Multitalent für Polizeiarbeit: Das können die neuen Dienst-Handys

Klein, aber mit großer Wirkung: Polizeipräsident Erich Sievert (links) und Malte Gerwin stellten die neuen Handys vor.
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Klein, aber mit großer Wirkung: Polizeipräsident Erich Sievert (links) und Malte Gerwin stellten die neuen Handys vor.

162 Hammer Polizisten sind in den zurückliegenden Wochen mit einem neuen Dienst-Smartphone ausgestattet worden und können künftig genau solche Überprüfungen mobil vornehmen. Sie sind Teil der Digital-Strategie des NRW-Innenministeriums.

Hamm – Dokumente einscannen und über einen Messenger den Standort verschicken, ein Kfz-Kennzeichen fotografieren und wenige Sekunden später Informationen über Fahrzeug und Halter erhalten: Seit Juni 2019 wurden die Smartphones in den Pilotbehörden in Dortmund, Recklinghausen und Wesel getestet. Nach einer Testphase wurden weitere Polizeibehörden mit den Geräten ausgestattet. Im Februar war auch das Polizeipräsidium Hamm an der Reihe. „Die Einführung der Smartphones wird der Polizei in vielen Bereichen eine Entlastung bringen. Es ermöglicht ein schnelleres und effizienteres Arbeiten, was vor allem den Bürgern zugute kommt“, sagte bei der Vorstellung der mobilen Geräte Polizeipräsident Erich Sievert.

Drei polizeispezifische Programme stehen den Polizisten zur Verfügung. Dabei handelt es sich um einen Messenger zur Kommunikation untereinander, um eine Auskunfts-App, die einen Abgleich mit dem polizeilichen Datenbestand ermöglicht, und einen Dokumentenscanner, der künstliche Intelligenz zum Einlesen etwa von Personalausweisen, Führerscheinen oder Kfz-Kennzeichen nutzt. Außerdem stehen den Beamten diverse weitere Apps, wie E-Mail, Presseportal oder die Warn-App „Nina“ zur Verfügung.

Als nächstes sollen die vollständige, digitale Aufnahme leichter Verkehrsunfälle und die Identifizierung von Personen durch ihren Fingerabdruck möglich gemacht werden. „Solch eine App ist derzeit in Planung“, sagte Malte Gerwin. Er begleitet beim Polizeipräsidium Hamm die Einführung der neuen Dienst-Handys.

Mädchen mit geteiltem Foto gefunden

In ersten Einsätzen habe sich das Smartphone schon bewährt, machte Gerwin deutlich. So sei bei einer Vermisstenmeldung das Foto des gesuchten Mädchens über den Messenger-Dienst mit allen Beamten in Hamm geteilt worden. Wenig später konnte das Kind gefunden werden. Einen ähnlichen Ermittlungserfolg verbuchten die Beamten auch bei einem Einsatz im Alleecenter, bei dem minderjährige Mädchen belästigt wurden. Von dem Vorfall wurden Fotos angefertigt. Polizisten übernahmen die Bilder von Passanten-Handys und teilten sie ebenfalls über das „Polizisten-WhatsApp“. Wenig später konnten Beamte die Verdächtigen in Tatortnähe aufgreifen. Weil sie schnell Fotos auf ihren Smartphones hatten.

Die neuen Smartphones sollen auch bei einem Problem helfen, das die Polizei derzeit beschäftigt: Kfz-Zeichen-Diebstahl. Künftig werden Beamte, wenn sie auf Streife unterwegs sind, Kennzeichen an Fahrzeugen fotografieren. In Sekundenschnelle erhalten sie Informationen zu dem hinterlegten Fahrzeug. Ist das Kennzeichen beispielsweise an einem Mercedes befestigt, aber auf einen Volkswagen zugelassen, stimmt was nicht. Die Überprüfung ist auch mit allen ausländischen Kennzeichen möglich. Polizeipräsident Sievert erhofft sich durch solche Überprüfung auch zufällige Ermittlungserfolge.

Über die Geräte:

Bei den Geräten handelt es sich um besonders geschützte iPhone 8. Personenbezogene Daten werden nicht auf ihnen gespeichert. Verschlüsselte Übertragungen und ein zertifiziertes Rechenzentrum der Polizei garantieren ebenfalls die Sicherheit der Daten. Hinzu kommen Funktionen wie Fernadministration und Fernlöschen. Wird das Gerät gestohlen, dann können alle Daten über eine Fernsteuerung gelöscht werden. Außerdem kann es sich nur im geschützten Polizei-Netz einwählen.

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