Fast-Katastrophe an Sachsenschleife: Ist Feuerteufel nicht schuldfähig?

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Im karierten Hemd: Der Beschuldigte neben seinen Verteidigern von Glahn und Erinc.

Vor dem Dortmunder Landgericht hat der Prozess gegen den Mann begonnen, der fast ein Feuerinferno in einem Mehrfamilienhaus an der Sachsenschleife angerichtet hatte.

Hamm/Dortmund – Die Staatsanwaltschaft beschuldigt den 26-jährigen Bulgaren, am 8. Februar gegen 5 Uhr absichtlich ein Feuer vor der hölzernen Wohnungstür der Wohnung im 3. Obergeschoss gelegt zu haben. Dabei soll der mutmaßliche Brandstifter Fußmatte und Holztür zuvor mit Haarspray getränkt und dann angezündet haben. Das Feuer zerstörte in Windeseile die Holztür und Türzarge und entwickelte massive Rauchschwaden. Dass der Brand nicht weiter um sich greifen konnte, ist offenbar nur dem geistesgegenwärtigen Verhalten des Mieters der Brandwohnung zu verdanken, der schnell die Flammen löschen konnte.

Der mutmaßliche Feuerteufel von der Sachsenschleife ist offenbar psychisch krank. Nach seiner Festnahme zwei Tage nach der Tat kam er zunächst in Untersuchungshaft, wurde aber wegen seines auffälligen Verhaltens wenige Tage später in der forensischen Psychiatrie in Lippstadt-Eickelborn untergebracht.

Nach den vorläufigen Erkenntnissen eines Gerichtsgutachters gilt er für die Tat als nicht schuldfähig. Damals habe er unter einer Psychose mit Wahnvorstellungen gelitten und habe krankheitsbedingt eine veränderte Realitätswahrnehmung gehabt.

Der Verteidiger des Bulgaren, Dr. Michael von Glahn, kündigte an, dass sich sein Mandant auf jeden Fall zu dem Vorwurf der schweren Brandstiftung äußern werde.

Das Verfahren wird am Freitag fortgesetzt.

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