Von der Musikschule zum Saarbrücker Staatsorchester

HAMM – Musik macht glücklich – diesen Eindruck vermitteln zumindest jene ehemaligen Musikschüler, die eine Karriere nach Noten gemacht haben. Dazu zählt auch Dominik Schugk, der seit 2006 eine feste Anstellung als Wechseltrompeter beim Saarländischen Staatsorchester Saabrücken hat. Von Gisbert Sander

„Ich bin einfach nur der glücklichste Mensch auf der Welt“, behauptet der 28-Jährige von sich. Vor allem, wenn er an eine schicksalhafte Begegnung denkt: Mit neun Jahren nahmen ihn seine Eltern mit zu einem Konzert des Trompeters Maurice André, der in Bielefeld das Trompetenkonzert von Joseph Haydn spielte. „Da stand für mich fest, dass es nur die Trompete sein kann. . .“, erinnert sich Schugk.

Schon vorher war er immer begeistert, wenn sein Vater – selbst Trompeter im Posaunenchor Mark – seine golden glänzende Trompete aus dem Koffer holte und zu spielen begann. Es sollte allerdings noch einige Zeit dauern, bis Dominik Schugk dem Instrument melodiöse Töne entlockte.

Großen Anteil daran hat sein Lehrer Georg Turwitt, der ihn in der Musikschule forderte und förderte. Erst mit zehn Jahren besuchte er das Institut – relativ spät, wenn man bedenkt, dass Kinder heute schon mit sechs Jahren das Trompetespiel erlernen. Gern erinnert sich Schugk an die acht Jahre, in denen er als Mitglied im Blasorchester viel für sein späteres Orchesterberufsleben lernte, aber auch an eine Mittelamerika-Tournee und zahlreiche erste und zweite Preise beim Wettbewerb „Jugend musiziert“ auf Regional- und Landesebene.

„Georg Turwitt hat mir nicht nur auf der Trompete viel beigebracht, sondern auch abseits des Unterrichts mit seiner wunderbaren Art dazu beigetragen, dass ich auch fürs Leben viel lernte“, schwärmt Schugk. Noch heute sei er ein guter Freund. Turwitt habe er es überhaupt erst zu verdanken, dass er Berufsmusiker werden konnte, weil er rechtzeitig die „Weichen“ gestellt habe.

Beispielsweise dadurch, dass Schugk seinen Wehrdienst beim Heeres- und Luftwaffenmusikkorps in Münster absolvieren konnte. Und durch den Kontakt zu Peter Mönkediek, damals Solotrompeter der Neuen Philharmonie Westfalen, der Schugk auf die Aufnahmeprüfungen an verschiedenen Hochschulen vorbereitete. Letzteres gelte auch für seine ehemalige Musiklehrerin Ursula Gärtner und ihre studienvorbereitende Ausbildung. „Viele Hochschulbewerber scheitern nämlich nicht im Hauptfach, sondern in Nebenfächern wie Theorie, Gehörbildung, Tonsatz und ähnlichem“, so Schugk.

So nahm der gebürtige Heessener, der sein Abitur am Hammonense-Gymnasium gemacht hat, 2002 das Studium „Künstlerische Instrumentalausbildung“ – natürlich mit dem Hauptfach Trompete – an der Hochschule für Musik in Detmold auf.

Dankbar ist der 28-Jährige auch seinen Eltern, die ihn immer liebevoll unterstützt hätten – trotz der enorm schlechten Aussichten auf eine Festanstellung: „Derzeit gibt es in Deutschland fünf vakante Stellen für rund 500 Trompeter“, weist Schugk auf die aktuelle Situation.

Er selbst hatte Glück, erhielt in der Saison 2005/2006 einen Zeitvertrag beim Saarländischen Staatsorchester. In der darauf folgenden Saison engagierte ihn das Gewandhausorchester Leipzig – und im Jahr darauf holten ihn die Saarbrücker mit einer Festanstellung zurück.

Als 2. Trompeter und Solo-Cornettist spielt er hier nicht nur in Sinfoniekonzerten mit, sondern auch im Staatstheater Saarbrücken bei Opernaufführungen. „Das macht meinen Job unheimlich interessant“, sagt er. Dazu hat er sein eigenes Blechbläser-Quintett gegründet, das „Blechtheater Saarbrücken“. Und als er vor wenigen Wochen mit dem Kammerorchester „Sinfonietta Saarbrücken“ Haydns Trompetenkonzert spielte, kamen natürlich nostalgische Erinnerungen auf.

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