Mordfall Monika: Drei Jahre Jagd auf ein Phantom

Zwölf Tage nach der Tat wird Monikas Leiche in der Nähe des Sachsenrings gefunden. ▪

HAMM ▪ In der Nacht vom 5. auf den 6. Juni 2009 schied die 32-jährige Prostituierte, die unter dem Namen „Monika“ am Heessener Straßenstrich anschaffte, aus ihrem Leben. Gegen Mitternacht stieg sie zu einem Freier ins Auto. Ihr letzter Kunde gilt als ihr mutmaßlicher Mörder.

Noch in der Nacht soll er die Leiche unweit des Sachsenwegs in einem Gebüsch versteckt haben – und wird seitdem von der Mordkommission und der Staatsanwaltschaft gesucht.

1 096 Tage danach ist er noch immer ein Phantom, und die Chance sinkt immer mehr, seiner habhaft zu werden. „Es gibt keinen konkreten Ansatz mehr, den wir noch verfolgen können“, sagt Staatsanwältin Barbara Cuntze, die den Fall seit drei Jahren bearbeitet. Mehrmals im Jahr landet die Akte noch auf ihrem Schreibtisch, doch neue Ermittlungsansätze habe es schon seit längerer Zeit nicht mehr gegeben. „Trotzdem werden wir in dem Fall nicht aufgeben. Die Hoffnung stirbt zuetzt“, setzt sie noch immer auf eine Trendwende in dem Fall – auf einen Zeugen, der sich bislang bedeckt hält, oder auf das schlechte Gewissen des Täters.

Vage Hoffnung keimte auf, als im März 2010 spielende Kinder „Monikas“ rote Handtasche am anderen Ende der Stadt, auf dem Gelände der Gartenbaufirma Kley, fanden. Einige Tage später wurde hier auch ihre weiße Jacke von den Ermittlern gefunden. Die Auswertung der Spuren blieb ohne Ergebnis. Ob der Täter aus Hamm kommt oder auf dem Weg zur Autobahn in Rhynern war: Für beide Theorien gibt es Argumente – aber keine Beweise. Hinweise auf einen eventuellen Zwischenstopp in der Tatnacht bei McDonald‘s gibt es ebenfalls keine. Zweimal wurde der „Fall Monika“ im Fernsehen aufbereitet: im April 2010 bei Aktenzeichen XY...ungelöst“ und im September 2010 im WDR „Kriminalreport – ohne Erfolg. ▪ fl

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