Lange Haftstrafe für Mordversuch an Motorradpolizist in Hamm

Motorradpolizist
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Eine Kollision des Motorradpolizisten mit dem Van des Angeklagten hätte ganz böse ausgehen können. (Symbolbild)

Nach einer halsbrecherischen Verfolgungsjagd mit einem Motorradpolizisten in Hamm hat das Dortmunder Landgericht einen 25-jährigen Mann aus Ahlen verurteilt. Der Angeklagte muss wegen Mordversuchs für viele Jahre ins Gefängnis.

Dortmund/ Hamm – Am Nachmittag des 5. Dezember 2019 hatte ein Motorradpolizist den Angeklagten in Heessen mit dem Handy in der Hand am Steuer eines Vans entdeckt und daraufhin sofort die Verfolgung aufgenommen. Der 25-jährige Fahrer wollte aber unter keinen Umständen anhalten, weil er wusste, dass er keinen Führerschein hat und dafür auch schon mehrmals verurteilt worden war. Deshalb trat er aufs Gas und versuchte, den Beamten abzuschütteln.

Zwischen Hamm und Ahlen kam es dann zu dem Vorfall, den die Richter als versuchten Mord werteten. Auf gerader Strecke versuchte der Polizist, den flüchtenden Van zu überholen, musste dann aber urplötzlich stark abbremsen, als das Auto einen plötzlichen Schlenker nach links machte.

Für Gericht und auch Staatsanwaltschaft steht fest: In diesem Moment nahm der Angeklagte alle möglichen Folgen dieses Schlenkers in Kauf – auch, dass der Polizist stürzen und dabei tödlich verletzt werden könnte. „Wir können von Glück sagen, dass hier nichts Schlimmes passiert ist“, sagte Staatsanwalt Felix Giesenregen in seinem Plädoyer.

Mordversuch an Motorradpolizist in Hamm: Haftstrafe plus X

Verteidiger Andreas Steffen hatte in seinem Plädoyer noch versucht, den Vorwurf zu entkräften, indem er sagte: „Mein Mandant wollte den Polizisten nicht zu Fall bringen, sondern abschütteln.“ Der Anwalt war sogar der Ansicht, dass es diese Verfolgungsjagd gar nicht hätte geben müssen, wenn der Polizist gleich zu seiner Dienstwaffe gegriffen und auf die Reifen des Vans geschossen hätte. „Das wäre sicherlich geboten und angemessen gewesen“, so Steffen.

Die Richter verhängten schließlich fünf Jahre und neun Monate Haft. Zusammen mit einer früheren Haftstrafe wegen Raubes und Brandstiftung, die der Angeklagte derzeit noch verbüßt, wird er garantiert noch lange Zeit eingesperrt bleiben.

Mordversuch an Motorradpolizist in Hamm: Führerscheinsperre läuft

Derweil beginnt aber seine Führerscheinsperre schon einmal zu laufen. Die Richter entschieden sich für die Anordnung, dass dem 25-Jährigen mindestens fünf Jahre lang keine Fahrerlaubnis erteilt werden darf. Das ist die höchste zeitige Dauer, die im Gesetz festgelegt ist. Danach folgt nur noch die lebenslange Sperre.

Ob der Angeklagte aber nach Ablauf von fünf Jahren einen Führerschein machen kann, steht völlig in den Sternen. Er müsste vorab noch den sogenannten „Idiotentest“ bestehen, und selbst sein Anwalt sagt: „Er hat eigentlich noch gar nicht gelernt, sich ordentlich an Regeln zu halten.“

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