Wer ist verantwortlich für die Baufehler?

Musikschule: Risse in der Fassade bleiben Riesenärgernis

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Die Mängel in der Außenhaut der Musikschule sind nicht zu übersehen.

Die unendliche Geschichte um die kaputte Fassade der Hammer Musikschule bleibt bis auf Weiteres eine unendliche Geschichte. Die Stadt befindet sich jedenfalls weiter im Rechtsstreit um mögliche Planungsfehler beim Bau des Gebäudes.

Hamm – Schöner wird die Fassade der Musikschule sicher nicht. Im Winter 2014 waren an dem damals gerade fertiggestellten Objekt die ersten Risse in der Außenhülle festgestellt worden. Seitdem werden sie beständig größer und sind auch von jemandem mit Maulwurfs-Sehstärke nicht mehr zu übersehen. Die Stadt bemüht sich ebenfalls seit Ende 2014 um einen Schadensausgleich.

Die Fassade muss zumindest in Teilen erneuert werden, 1 Million Euro soll das kosten. Die damals bauausführende Firma ist längst pleite, stattdessen soll das Architekturbüro in die Haftung genommen werden. Das alles ist nicht neu und ein äußerst zähes Unterfangen.

Stadt erwartet 2021 ersten Entscheid

Wie ein Stadtsprecher in dieser Woche auf WA-Anfrage mitteilte, rechne man im Rathaus damit, dass Anfang 2021 ein erster gerichtlicher Entscheid ergehen werde. Ein vom Landgericht Dortmund bestellter Sachverständiger habe mehrere Ortstermine durchgeführt und Ende 2018 sein Gutachten erstellt. Der Sachverständige habe Planungs- und Bauüberwachungsfehler der Architekten festgestellt und die Sanierungskosten auf rund 1 Million Euro eingeschätzt.

Die Architekten hätten anschließend zahlreiche Einwendungen gegen das Sachverständigengutachten vorgebracht, woraufhin das Landgericht Dortmund den Sachverständigen im September 2019 beauftragt habe, zu den Einwendungen ergänzend Stellung zu beziehen.

Vor sechs Jahren war der Musikschulumbau fertig. Kurz darauf zeigten sich die ersten Risse, die in den folgenden Jahren eher größer geworden sind.

Im Zweifel sorgt die Stadt für Sanierung

Im Sommer 2020 ist nach Rechnung der Stadtverwaltung davon auszugehen, dass der Sachverständige sein Ergänzungsgutachten fertig hat und zum Jahresende der nächste Gerichtstermin stattfindet.

Anfang 2021 könne es zu erstinstanzlichen Urteil kommen, eine Berufung vor dem OLG Hamm werde voraussichtlich auch im Jahr 2021 abgeurteilt.

Arbeiten an der Fassade werden bis dahin nicht durchgeführt. „Bis ins nächste Jahr passt es noch“, heißt es aus dem Rathaus. Sollte sich der Rechtsstreit allerdings wider Erwarten noch weiter in die Länge ziehen, müsse neu in die Überlegungen eingetreten werden. Dann werde es möglicherweise dazu kommen, dass die Stadt die Sanierung der Fassade in Auftrag gibt.

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