Vorstoß vom Ortsheimatpfleger

Nach Ärger um Müll: Zweiter Recyclinghof im Bezirk Uentrop als Lösung?

Nach der Müllsammlung in Hamm-Norddinker bei Aktion Frühjahrsputz präsentierten die Ehrenamtlichen den rund um die Dörfer gesammelten Abfall.
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Als voller Erfolg begonnen: Nach der Müllsammlung präsentierten die Ehrenamtlichen den rund um die Dörfer gesammelten Abfall.

Die fleißigen Helfer der stadtweiten Aktion Frühjahrsputz waren in Norddinker zunächst auf ihrem Müll sitzengeblieben. Der Ärger hätte sich vielleicht durch einen zweiten Recyclinghof vermeiden lassen.

Norddinker – Der Frust um die nicht abgeholte Anhänger-Ladung Müll sitzt bei einigen Ehrenamtlichen aus Norddinker tief. Auch ein Monat nach ihrem Beitrag zur stadtweiten Aktion Frühjahrsputz ist das ein Thema. Ortsheimatpfleger Dirk Krämer war verärgert über das Verhalten des Abfall- und Stadtreinigungsbetriebs Hamm. Ob er noch einmal die Aktion in Norddinker organisiert, lässt er offen. Seiner Meinung nach könnten solche Probleme aber künftig vermieden werden. Sein Stichwort: ein zweiter Recyclinghof in der Stadt. Alternativ könnte er sich auch ein „interkommunales Angebot“ vorstellen. Die Deponie in Scheidingen im Kreis Soest ist nicht weit.

8-Tonnen-Anhänger komplett voll mit Müll

Rund 60 Ehrenamtliche aus Norddinker beteiligten sich im April an der stadtweiten Aktion Frühjahrsputz und sammelten im ländlichen Osten der Stadt achtlos weggeworfenen Müll. Sie waren so erfolgreich, dass sie einen 8-Tonnen-Anhänger füllten. Die Masse und die großen Stücke Unrats bereiteten den ASH-Mitarbeiter ein Problem beim Umladen in den eigenen Container. Nach ärgerlichem Hin und Her gelang es dann doch, und der Müll wurde nicht, wie angekündigt, dem OB vor die Haustür gekippt.

Das Abholen hätte der ASH auch einfacher haben können. Krämer hatte die Aktion angemeldet und um einen Container an der alten Schule in Norddinker gebeten. Den hätten die Ehrenamtlichen direkt befüllt. Doch er erhielt eine Absage. Demnach befürchtete der ASH, dass Leute ihren Privatmüll dort entsorgen könnten. So etwas schließt Krämer in Norddinker aus. Hier kennt jeder jeden.

Recyclinghof zu weit von Norddinker entfernt

Der ASH hatte vorgeschlagen, doch gleich mit dem privaten, vollen Anhänger zum Recyclinghof nach Bockum-Hövel zu fahren. Der Hänger ist aber eigentlich nur für den landwirtschaftlichen Betrieb im Einsatz. Mit dem Trecker dann einmal quer durch die Stadt zu tuckern, erschien den Ehrenamtlichen als Zumutung. Rund 16 Kilometer oder einmal quer durch die Stadt ist es von Norddinker bis zum Recyclinghof Am Lausbach.

„Zu weit“, meint Krämer. Hätte es schon einen zweiten Recyclinghof gegeben, hätte die Sache möglicherweise anders ausgesehen. Das ist Krämers Ansatz und Aufruf an die Entscheidungsträger, endlich einen Standort zu finden. „Es wäre besser, wenn es einen im Hammer Osten gäbe oder im Süden“, sagt er.

Lange Wartezeiten in Bockum-Hövel

Aus eigener Erfahrung weiß er, dass durch die Fahr- und Wartezeit in Bockum-Hövel gut drei Stunden vergehen können, bis er seinen Unrat beim Recyclinghof entsorgt hat. Lange Wartezeiten sind immer wieder ein Ärgernis.

Für die Einwohner des ländlichen Ostens liegt die Deponie in Scheidingen nur einige Minuten entfernt. Wenn Hamm und der Kreis Soest interkommunal zusammenarbeiten würden, könnten die Hammer ihren Müll auch dort entsorgen, sagt Krämer ahnend, dass das leichter klingt als umzusetzen ist, aber vielleicht doch eine Alternative darstellt.

Zweiter Recyclinghof im Hammer Osten oder Süden

Ein zweiter Recyclinghof in Hamm ist nach wie vor ein Thema. Vor drei Jahren gab der Stadtrat einen Suchauftrag an die Stadtverwaltung für einen Standort. Mittlerweile wurde eine Abfall-Sammelstelle an den Zentralhallen eingerichtet. Eine geeignete Fläche für einen zweiten Recyclinghof zu finden, ist offenbar schwer.

„Im Rahmen der Standortsuche sind derzeit noch mehrere Gutachten zu potenziellen Standorten in der Erarbeitung“, sagt Stadtsprecher Lukas Huster auf Anfrage. „Sobald diese vorliegen, werden wir eine entsprechende Vorlage für den Rat vorbereiten.“ Die könnte schon zur kommenden Juni-Sitzung vorliegen – „nach aktuellem Stand aber spätestens in der Sitzungsfolge nach den Sommerferien“.

Um welche „potenziellen Standorte“ es geht, sagt er noch nicht: „Zu einzelnen möglichen Standorten/Bezirken können wir uns vorab nicht äußern“, erklärt er.

Dank an Ehrenamtliche in Norddinker

So bleibt das Thema „Aktion Frühjahrsputz“ in Norddinker aktuell. Das gilt vor allem aber, weil die Getränke, die unter anderem der ASH als Dank und zur Entschuldigung überreicht hat, noch unangetastet sind. Die sollen die fleißigen Müllsammler aus Norddinker in Gemeinschaft genießen, sagt Ortsheimatpfleger Krämer. Dann, wenn die Corona-Lage es wieder zulasse.

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