Neue Schienen in 25 Metern Höhe: MVA drei Wochen außer Dienst

Arbeit auf hohem Level: In der Müllverbrennungsanlage Hamm Bockum-Hövel musste Lehde in 25 Metern Höhe neue Stahlbetonbalken anbringen.
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Arbeit auf hohem Level: In der Müllverbrennungsanlage Hamm musste die Firma Lehde in 25 Metern Höhe neue Stahlbetonbalken anbringen.

Aktuell läuft die Müllverbrennungsanlage am Lausbach auf Volllast, nicht zuletzt, um auch die riesigen Mengen von Sperrmüll zu bewältigen, die bei der Hochwasser-Katstrophe anfielen. Doch vorausgegangen war im Juni eine umfangreiche dreiwöchige Revision. Während der gesamten Zeit war die Anlage tatsächlich außer Betrieb.

Bockum-Hövel – Entscheidend für die lange Dauer war vor allem die Sanierung der beiden Kranschienen sowie der darunterliegenden Betonträger. „Normalerweise werden circa alle zwei Jahre Gesamtanlagenstillstände notwendig, die in der Regel vier bis fünf Tage dauern“, berichtet dazu Jürgen Kunze. Er ist Geschäftsführer der MVA Hamm Betriebsführungsgesellschaft (MHB). Die Kosten für diese Maßnahme beziffert er auf einen mittleren sechsstelligen Bereich.

Dach des Müllbunkers auf 55 Metern Länge geöffnet

Die beiden Kräne nehmen den angelieferten Müll aus den Bunkern auf und befördern ihn in die Verbrennungsöfen. Sie fahren im optimalen Fall durchgängig über das ganze Jahr. „Somit sind die Kranschienen und der darunterliegende Betonträger einer ständigen Belastung und Verschleiß ausgesetzt“, so Kunze. Bei einer Messkampagne seien Abweichungen vom Sollspurmaß offengelegt worden. Ein Gutachten habe empfohlen, diese Abweichungen zu beseitigen und die Betonträger zu sanieren.

Die Montagearbeiten erforderten vorbereitende Maßnahmen. Um einen sicheren Arbeitsplatz zu gewährleisten, wurde über die komplette Länge des Bunkers (circa 55 Meter) ein Konsolgerüst installiert. Zudem musste das Dach des Müllbunkers über eine Fläche von etwa 5 mal 55 Meter geöffnet werden, um die Betonträger heraus- und die neuen hineinziehen zu können.

Umfangreiche Arbeiten während der dreiwöchigen Revision

Die neuen Kranschienen stammen von der Soester J. Lehde GmbH und sie sind Einzelanfertigungen. Um sie zu montieren, mussten die schadhaften Kranschienen in 25 Metern Höhe freigebohrt und in der Luft mit Mobilkränen gedreht werden. So konnten sie durch das geöffnete Dach ausgeschwenkt werden. Anschließend wurden die neuen Kranschienen eingeschwenkt.

Die Sanierung der Kranschienen und der darunterliegenden Betonträger war die umfangreichste Maßnahme im Rahmen der Revision. Ausgeführt wurden aber noch weitere, größere Maßnahmen während des Stillstandes. Das waren eine große Turbinenrevision, die Erneuerung der Krankanzel, der Wechsel der Entschlacker der Linien drei und vier sowie der Überhitzertausch an Linie drei.

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