Verschiebung Richtung Online-Handel

Höffner und der Lockdown: „Wird nicht jeder überstehen“

Seit dem 8. März ist Schauen und Stöbern im Möbelhaus Höffner am Standort Hamm-Rhynern wieder möglich – wenn auch aufgrund der aktuellen Coronabestimmungen nur nach Terminvereinbarung. „Besser als nichts“, sagt Thomas Dankert, Geschäftsführer der Höffner-Filialen in Deutschland. Aber...

Hamm – Vom 16. Dezember bis zum 8. März dauerte der harte Lockdown in Deutschland und NRW. Die Umsatzeinbußen, die Möbel Höffner in dieser Zeit machte, können nach der Einschätzung von Thomas Dankert nie wieder eingeholt werden. „Der Möbelhandel ist wie die Textilbranche ein saisonales Geschäft; unseren Hauptumsatz machen wir in der dunklen Jahreszeit“, erklärt der Höffner-Geschäftsführer. Immerhin kämen die eingeschränkten Lockerungen rechtzeitig zu Beginn der Gartenmöbelsaison.

UnternehmenHöffner
HauptsitzSchönefeld
Gründung1874

„Ein so lange anhaltender Lockdown ist eine Geschichte, die niemand verkraften kann“, sagt Dankert. Trotzdem sei er sicher, dass sein Unternehmen „dadurch kommen werde.“ Dank toller Mitarbeiter, eines tollen Managements und auch dank der Banken, die in der Krise geholfen hätten. Als großer Konzern habe Höffner allerdings keine staatlichen Hilfen von Bund und Ländern geltend machen können – abgesehen vom Kurzarbeitergeld.

Endlich wieder geöffnet – wenn auch mit Einschränkungen: Möbel Höffner setzt am Standort Rhynern ein umfangreiches Hygienekonzept um. Dass überhaupt wieder Kunden begrüßt werden können, freut die Mitarbeiter um Manfred Ehrlicher und Sina Rombusch, die am Eingang die Registrierung der Kunden vornimmt.

Die Liefertermine, die noch vor dem Lockdown vereinbart worden waren, konnten alle eingehalten werden. Dankert: „Wir haben uns da viel Mühe gegeben, um auch die Beratung, die zum Beispiel beim Einbau einer Küche anfällt, zu gewährleisten.“

Höffner in Hamm und der Lockdown: Homeoffice keine Option

Homeoffice sei für die Angestellten in Möbelhäusern wie Hamm keine Option gewesen. Nicht nur von der Logistik her, sondern auch, weil aus Datenschutzgründen mit einem geschlossenen EDV-System vor Ort gearbeitet werde. Zum Schutz der Mitarbeiter hatte Höffner – abgesehen von AHA-Regeln und der Installation von Spuckschutzmaßnahmen – bereits während des ersten Lockdowns auf Schnelltests gesetzt. „Wir haben mindestens einmal zu Beginn der Woche jeden Mitarbeiter getestet.“ Nach Urlauben oder bei Verdachts- und Quarantänefällen auch häufiger.

Das Möbelhaus in Hamm bietet mit einer Verkaufsfläche von 40.000 Quadratmetern den Kunden genügend Möglichkeiten, Abstand zu halten. Aufgrund der derzeitigen Bestimmungen des „Click and meet“ darf sich pro 40 Quadratmeter Ladenfläche eine Kundin oder ein Kunde im Geschäft aufhalten. Insgesamt habe es im Handel wenig Infektionsfälle gegeben, auch nicht an den Standorten des Unternehmens Höffner. „Wir halten uns an die Regeln“, sagte Dankert. Er glaubt, dass sich die Einzelhandelslandschaft nach der Pandemie grundsätzlich verändern werde: „Es wird nicht mehr so sein wie vorher und es wird auch nicht jeder überstehen.“

Die Terminvereinbarung ist auch kurzfristig noch übers Smartphone möglich: wahlweise per Anruf oder auf der Website des Möbelhauses.

Höffner in Hamm und der Lockdown: Kunden an Online gewöhnt

Die Kunden hätten sich während der Lockdowns an das Online-Geschäft gewöhnt. Möbelhäuser würden zwar nach wie vor gebraucht; eine Küche oder eine Sofalandschaft kaufe niemand ohne Beratung vor Ort. In den digitalen Warenkörben würden dagegen meist Waren im Wert von bis zu 1000 Euro landen. „Und das wird uns fehlen“, betont Dankert. Zumal das Online-Geschäft bei Höffner über eine separate Gesellschaft abgewickelt werde.

In den digitalen Warenkörben landen meist Waren im Wert von bis zu 1000 Euro. Und das wird uns fehlen.

Thomas Dankert, Geschäftsführer der Höffner-Filialen in Deutschland

Wie andere Einzelhandelsunternehmen auch bot Höffner an allen Standorten, darunter Hamm, das Click-and-Collect-System an. Im Unterschied zum Online-Geschäft holen die Kunden dabei ihre Bestellungen aus der Filiale ab. „Das machte aber nur einen winzigen Bruchteil unseres sonstigen Umsatzes aus“, erklärt Dankert. „Davon haben Möbelhäuser wie Hamm, die wie gesagt von der Kundenberatung leben, insgesamt wenig.“

Rubriklistenbild: © Andreas Rother

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