Nach Angriff auf Polizisten

Sicherheit auf der Meile: Viele Fragen, wenige Antworten

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Hamm – Vier Tage nach dem brutalen Übergriff auf vier Polizisten auf der Südstraße bleiben viele Fragen unbeantwortet. Gestellt wurden sie inzwischen allemal.

Der für den Fall zuständige Staatsanwalt in Dortmund war für eine Stellungnahme bislang nicht zu erreichen. 

Der Hammer Polizeipräsident Erich Sievert sagte gegenüber dem WA: „Es gibt keine Erkenntnisse auf Tatverdächtige aus Clanstrukturen.“

  • Was aber ist wirklich geschehen am vergangenen Samstagmorgen zwischen 3 und 4 Uhr?
  • Was sind die Hintergründe für den brutalen Übergriff auf vier Polizisten, die auf der „Meile“ ihre Freizeit verbrachten?
  • Wer sind die Täter?
  • Und was geschieht hier künftig in Sachen Sicherheit?

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Viele Fragen, wenige Antworten...

Der Blitz-Besuch von Innenminister Herbert Reul (CDU) am Montagabend im Polizeipräsidium sei ein reiner Fürsorgebesuch des Ministers gewesen, hieß es am Folgetag von der Polizei. Diese Besuche fänden immer ohne Öffentlichkeit statt.

Polizeipräsident Erich Sievert machte deutlich, die Polizei nähme die Sorgen und Ängste der Menschen ernst und werde ihnen das größtmögliche Sicherheitsgefühl geben. Dazu gehöre auch die Präsenz auf der „Meile“. „Wir werden auch weiter dort sein“, sagte Polizeisprecher Hendrik Heine.

Polizei hat keine auffälligen Zahlen

Die Zahl der zur Anzeige gebrachten Fälle von Körperverletzung und gefährlicher Körperverletzung zeige „nichts wirklich Auffälliges“. Demnach gab es von Juni bis August 2019 20 Delikte (nur Freitage und Samstage, 20 bis 6 Uhr, auch umliegende Straßen). 

Im Vorjahreszeitraum sind 23 Taten dokumentiert. Das entspreche in etwa einem Delikt pro Party-Abend.

Intensiver Austausch mit der Stadt

Mit der Stadt stehe man zum Thema Sicherheit in intensivem Austausch, teilte Sievert mit. Alle Vorschläge für weitere Maßnahmen werde man gemeinsam in den entsprechenden Gremien erörtern. In einem offenen Brief an den Polizeipräsidenten hatte Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann am Montagabend Stichworte wie eine Vorverlegung der Sperrstunde, die Einrichtung von Waffenverbotszonen, einen verpflichtenden Sicherheitsdienst und eine regelmäßige Konferenz der Gastwirte genannt.

Hunsteger-Petermann kann sich auch eine Videoüberwachung in den Betrieben und auf Privatgrund vorstellen. Teilweise gebe es diese auch schon. Im öffentlichen Raum ist sie bisher rechtlich nicht möglich.

Politiker schlagen mobile Wache vor

Marc Herter, MdL und Vorsitzender der HammSPD, und Justus Moor, SPD-Ratsfraktionsvorsitzender, bringen in einem Brief an den Polizeipräsidenten die Errichtung einer Wache auf der Südstraße ins Spiel.

CDU-Kreisvorsitzender Arnd Hilwig fordert die konsequente Anwendung des Strafrechts. Möglichkeiten für eine Videobeobachtung nach dem neuen Landespolizeigesetz müssten geprüft werden.

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