Staatsanwaltschaft bestätigt

Mordanklage erhoben: Syrer soll Prostituierte erwürgt haben

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Der Leichnam der Frau lag in einem Gebüsch nördlich des Hangars am Rande eines Parkplatzes.

Hamm - Knapp vier Monate nach dem gewaltsamen Tod einer 35-jährigen Prostituierten in Heessen hat die Staatsanwaltschaft Dortmund Anklage wegen heimtückischen Mordes gegen einen 24-jährigen Syrer erhoben.

Das bestätigte ein Sprecher des Dortmunder Landgerichts gestern auf WA-Anfrage. Der Angeschuldigte soll sein Opfer erwürgt und in der Nähe des Flugplatzes in einem Gebüsch abgelegt haben. Unter anderem sollen an dem Leichnam der aus Bulgarien stammenden Frau DNA-Spuren des 24-Jährigen gefunden worden sein. Im Falle einer Verurteilung droht ihm eine lebenslange Haftstrafe.

Die Motive für die Gewalttat sind bislang offenbar unklar. Der Angeklagte hat sich gegenüber den Ermittlern nicht zu den Vorwürfen geäußert. Er soll sich des Öfteren am Straßenstrich an der Heessener Straße aufgehalten haben und nicht zu Gewalttätigkeiten neigen.

In der Nacht zum 12. September soll es zwischen 0.15 und 5 Uhr zu dem tödlichen Übergriff gekommen sein. Das 35-jährige Opfer lebte eigentlich in den Niederlanden und hatte sich erst seit etwa vier Wochen in Hamm aufgehalten.

Hinweis aus dem Umfeld des mutmaßlichen Täters

Die Polizei erhielt am Nachmittag des 12. Septembers offenbar aus dem Umfeld des Angeklagten einen gezielten Hinweis, dass es in der Nähe des Flugplatzes zu einem Tötungsdelikt gekommen war. Am frühen Abend wurde der Leichnam von den Einsatzkräften gefunden. Der Angeklagte hatte sich zu diesem Zeitpunkt abzusetzen versucht. Er war mit dem Zug unterwegs, wurde aber aus seinem privaten Umfeld, möglicherweise von dem Hinweisgeber, der sich bei der Polizei gemeldet hatte, zur Umkehr überredet. Die Polizei ortete das Handy des 24-Jährigen und nahm ihn wenig später in der Nähe des Hammer Bahnhofs fest.

Der Angeklagte sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Er ist ledig, als Asylbewerber anerkannt und ging in Hamm einem Beruf nach.

Keine Verbindung zu Mordfall Monika

Kein Zusammenhang besteht zu dem Mordfall Monika aus dem Jahr 2009, der bis heute nicht aufgeklärt wurde. Das damalige Opfer, eine 32-jährige Ungarin, hatte ebenfalls auf dem Heessener Straßenstrich angeschafft und war mit hoher Wahrscheinlichkeit von einem Freier getötet worden.

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