Innenminister hatte sich eingeschaltet

Nach Angriff auf der Meile: Polizisten-Schläger kurz vor einer Anklage

Einsatz auf der Meile in Hamm: Dort kam es zu einem Angriff auf Polizisten.
+
Einsatz an der Nassauer Straße auf der Meile: Hier wurden mehrere Polizisten in Zivil angegriffen.

Vier Verdächtige sollen aus einer Gruppe heraus Polizisten auf der Meile angegriffen haben. Eineinhalb Jahre nach dem Vorfall soll es nun bald zur Anklage kommen, erklärt die Staatsanwaltschaft.

Hamm – Nach einem Angriff auf vier Polizisten, die Ende August 2019 privat und in Zivil auf der Südstraße unterwegs gewesen waren, steht das Verfahren nun kurz vor der Anklage. Das sagte Staatsanwalt Jörg Schulte-Göbel auf Nachfrage unserer Zeitung. Dass es zu einer Anklage kommt, steht für ihn außer Zweifel. Es bestehe hinreichender Tatverdacht dafür. „Wer mit auf die Bank kommt, wird sich in den kommenden Tagen entscheiden“, so Schulte-Göbel. Zuletzt handelte es sich noch um vier verdächtige Personen, die aus einer größeren Gruppe heraus agiert haben sollen. Zwei von ihnen stritten über ihren Rechtsbeistand eine Tatbeteiligung ab.

Nachdem unmittelbar nach den Ereignissen nahe des Taxistands neben dem „Pirates“ zunächst wegen eines versuchten Tötungsdelikts ermittelt worden war, werden sich die mutmaßlichen Angeklagten nun wegen gefährlicher Körperverletzung verantworten müssen. Voraussichtlich wird vor dem Jugendschöffengericht verhandelt, denn zum Tatzeitpunkt waren die Beteiligten nicht über 21 Jahre alt.

Der Fall hatte für Aufsehen gesorgt, weil NRW-Innenminister Reul schnell zu einem Beistandsbesuch nach Hamm geeilt war, bei dem die beteiligten Polizisten gar nicht zugegen waren. Außerdem hatte es zunächst geheißen, ein Polizist sei im Zusammenhang mit einem früheren Delikt von einem der mutmaßlichen Angreifer wiedererkannt worden. Die Polizisten seien wegen ihres Berufsstandes angegriffen worden, hieß es in der ersten Pressemitteilung. Dem wurde später widersprochen.

Es folgten umfangreiche Handyauswertungen und auch ein öffentlicher Aufruf, Datenmaterial zur Verfügung zu stellen. Letzterer verlief ohne nennenswerten Erfolg. Dass ein Verfahren gefühlt so lange Zeit in Anspruch nimmt, ist angesichts der Zahl der Beteiligten, der Recherche, der Akteneinsicht der Anwälte und nicht zuletzt durch Corona-bedingte Einschränkungen nicht außergewöhnlich.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare