Jugendlicher lebt in Hamm

Mordaufruf per Kurznachricht: Gericht verurteilt 16-Jährigen

Der Jugendliche soll einen Bekannten per Kurznachricht zum Mord an Juden oder Muslimen aufgerufen haben.
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Der Jugendliche soll per Kurznachricht zu einem Blutbad unter Juden oder Muslimen aufgerufen haben.

Der in Hamm lebende Jugendliche, der einen Bekannten per Kurznachricht zum Mord an Juden oder Muslimen angestachelt haben soll, ist zu einer Jugendstrafe von einem Jahr und sechs Monaten verurteilt worden. Eine wichtige Frage haben die Dortmunder Richter dabei vorerst offen gelassen.

Hamm/Dortmund - Der Jugendliche hatte nach seiner Festnahme zunächst einige Wochen Untersuchungshaft verbüßt, war dann aber mit der Auflage entlassen worden, in eine Wohngruppe nach Hamm zu ziehen. Ob er dort längerfristig bleiben kann oder doch noch einmal ein Jugendgefängnis von innen sieht, hängt nun maßgeblich von seinem Verhalten in den kommenden sechs Monaten ab.

So lange wollen sich die Richter Zeit nehmen, die Entwicklung des 16-Jährigen abzuwarten. Mitte März 2022 soll dann entschieden werden, ob der Verurteilte die Haftstrafe verbüßen muss oder ob diese zur Bewährung ausgesetzt werden kann.

Diese sogenannte „Vorbewährung“ ist nur im Jugendstrafrecht möglich und verschärft nach Ansicht vieler Juristen den Druck auf den Verurteilten. Eine neue Straftat darf sich der 16-Jährige innerhalb des nächsten halben Jahres jedenfalls nicht erlauben.

Im Zimmer des Jugendlichen Sprengstoff gefunden

In seiner Kurznachricht an einen Bekannten soll der Jugendliche sinngemäß geschrieben haben, dieser solle sich doch mit einem Messer bewaffnen und dann in einer Moschee oder Synagoge ein Blutbad anrichten. Der Empfänger war auf diesen „Vorschlag“ jedoch nicht eingegangen. In dem nicht-öffentlichen Prozess soll der Angeklagte dazu gesagt haben, damit habe er auch gar nicht gerechnet.

Bei einer Durchsuchung des Zimmers des 16-Jährigen sollen außerdem größere Mengen Sprengstoff sichergestellt worden sein. Was er damit jedoch konkret vorhatte, muss offen bleiben. Konkrete Anschlagspläne, das haben die Ermittlungen ergeben, gab es jedenfalls noch nicht.

Der Jugendliche stammt aus Oer-Erkenschwick.

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