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Mord am OLG offenbar aufgeklärt: 27-Jähriger erneut festgenommen

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Von: Frank Lahme

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Am OLG-Teich wurde am Sonntagmorgen eine Leiche gefunden.
Die Frauenleiche wurde am Sonntagmorgen in diesem Bereich des OLG-Teichs in Hamm gefunden. © Reiner Mroß

Die Polizei hat den mutmaßlichen Mörder der jungen Frau aus dem OLG-Park in Hamm verhaftet. In seiner Wohnung wurde ein Messer mit Blut der Getöteten gefunden. Die Beweislage scheint mehr als eindeutig.

Hamm - Der Mord vom OLG-Teich ist offenbar aufgeklärt. Der 27-jährige Hammer, der bereits am Sonntag vorläufig festgenommen worden war, wurde am Mittwochnachmittag an seiner Wohnanschrift im Hammer Süden erneut von der Polizei aufgegriffen und ins Gewahrsam gebracht. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Dortmund hat das zuständige Amtsgericht Hamm
am Donnerstag einen Haftbefehl gegen den 27-Jährigen wegen des dringenden Tatverdachts des Mordes erlassen. (Update: Das ist inzwischen passiert, klicken Sie hier für den neueren Artikel.)

Mord am OLG Hamm offenbar aufgeklärt: Die drei Spuren

Wie Staatsanwalt Felix Giesenregen gegenüber dem WA erklärte, waren im Lauf des Tages gleich drei Untersuchungsergebnisse eingetroffen, die den mutmaßlichen Täter als solchen überführt hätten. Zum einen sei an einem Messer, das bei der ersten Festnahme in seiner Wohnung sichergestellt worden war, Blut des 25-jährigen Opfers gefunden worden. Ferner sei unter den Fingernägeln der Getöteten nun doch Zellmaterial des Beschuldigten nachgewiesen worden (ein erster DNA-Abgleich war am Montag noch negativ ausgefallen). Besonders schockierend: Der Beschuldigte muss offenbar nach der Tat noch Fotos von dem Leichnam gefertigt haben. Diese hatte er zwar laut Giesenregen wieder von seinem Handy gelöscht, den IT-Spezialisten der Polizei sei es aber gelungen, zwei der Bilder wiederherzustellen.

Mord am OLG Hamm offenbar aufgeklärt: Motivlage noch unklar

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass es am Sonntagmorgen zwischen 5.45 und 6 Uhr zu der Bluttat gekommen war. Wie berichtet, hatte die junge Frau gemeinsam mit Freunden auf der Meile im Lokal „Cheyenne“ gefeiert. Auch der Beschuldigte soll sich dort aufgehalten haben. Die Motivlage sei weiterhin unklar, sagte Staatsanwalt Giesenregen am Mittwochabend. Ebenso sei noch nicht klar, ob der Tat eine Vergewaltigung vorausgegangen war.

Die 25-Jährige wurde offenbar erstochen. Gegen 6.45 wurde der nur noch spärlichst bekleidete Leichnam von einem Passanten entdeckt. Der Untersuchungshaftbefehl werde wegen Mordes gestellt, kündigte Giesenregen an. Denkbar sei ein Mord aus Heimtücke, aber auch zur Befriedigung des Geschlechtstriebs.

Rechtsanwalt Dennis Kocker, der den Beschuldigten vertritt, sagte gegenüber dem WA, dass sich sein Mandant am Donnerstag zumindest noch nicht zu den Vorwürfen äußern werde – auch wenn die Beweislage eindeutig und erdrückend erscheine.

Fehlende Bekleidung des Opfers und weitere Gegenstände, die die junge Frau möglicherweise bei sich hatte, wurden offenbar noch nicht (vollständig) von den Ermittlern gefunden. „Wir sind immer noch auf der Suche nach Beweisstücken“, sagte Giesenregen.

Mord am OLG Hamm offenbar aufgeklärt: Der Hinweis

Der entscheidende Hinweis auf den Beschuldigten sei am Sonntag aus der Bevölkerung gekommen. Daraufhin seien Polizeibeamte zunächst unter dem Vorwand, es habe in der Nachbarschaft eine Sachbeschädigung gegeben, zu dem 27-Jährigen gefahren und hatten sich ein erstes Bild von der Lage bei ihm zu Hause gemacht. Etwas später seien dann der zweite Einsatz und die dann vorläufige Festnahme erfolgt. Weil die Laborergebnisse noch nicht vorlagen, war der Mann am Montag zunächst wieder freigelassen worden.

Mord am OLG Hamm offenbar aufgeklärt: Immenser Aufwand

Mit allergrößtem Hochdruck und großem Personalaufgebot hatten Polizei, Staatsanwaltschaft und das LKA NRW an der Aufklärung des Falls gearbeitet. „Viele Leute haben viele, viele Überstunden gemacht. Es war ein vorbildliches Miteinander“, sagte Staatsanwalt Felix Giesenregen.

[Ursprüngliche Erstmeldung] Hamm - Der 27-jährige Mann, der bereits am Sonntagnachmittag als tatverdächtig verhaftet worden war, hat die 25-jährige Frau im OLG-Park in Hamm offenbar doch getötet. Er wurde am späten Mittwochnachmittag erneut vorläufig in Gewahrsam genommen. Mangels Beweisen war er am Montagabend aus der Haft wieder entlassen worden; er galt jedoch weiterhin als „Beschuldigter“.

Wie WA.de aus gut unterrichteten Kreisen erfuhr, wurde bei dem Mann ein „100-prozentiger Beweis“ seiner Schuld gefunden. Eine offizielle Bestätigung der Staatsanwaltschaft Dortmund liegt bereits vor. Der Mann soll am Donnerstag dem zuständigen Haftrichter vorgeführt werden, teilten die Staatsanwaltschaft und die Polizei in Dortmund am späten Mittwochnachmittag gemeinsam mit.

Noch am Mittwochvormittag sah es so aus, als würden die Ermittler auf der Stelle stehen, zumal ein DNA-Abgleich mit der Frau negativ ausgefallen war. Allerdings hieß es, dass bei der Durchsuchung der Wohnung des jungen Mannes umfangreich Spuren gesichert worden“ seien.

Wie die getötete junge Frau wohnt auch der 27-jährige im Hammer Süden; wie sie war er in der Nacht zum Feiern auf der Südstraße gewesen. Gegenüber den Ermittlern gab er an, nacheinander intime Kontakte zu zwei Frauen in zwei Lokalen auf der Hammer „Meile“ gehabt zu haben. Man habe sich erst an dem Abend kennengelernt, eine der Frauen sollte den selben Vornamen wie das Opfer haben. Zu dem 27-Jährigen gebe es Vorerkenntnisse wegen Sexualstraftaten, hatte Staatsanwalt Felix Giesenregen gesagt.

Nach WA-Erkenntnissen deutet vieles auf ein Sexualdelikt hin. Auch soll die Frau Messerstiche aufgewiesen haben. Bestätigt wurde beides bis zur Stunde nicht.

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