Vorbereitung für Abriss der Kühltürme

Nach geplantem Aus für das Kraftwerk: Hammer „Wahrzeichen“ stehen vor Abriss

Die Kühltürme des Kraftwerks Westfalen
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Über Jahrzehnte ein prägendes Bild: Die drei Kühltürme des Kraftwerks. Sie gehörten einst zu den Kraftwerksblöcken A, B (die kleineren, links) und C (der hohe, rechts). Bald sollen sie abgerissen werden.

Seit Jahrzehnten prägen die drei Kühltürme des Kraftwerks nördlich der Lippestraße das Bild des Industriestandorts Uentrop – doch dabei bleibt es womöglich nicht mehr lange.

Uentrop – Seit Jahrzehnten prägen die drei Kühltürme nördlich der Lippestraße das Bild des Industriestandorts Uentrop – doch nicht mehr lange. Alle drei sollen bald abgerissen werden. Dazu gab der Kraftwerksbetreiber RWE jetzt Details bekannt.

Es ist gerade einmal ein einzelner Bagger, der einen Hinweis darauf gibt, dass Bewegung in die Sache gekommen ist. Schon im Sommer des vergangenen Jahres hatte RWE auf Anfrage unserer Zeitung entsprechende Gerüchte zum Abriss der Kühltürme bestätigt. Während RWE damals allerdings nur von „Überlegungen“ gesprochen hatte, ist das Vorhaben nun konkreter geworden. Fix ist die Entscheidung aber noch nicht. Anders sieht es mit dem Kraftwerk Westfalen aus: Es wird abgeschaltet.

Boden sehr weich: Kann man die Türme überhaupt abreißen?

Kürzlich haben auf dem riesigen Gelände rund um die Kühltürme Bodenarbeiten begonnen, die im Zusammenhang mit dem Abriss stehen. Die Tragfähigkeit des Bodens spiele beim Abrisskonzept der Kühltürme eine große Rolle – und die ist vor Ort eine ganz besondere. „Der humose Auenboden ist besonders weich“, so der Sprecher des Energiekonzerns. Wichtig seien die Erkenntnisse über den Boden, weil beim Abriss schwere Fahrzeuge zum Einsatz kommen würden und diese das Gelände natürlich befahren müssten. Und: „Wir würden nach dem Abriss große Mengen Beton vom Gelände abfahren, das muss auf sicheren Wegen passieren“, fügt er hinzu.

Ebenso wichtig sei die Bodenbeschaffenheit, damit auch bei den Kühltürmen selbst nichts Unvorhersehbares beim Abriss passiere und sie nicht beispielsweise in sich zusammenfielen. Nach den regenreichen Tagen zuletzt pausieren die Untersuchungen aktuell – zu aufgeweicht ist der Boden. Zudem ist der Grundwasserspiegel so nah an der Lippe hoch.

Wenn die Bodenuntersuchung abgeschlossen ist, geht es an die weitere Planung zum Abriss der Kühltürme. Grundsätzlich handele es sich derzeit noch immer nur um ein Abriss-Vorhaben, betont der Sprecher von RWE. Hintergrund: Die formale Entscheidung soll erst im Frühjahr getroffen werden. Erst wenn diese positiv ausfalle, könne es losgehen.

Sollte es so kommen, sieht die weitere Planung so aus: In diesem Jahr würden zunächst die beiden kleinen Ventilatorenkühltürme des ehemaligen Kraftwerkblocks A (siehe Infokasten) zurückgebaut werden – mechanisch mit einem Bagger. Beim großen Kühlturm von Block C wären die Arbeiten aufwendiger. Noch in diesem Jahr würde die Entkernung durchgeführt, bei der auch die für das Kühlverfahren wichtige Verrieselungsebene des Nasskühlturms entfernt werden würde. Der Abriss des höchsten der drei Türme würde erst im kommenden Jahr erfolgen – per Sprengung.

Fläche soll nach Abriss als Grünland dienen

Wann genau der Rückbau der drei Kühltürme erfolgen würde, steht noch nicht fest. „Wir müssen verschiedene Parameter beachten“, heißt es von RWE. Hintergrund ist, dass das Areal nördlich der Lippestraße an ein Fauna-Flora-Habitat-Gebiet angrenzt, das dem Schutz von Pflanzen, Tieren und Lebensraumtypen dient. Unter anderem müsse man die Brutzeit von Vögeln beachten.

Durch das angrenzende Naturschutzgebiet beantwortet sich die Frage nach einer Nachnutzung des Areals unterdessen fast von selbst. Es soll nach dem Abriss der Kühltürme künftig vermutlich als Grünland dienen, so der RWE-Sprecher. Dies entspreche auch dem politischen Willen und dem der Stadt.

Das Kraftwerk wurde in den 1960er Jahren gebaut - nun wird dort kaum noch Strom produziert, im Sommer soll ganz Schluss sein.

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