Juden und Muslime im Fokus

Mord-Aufruf: 16-jährigem Jugendlichen droht Gefängnis

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Der Jugendliche soll einen Bekannten per Kurznachricht zum Mord an Juden oder Muslimen aufgerufen haben.

Der Prozess gegen einen inzwischen 16 Jahre alten Jugendlichen, der einen Bekannten per Kurznachricht zum Mord an Juden oder Muslimen aufgerufen haben soll, soll am 14. September zu Ende gehen. Der Angeklagte könnte anschließend „seine“ Unterbringungseinrichtung in Hamm verlassen müssen.

Dortmund/Hamm – Die Staatsanwaltschaft hat in ihrem Plädoyer vor der 31. Jugendstrafkammer des Dortmunder Landgerichts eine zweijährige Jugendstrafe beantragt. Diese soll nach dem Willen des Anklagevertreters nicht zur Bewährung ausgesetzt werden.

Das bedeutet: Schließen sich die Richter den Argumenten der Staatsanwaltschaft an, droht dem Jugendlichen der Gang ins Gefängnis. Begründet wird dies offenbar mit dem großen Erziehungsbedarf, der bei dem Schüler besteht. Offenbar hält die Staatsanwaltschaft eine erfolgreiche therapeutische Betreuung des 16-Jährigen nur im geschlossenen Rahmen eines Jugendgefängnisses für möglich.

Der aus dem Kreis Recklinghausen stammende Angeklagte soll einem Bekannten mehrere Kurznachrichten geschrieben und ihn darin aufgefordert haben, in einer Synagoge oder einer Moschee ein Blutbad anzurichten. Wie es heißt, hat der Jugendliche in dem nicht-öffentlichen Prozess eingeräumt, der Verfasser der Nachrichten zu sein. Tatsächlich habe er aber nie damit gerechnet, dass sein Bekannter wirklich aktiv werden könnte.

Bei dem jungen Mann waren allerdings außerdem große Mengen Sprengstoff gefunden worden, den sich der Angeklagte im Internet beschafft haben soll. Konkrete Pläne für einen Anschlag hat es nach den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft zwar nicht gegeben. Dennoch wirft der Fund Fragen auf.

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