlage“

Noahs Vater Torsten bezeichnet seinen Sohn als „durchaus erfahrenen Mountainbiker“. Von seinem Kommuniongeld habe er sich sein erstes Mountainbike gekauft und in Winterberg sogar einen „Mountainbike-Führerschein“ gemacht. Danach sei er regelmäßig im Heessener Wald und auf der Halde Sachsen unterwegs gewesen. Ende September besuchte Noah zusammen mit seinem Vater erstmals den Mountainbikeparcours im Lippepark. Vorsichtig habe er ihn, wie der Gymnasiast sagt, erkundet. „Ich war total begeistert. Eine tolle Anlage“, so der 13-Jährige.

Und die wollte er am 3. Oktober, einem der letzten schönen Spätsommertage, dann auch seinem zehn Jahre alten Bruder Lewin zeigen – bis es gegen 11.30 Uhr zu dem fatalen Sturz am ersten kleinen Hügel nach der Abfahrt kam.

Mehrere Verletzungen

An den Unfall selbst kann sich Noah nicht mehr richtig erinnern, auch nicht daran, ob dem möglicherweise ein Fahrfehler vorausgegangen war. Fakt ist aber, dass der Heessener aus circa drei Meter Höhe – so hoch springen die Fahrer – unsanft auf den Boden knallte. Die Bilanz: Ein Schädel-Hirn-Trauma, ein gebrochener Ellenbogen links, eine gebrochene Elle und eine gebrochene Speiche am rechten Handgelenk, Schürfwunden im Gesicht und jede Menge blaue Flecken. Zum Glück hatte Noah einen Helm auf. Der brach bei dem Sturz zwar ebenfalls, hat aber wohl noch Schlimmeres verhindert. Insofern kann der 13-Jährige es nicht verstehen, dass etliche Nutzer des Parcours ohne Helm dort unterwegs sind – obwohl auch auf zwei Hinweisschildern auf das Tragen von Schutzkleidung hingewiesen wird.

Fünfeinhalb Stunden operiert

Bis zum Eintreffen der Sanitäter kümmerten sich sein Vater, sein Bruder und ein ihm unbekanntes Mädchen, bei dem sich Noah gerne bedanken möchte, um den Schwerverletzten. Noch am Abend wurde er im EVK fünfeinhalb Stunden lang operiert. Während der OP sei, wie Torsten Jonas berichtet, ein weiterer Jugendlicher eingeliefert worden. „Er war ebenfalls im Mountainbikeparcours gestürzt.“ Die Sanitäter hätten berichtet, dass dies keine Einzelfälle seien. Er selbst habe von dem Sturz seines Sohnes nichts mitgekommen. „Ich war mit Lewin vorausgefahren, allerdings von weiter unten.“

Nach fünf Tagen konnte Noah das Krankenhaus wieder verlassen. Er war aber, da er beide Arme in Gips hatte, komplett hilflos. Nicht einmal alleine essen habe er können, so der 13-Jährige. Auch für seine Eltern war dies eine schwere Zeit, denn aufgrund seines Alters bekamen sie keine Haushaltshilfe, mussten sich also freinehmen.

Mittlerweile kann Noah längst wieder lachen. Am Montag war er zum ersten Mal nach seinem Sturz wieder in der Schule, am Donnerstag muss er zum Röntgen. „Und ich hoffe, dass ich am Freitag beide Gipsverbände abbekomme.“ Nicht nur, dass er dann wieder seinen weiteren Hobbys wie dem Klavierspielen nachgehen wolle. Natürlich werde er auch wieder auf das mittlerweile reparierte Mountainbike steigen. „Und ich werde auf jeden Fall wieder in den Lippepark fahren.“ Allerdings werde er es dort in der ersten Zeit sicher ruhiger angehen lassen und auf große Sprünge verzichten.

Schutzausrüstung und mehr Hinweise

Allen Nutzern kann er nur raten, beim Befahren der Strecke eine Schutzausrüstung zu tragen und sich die einzelnen Elemente vorher genau anzugucken. Am Eingang steht zwar ein kleines Hinweisschild, auf dem farblich dargestellt ist, für wen die Teilstücke geeignet sind (ob für Anfänger, Fortgeschrittene oder Profis).

Dieser kleine Hinweis dürfte aber, so die Einschätzung von Noah und seinem Vater, nur von den wenigsten wahrgenommen werden. Und: Die Abfahrt, die Noah schließlich zum Verhängnis wurde, wird auf dem Schild als „Strecke für alle“ bezeichnet. Dem sei jedoch nicht so. „Sie ist nicht für jedermann geeignet.“ Zumindest sollte gekennzeichnet werden, wer von wo starten kann, bevor es in den eigentlichen Parcours geht, rät der Teenager. „Beispielsweise durch einen optischen Warnhinweis.“

Und: Vielleicht könnte ja an den Wochenenden ein erfahrener Mountainbiker den jungen Nutzern als Ansprechpartner oder Trainer zur Verfügung gestellt werden.

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