Parkplatz als beliebter Treffpunkt

Müllproblem auf Parkplatz vor dem Freibad Süd weiterhin ungelöst: Jugendliche kümmern sich selbst um Säuberung

Sauberer (Fehl-)Wurf: Die Aktion der Fastfood-Kette McDonald´s in Hamm hat keinen großen Erfolg gehabt.
+
Sauberer (Fehl-)Wurf: Die Aktion der Fastfood-Kette McDonald´s hat keinen großen Erfolg gehabt.

Der Parkplatz des Freibades Süd in Berge bleibt beliebter Treffpunkt für junge Menschen. Besonders in den Abendstunden fahren dort die Autos vor und verschiedene Cliquen chillen dort für einige Stunden. Doch sie hinterlassen etwas Unangenehmes.

Berge – Gegen die Treffen der Besagten hat grundsätzlich auch niemand etwas, zumal auch die Lautstärke erträglich bleibt, wie Heike Martin bestätigt. Sie wohnt in dem Bungalow, der direkt neben dem Freibad steht. Als einzige Anwohnerin hat sie sich mit diesem Treffpunkt längst abgefunden. Wirklich störend sei auch nur, dass das Problem des herumliegenden Mülls unverändert sei. Sorg- und achtlos lassen die Jugendgruppen ihren Müll dort liegen.

Aber das betrifft nicht alle, die sich dort treffen. Davon berichtete Heike Martin nun hoch erfreut der WA.de. Denn jüngst schellten zwei der jungen Menschen bei ihr an und fragten nach blauen Müllsäcken und Pickgabeln. „Sie wollten den Parkplatz säubern“, erzählt Martin. Ihnen missfalle diese Vermüllung, erklärten sie. Außerdem befürchteten sie, dass der Zustand des Parkplatzes auf sie zurückfallen könne. Die Gruppe aus Hamm treffe sich gerne dort und wolle dies auch weiterhin tun, begründeten die jungen Menschen ihre Motivation.

Kooperation mit Freibad Süd

Diese Aktion soll kein Einzelfall bleiben. In Absprache mit Heike Martin erhalten sie nun die Möglichkeit, sich quasi jederzeit die Pickgabeln des Freibades auszuleihen. Diese werden für das Badgelände derzeit nicht benötigt, aber auf dem Parkplatz sehr wohl.

Darüber hinaus haben die Jugendlichen blaue Mülltüten an die Bäume gehängt, um allen Gruppen die Möglichkeit der Müllentsorgung zu geben. Diese Tüten füllen sich auch innerhalb eines Tages, sie werden also nicht nur wahrgenommen, sondern auch genutzt.

In Absprache mit dem ASH holt dieser die Tüten regelmäßig ab. Die Mülltonnen, die eine Zeitlang auf dem Parkplatz abgestellt worden waren, sind mit der Schließung des Bades dagegen abtransportiert worden, sodass derzeit nur die Mülltüten-Aktion der Jugendlichen noch größere Müllberge auf dem Areal verhindert. Denn müllfrei ist der Platz weiterhin ganz und gar nicht.

Jugendliche haben sich mangels Mülltonnen nun selbst um die Säuberung des Platzes gekümmert und hängen regelmäßig blaue Tüten auf.

Verpackungsmüll von McDonald’s

Der größte Teil des Abfalls – das ist auf den ersten Blick erkennbar – stammt von Verpackungen des McDonald’s-Restaurants. Das ist bekannt, auch bei den Verantwortlichen der Fast-Food-Kette. Deren Mitarbeiter lassen sich viermal in der Woche auf dem Parkplatz blicken, um dort aufzuräumen, bestätigt Ingrid Ton von McDonald´s. Das reiche aber offenbar nicht aus, gibt sie zu.

Parallel dazu hatte sie mit einer Flyer- und Plakataktion an die Vernunft ihrer Kunden appelliert. „Ein sauberer Wurf“, lautete die Kampagne, die Burgerfans dazu animieren sollte, die Verpackungen in Mülleimern zu entsorgen. „Wir müssen ehrlich sein. Das hat nicht den erhofften Erfolg gebracht“, sagt sie. Auch der runde Tisch, den sie mit Vertretern des ASH, der Stadtwerke als Eigentümerin des Platzes und auch des benachbarten Hammer Sportclubs, einberufen wollte, sei aus Corona-Gründen noch nicht zustande gekommen. „Ich werde das Thema aber noch einmal aufgreifen“, versprach Ton.

Jeden Morgen das gleiche Bild: Auf dem Gelände des Parkplatzes Freibad Süd liegt Verpackungsmüll verstreut.

Mit gutem Beispiel voran gehen

Denn die McDonald´s-Verpackungen machen zwar den größten Teil des Mülls auf dem Parkplatz aus, aber eben längst nicht alles. Einmal da, nutzen abendliche Besucher des Geländes offenbar auch die Chance, um sämtlichen Unrat samt Aschenbecher aus ihrem Auto dort zu entsorgen.

Hier sind alle Beteiligten gefragt, um eine gute Lösung zu finden. Die jungen Müllsammler sind hier bereits mit einem guten Beispiel vorangegangen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare