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Mord am OLG Hamm: Schöffe eingenickt? - Entscheidung da

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Von: Martin von Braunschweig

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Als Zeichen der Trauer und des Mitgefühls haben viele Menschen im OLG-Park Blumen und andere Gegenstände abgelegt.
Als Zeichen der Trauer und des Mitgefühls hatten viele Menschen am OLG-Teich Blumen und andere Gegenstände abgelegt. © Andreas Rother (Archiv)

Der Prozess um den Mord an einer 25-jährigen Frau im Park neben dem OLG in Hamm soll wie geplant fortgesetzt werden. Die Ablösung eines Schöffen, der mehrmals kurz eingeschlafen sein soll, ist vom Tisch. Dennoch gibt es eine Reaktion des Gerichts.

Dortmund/ Hamm – Das Dortmunder Schwurgericht wird den angeblich eingeschlafenen Schöffen nicht für befangen erklären. Das wurde bereits am Tag vor der geplanten Fortsetzung des Mordprozesses am Dienstag, 24. Mai, bekannt. (Klicken Sie hier für weitere Berichte zum Thema auf WA.de.)

Noch ist nicht klar, ob die Richter anzweifeln, dass der Schöffe mehrmals für einige Sekunden eingenickt ist, oder ob sie sich auf den Standpunkt stellen, dass die möglichen Nickerchen angesichts ihrer kurzen Dauer nicht wirklich erheblich sind.

Dennis Kocker, der den angeklagten 28-Jährigen zusammen mit seinem Kollegen Benedict Heiermann, ist jedenfalls davon überzeugt, dass die Entscheidung so oder so die falsche ist. „Der Schöffe hat deutlich gemacht, dass er offensichtlich nicht mit vollem Einsatz bei der Sache ist“, sagte der Anwalt.

Mord am OLG Hamm: Verhandlungstag wird wiederholt

Eine Reaktion des Dortmunder Schwurgerichts auf die Einschlaf-Vorwürfe gegen einen der Schöffen gibt es dennoch. Und die wird dazu führen, dass das Verfahren länger dauern wird als ursprünglich geplant.

Die Richter planen nämlich, den gesamten letzten Verhandlungstag inhaltlich zu wiederholen. Damit am Ende niemand sagen kann, dass der Schöffe möglicherweise Teile der Verhandlung nicht mitbekommen hat. Das bedeutet, dass die psychiatrische Sachverständige Nahlah Saimeh ihr Gutachten zur Schuldfähigkeit des Angeklagten noch einmal mündlich erstatten muss. Im ersten Durchgang hatte sie dafür mehrere Stunden benötigt.

Mord am OLG Hamm: Sommerferien könnten Problem sein

Der Nachhol-Verhandlungstag soll nach derzeitigem Planungsstand am 7. Juni stattfinden. Im Anschluss müssten weitere Verhandlungstage für die Plädoyers von Staatsanwaltschaft und Verteidigung, das letzte Wort des Angeklagten und die Urteilsverkündung vereinbart werden. Angesichts der immer näher rückenden Sommerferien könnte dies noch Schwierigkeiten mit sich bringen.

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