Auf Weg nach Hamm: Drogenkurier mit 6,8 Kilo Marihuana geschnappt

+
Die Aussicht auf schnell verdientes Geld ließ einen Niederländer alle Skrupel vergessen. Er betätigte sich als Drogenkurier.

Die Aussicht auf schnell verdientes Geld ließ einen Niederländer alle Skrupel vergessen. Er betätigte sich als Drogenkurier. In Bönen geriet der 40-Jährige in eine Kontrolle und die Fahnder entdeckten kiloweise Cannabis in seinem Kofferraum. 

Hamm/Unna/Bönen – Dieser Vorgang bescherte dem Mannzunächst U-Haft und nun ein Verfahren vor dem Schöffengericht in Unna. Er wollte mit seiner Freundin in den Niederlanden ein Festival besuchen und die Karten waren für den 40-Jährigen, der von Sozialleistungen lebte, nicht so einfach zu bezahlen. Da kam ihm das Angebot seines neuen Bekannten gerade recht. 

Für 200 Euro „Lohn“ sollte er am 10. Juli eine Fahrt über die Grenze nach Deutschland machen. Er wusste, dass es um Drogen ging. Welche Menge, das ahnte er vermutlich nicht. Er lieh sich das Auto einer Bekannten, traf sich mit dem Auftraggeber. Der sorgte für einen vollen Tank, ein Navigationsgerät und verschwand für 15 Minuten mit dem Wagen. 

Als er zurückkam, eskortierte er den Boten bis zur Grenze und informierte ihn später per Nachricht, wo die Reise hingehen sollte. Und zwar nach Hamm auf den Parkplatz eines Supermarktes. In Hamm kam der Kurier allerdings nicht an.

Hinweise per Google Maps

Auf der A2 wurde er raus gewunken und im Bereich des Pendler-Parkplatzes in Bönen kontrolliert. In seinem Kofferraum befanden sich rund 6,8 Kilo Marihuana. Den Ermittlern lieferte er schnell Hinweise auf seinen Auftraggeber, beschrieb dessen Wohnsitz sogar mit Hilfe von Google Maps. Leugnen, als Transporteur angeheuert worden zu sein, wollte er zu keinem Zeitpunkt. 

Vielmehr nutzte er die Zeit hinter Gittern, um Deutsch zu lernen und, noch wichtiger, um sein eigenes Drogenproblem in Angriff zu nehmen. Auch zeigte er sich einsichtig: „Ich habe einen großen Fehler gemacht. Es tut mir sehr, sehr leid. Ich werde so etwas nicht mehr tun.“ 

Therapie oder Gefängnis

Das frühe Geständnis und die Hinweise auf den Auftraggeber, nahezu sechs Monate U-Haft, die eigene Suchtproblematik und der Umstand, dass es sich bei den geschmuggelten Drogen um Marihuana und nicht um Heroin oder Kokain handelte, wirkten sich zu seinen Gunsten aus. Eindeutig strafschärfend mussten die große Menge, die ungewöhnlich gute Qualität des Marihuanas und etliche Vorstrafen ins Gewicht fallen.

Der Niederländer wurde zu zwei Jahren und elf Monaten Haft verurteilt. Allerdings kann die Verbüßung dieser Strafe zugunsten der von ihm angestrebten Therapie zurückgestellt werden.

Lesen Sie auch:

Wilde Verfolgungsjagd über A2: Auto-Dieb kracht gegen Streifenwagen und schließt sich ein

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare