Bewegende Gastro-Zeiten im Hammer Süden

Pleite, Corona, Verwirrung: „Oriental Palast“ wird zum „Kaisergarten“

Der Oriental-Palast an der Werler Straße in Hamm galt lange als Besuchermagnet.
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Der Oriental-Palast an der Werler Straße galt lange als Besuchermagnet. Jetzt hat der Standort mit Problemen zu kämpfen.

Spannende Zeiten im Asia-Restaurant „Oriental Palast“ im Hammer Süden. Zwei Tage lang blieb die Küche kalt und die Türen verschlossen, seit Donnerstag ist das Lokal wieder geöffnet. In der Zwischenzeit hat der Inhaber gewechselt.

Hamm - Die bislang verantwortliche Liping GmbH ist ausgeschieden, nachdem ein vorläufiges Insolvenzverfahren eröffnet worden war. Schon im Vorfeld waren aber die Verträge mit einem Nachfolger geschlossen worden, der das Restaurant als „Kaisergarten“ fortführen möchte. Irritationen gab es um die zwischenzeitliche Schließung.

Die vorläufige Insolvenzverwalterin hatte am Mittwoch erklärt, sie habe in Rücksprache mit der Geschäftsführerin der Liping GmbH das Lokal schließen lassen, da die laufenden Kosten nicht zu bezahlen seien. Dass in der Zwischenzeit der neue Inhaber bereits tätig geworden war, sei ihr zunächst nicht mitgeteilt worden. Der Mietvertrag laufe seit Dienstag nicht mehr auf die Liping GmbH, sondern offenbar bereits auf den Nachfolger. Der frühe Zeitpunkt dieses Wechsels sei ihr unbekannt gewesen.

Die neue Geschäftsführung hatte ihre Kunden per Aushang darüber informiert, dass das Lokal wegen Reparaturarbeiten in der Küche am Dienstag und Mittwoch geschlossen sei. Wie eine Neueröffnung las sich das aber nicht: „Wir sind ab Donnerstag wieder wie gewohnt für Sie da“, hieß es dort. Von einem Inhaber-Wechsel war hier nicht die Rede. Technische Schwierigkeiten gebe es nur noch beim Kartenlesegerät, so dass nicht bargeldlos gezahlt werden könne, heißt es.

Dieser Aushang irritierte die Kunden im Hammer Süden.

Aus für Oriental Palast in Hamm: Es wird sich einiges ändern

Für den Gast hat sich auf den ersten Blick wenig verändert. Speisekarte und Öffnungszeiten sind jedenfalls zunächst unverändert. Das soll sich in der nächsten Woche aber ändern, hieß auf Nachfrage unserer Zeitung aus dem Restaurant.

Dem Oriental Palast waren durch die Corona-Krise in den vergangenen Monaten etliche Gäste ferngeblieben, sodass die notwendigen Einnahmen ausblieben. Dies führte die Liping GmbH schließlich in die Insolvenz. „Die Corona-Situation ist die Ursache für die finanziellen Schwierigkeiten“, erklärte die Anwältin. Die zwischenzeitliche Schließung der Gastronomie habe bereits ein großes Loch gerissen. Und auch nach der Wiedereröffnung habe das Restaurant nicht mehr die Zahlen schreiben können wie zuvor. „Es sind zuletzt deutlich weniger Gäste gekommen“, berichtet Heier. Nach Rücksprache mit der Geschäftsführerin werde dies auf die Corona-Krise zurückgeführt.

Aus für Oriental Palast in Hamm: zwei Monate komplett geschlossen

Von Mitte März mit Mitte Mai war das Restaurant komplett geschlossen. Anschließend startete die chinesisch-mongolische Küche zunächst mit einem Außerhaus-Verkauf. Hier fiel besonders der Wegfall des über die Stadtgrenzen hinaus bekannten Büfetts ins Gewicht. Der Kundenmagnet, das umfangreiche Büfett-Angebot nach dem Prinzip „All you can eat“, sei zunächst nicht erlaubt gewesen. Entsprechend seien sehr viele Gäste weggeblieben. Mit dem 1. Juli lief das Büffet unter Hygiene-Auflagen zwar wieder an, doch von den 200 Sitzplätzen im Lokal blieben weiterhin die meisten frei. Auch die großen Gesellschaften, früher eine feste Einnahmen für die Asiaten, blieben wegen Corona fern.

Einen schnellen Inhaber-Wechsel an diesem Standort hatte es übrigens bereits vor einem Jahr gegeben. 2019 meldete die Oriental Palast GmbH Insolvenz, die Liping GmbH übernahm. Ein Jahr später betrifft die Zahlungsunfähigkeit die Liping GmbH, dennoch springt umgehend wieder ein Nachfolger ein.

Aus für Oriental Palast in Hamm: Grundstück mit bewegter Geschichte

In direkter Nachbarschaft zu dem Restaurant in Berge hat vor wenigen Tagen der Schnäppchenmarkt „Action“ eröffnet. Auf Anhieb war es dort rappelvoll.

Das Grundstück an der Werler Straße 259 im heutigen Kreuzungsbereich nahe der Bahnlinie hat eine ereignisreiche Geschichte hinter sich. Ursprünglich stand hier an der viel befahrenen Bundesstraße eine Tankstelle. Es folgten zwei VW-Autohäuser, ein Fahrradgeschäft, ein Ein-Euro-Shop und zuletzt eine Tierhandlung. Seit einigen Jahren hielt sich dort das Restaurant mit asiatischen Speisen.

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